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Lufthansa und der Air Berlin-Deal: Wird das Fliegen in Deutschland nun teurer? (Christoph Scherbaum)

Autor:
Christoph Scherbaum

Die Börsenblogger ist das einfache und direkte Sprachrohr von Journalisten und deren Kollegen, die teils schon mit jahrzehntelanger Arbeits- und Börsenerfahrung aufwarten können. Auch als professionelle Marktteilnehmer. Letztlich sind wir alle Börsenfans. Aber wir vertreten in diesem Blog auch eine ganz simple Philosophie: Wir wollen unabhängig von irgendwelchen Analysten, Bankexperten oder Gurus schreiben, was wir zum aktuellen (Börsen-)Geschehen denken, was uns beschäftigt. Das kommt Ihnen, dem Leser, zu Gute.

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Das Fliegen in Deutschland wird teurer. Sagen die einen. Das Fliegen wird billiger sagen die anderen. Die Marktbereinigung jedenfalls ist Fakt. Die Folgen sind noch offen und werden uns noch eine Weile beschäftigen.

Übernahme gesichert. Dass die Lufthansa (WKN: 823212 / ISIN: DE0008232125) die größten Teile der insolventen Fluglinie Air Berlin (WKN: AB1000 / ISIN: GB00B128C026) übernehmen würde, ist nun wahrlich keine Sensation. Trotzdem erhielt die Aktie der Kranich-Airline am Donnerstag noch einmal einen Schub, als der Deal endlich unter Dach und Fach gebracht wurde.

Demnach übernimmt die Lufthansa den Ferienflieger NIKI und die Luftfahrtgesellschaft Walter. Weitere 20 Flugzeuge gibt es obendrauf. Der Gesamtkaufpreis liegt bei rund 210 Mio. Euro. Die Verhandlungen mit easyJet und anderen Bietern dauern dagegen noch an. Inklusive der 38 von Lufthansa bereits samt Besatzungen gemieteten Air-Berlin-Maschinen sollen 81 Flugzeuge an die Kranich-Airline gehen.

Wer bekommt welches Stück vom Kuchen. 130 Flugzeuge sind es insgesamt, die Air Berlin zu verteilen hatte. Jetzt muss allerdings noch das OK vonseiten der EU-Kommission kommen. Die kartellrechtliche Prüfung ist ein Grund, warum die Lufthansa nicht mehr Maschinen übernehmen konnte oder wollte. Vor allem auf dem deutschen Markt wäre die Marktmacht zu groß gewesen.

Gewinner und Verlierer. Die Lufthansa scheint also großer Gewinner aus der Air-Berlin-Pleite hervorzugehen. Das reicht jedoch nicht. Offenbar will das Unternehmen eine weitere Insolvenz für sich nutzen. Der deutsche Marktführer hat ein Auge auf Teile der italienischen Fluggesellschaft Alitalia geworfen. Damit ließe sich der jüngste Wachstumskurs noch einmal beschleunigen. Dabei profitiert die Lufthansa jedoch nicht nur von Pleiten und Problemen anderer.

Auch für den Monat September wurden überzeugende Passagierzahlen abgeliefert. Im September wurden insgesamt 12,68 Millionen Fluggäste befördert. Ein Anstieg von 17,8 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat. Seit Jahresbeginn 2017 liegt das Plus bei 17,5 Prozent auf 98,43 Millionen Passagiere. Die Auslastung der Maschinen konnte ebenfalls verbessert werden, während sich das Preisumfeld währungsbereinigt positiv entwickelte. Erfolge wurden auch in der Frachtsparte eingefahren.

Lufthansa-Chart: boerse-frankfurt.de

FAZIT. Lufthansa-Aktionäre haben derzeit eine Grund zur Freude. So teurer wie derzeit war die Aktie lange nicht mehr. Ob sich nun auch die Fluggäste freuen können, wird sich zeigen. Der Wegfall der Air Berlin-Flüge wird sicherlich nicht eins zu eins kompensiert werden (können bzw. wollen). Die Lufthansa will schließlich bestehende Flüge auslasten. Dennoch bieten sich nun auch Chancen für die Konkurrenz aus Großbritannien, den ein oder anderen Billigflug an den Mann zu bekommen. Es ist also keineswegs ausgemacht, dass weniger Konkurrenz auch automatisch zu höheren Preisen führt. International sowieso nicht. Und in Deutschland bzw. Europa sorgen Fernbusse und die Eisenbahn für zum Teil attraktive Wettbewerbsangebote. Es wird spannend zu sehen sein, wie der Kranich mit der Situation umgeht.

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(13.10.2017)

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Frage, Fragezeichen, Warum, Wieso (Bild: Pixabay/TeroVesalainen https://pixabay.com/de/fragezeichen-hand-gezeichnet-lösung-2123969/ )


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