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13.09.2019

Gurktaler-HV 2018/19. Die jahrelangen unermüdlichen Bemühungen beginnen, Früchte zu tragen: Es ist der Gurktaler AG gelungen, die Zahl der HV-Teilnehmer nachhaltig zu senken. Am 12.9.19 war nur mehr ein kleines Häuflein Gurktaler-Aktionäre im Studio 44 am Rennweg anzutreffen. Die wirklich harten Aktionäre halt, die sich durch die kurze Agenda und sonstige Widrigkeiten nicht abhalten ließen. Die Gurktaler AG mit Stamm- und Vorzugsaktien ist eine etwas wunderliche börsenotierte Aktiengesellschaft. Man hat ja vor einigen Jahren unbedingt die Abspaltung von Schlumberger durchführen wollen, weil Spirituosen mit Sekt nichts zu tun habe. Jetzt sind praktisch nur die Markenrechte an Gurktaler, Rossbacher und Leibwächter sowie durchgerechnet 25% an der Zwack Unicum in der Gurktaler-Gruppe, die Marken sind an Schlumberger verpachtet, Schlumberger füllt ab und macht den Vertrieb. Manch einer fragt sich nun, wozu die angeblich notwendige Trennung gut gewesen sein soll. Wenn operativ die Verflechtung mit Schlumberger sogar stärker geworden ist, man hat ja den Abfüller Spitz gegen die Mozart-Distillerie von Schlumberger ausgetauscht. Auch personalmäßig ist man sowohl mit Underberg als auch mit Schlumberger eng verflochten, Personal arbeitet in Teilzeit hier und dort.

Gurktaler-Präsentationen unterscheiden sich kaum von einem Jahr zum anderen, kommen wir also gleich zur Generaldebatte. Ein Aktionär wunderte sich, dass Leibwächter zum Verkauf steht, man habe eh fast keine Assets in der Gurktaler-Gruppe. Vorstand Karin Trimmel versicherte, dass man die zu 7,5 Mio. Euro bewerteten Leibwächter-Markenrechte mit einem zweistelligen Prozentzuwachs verkaufen wolle. D.h. also mindestens 10% mehr als 7,5 Mio. Euro. Die Verhandlungen ziehen sich halt schon lange, ein Externer wolle kaufen, also weder Underberg noch Schlumberger. Die 3.000 Euro Reisekosten des Aufsichtsrats wurden hinterfragt, aber nicht beanstandet. Die Haftungen von Gurktaler würden von der Spaltung herrühren und Schlumberger betreffen, man sei bestrebt, "das Thema wegzubekommen".

Ein Aktionär regte an, die Hauptversammlung künftig in Vöslau abzuhalten, wegen dem schönen Ambiente. Er wurde aufgeklärt, dass Gurktaler zu Vöslau keinen Bezug habe, das dortige Grundstück gehöre Schlumberger. Das Gurktal wäre als HV-Ort interessant, aber die wenigsten Österreicher würden wohl hinfinden, kaum jemand wisse, wo das Gurktal ist. Der Aktionär hatte auch den Eindruck, Gurktaler sei oft in Aktion, wir erfuhren, dass Aktionen tatsächlich ein immer größeres Thema seien, aktuell habe man bereits 50 % Aktionsanteil bei Gurktaler in Österreich, in Deutschland dagegen weniger als 30 %. Bei Rossbacher habe man in Österreich etwa 40 % Aktionsanteil, in Deutschland rund 20 %. Die Stärke von Leibwächter sei die Kassenplatzierung, da gebe es keine Aktionen, die würden ganzes Jahr ohne Rabatte dort stehen. Es gebe bei Leibwächter auch Großflaschen, aber nur zu einem geringen Prozentsatz. Die Abfüllung sei 2016 von Stroh zur Mozart-Distillerie in Salzburg verlegt worden, die Abfüllung sei Thema der Pächterin. Für uns sei es wichtig, dass Leibwächter in Österreich abgefüllt werde. Für Aufsichtsratssitzungen habe man sich für das Tool der Webkonferenz entschieden, wo man über die vorher allen zugegangene Präsentation diskutiere, das sei eine von der Wiener Börse akzeptierte Art der Sitzung. Die angefragten Kosten des Geschäftsberichts lägen bei knapp 20.000 Euro, seit einigen Jahren produziere man nur eine geringe Anzahl, die man für die Hauptversammlung brauche, man könne weiters online nachschlagen, das sei ein Nachhaltigkeitsthema. Die Miete der Location betrage knapp 8.000 Euro, "Catering und Veranstaltungsservice" koste zwischen 10.000 und 11.000 Euro. Niemand weiß, was damit gemeint sein soll, für die Normalaktionäre gab es jedenfalls kein Essen. Das braucht eh keiner. Nur sollte nicht der Verdacht aufkommen, ein eventuelles Hinterzimmergelage für Auserwählte hätten die Aktionäre verursacht. Nein, wir waren das nicht. Eher heftig wäre das überdies, das wären ja knapp 200 Euro pro anwesendem Aktionär. Papier ist geduldig.

Nach 1 Stunde und 35 Minuten war die HV schon zu Ende. Positiv erwähnen möchte ich die hohe Eigenkapitalquote von 97,8 % per Bilanzstichtag, die verdoppelte Dividende von 0,16 Euro und das KGV von etwa 8, bezogen auf das letzte Geschäftsjahr.

(Der Input von Günter Luntsch für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 13.09.)




 

Bildnachweis

1. Gurktaler in der finanzmarktfoto.at-Inszenierung für das Fachheft 6 (c) Martina Draper   >> Öffnen auf photaq.com

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    Gurktaler-HV: Es ist gelungen, die Zahl der HV-Teilnehmer nachhaltig zu senken (Günter Luntsch)


    13.09.2019

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    Gurktaler-Präsentationen unterscheiden sich kaum von einem Jahr zum anderen, kommen wir also gleich zur Generaldebatte. Ein Aktionär wunderte sich, dass Leibwächter zum Verkauf steht, man habe eh fast keine Assets in der Gurktaler-Gruppe. Vorstand Karin Trimmel versicherte, dass man die zu 7,5 Mio. Euro bewerteten Leibwächter-Markenrechte mit einem zweistelligen Prozentzuwachs verkaufen wolle. D.h. also mindestens 10% mehr als 7,5 Mio. Euro. Die Verhandlungen ziehen sich halt schon lange, ein Externer wolle kaufen, also weder Underberg noch Schlumberger. Die 3.000 Euro Reisekosten des Aufsichtsrats wurden hinterfragt, aber nicht beanstandet. Die Haftungen von Gurktaler würden von der Spaltung herrühren und Schlumberger betreffen, man sei bestrebt, "das Thema wegzubekommen".

    Ein Aktionär regte an, die Hauptversammlung künftig in Vöslau abzuhalten, wegen dem schönen Ambiente. Er wurde aufgeklärt, dass Gurktaler zu Vöslau keinen Bezug habe, das dortige Grundstück gehöre Schlumberger. Das Gurktal wäre als HV-Ort interessant, aber die wenigsten Österreicher würden wohl hinfinden, kaum jemand wisse, wo das Gurktal ist. Der Aktionär hatte auch den Eindruck, Gurktaler sei oft in Aktion, wir erfuhren, dass Aktionen tatsächlich ein immer größeres Thema seien, aktuell habe man bereits 50 % Aktionsanteil bei Gurktaler in Österreich, in Deutschland dagegen weniger als 30 %. Bei Rossbacher habe man in Österreich etwa 40 % Aktionsanteil, in Deutschland rund 20 %. Die Stärke von Leibwächter sei die Kassenplatzierung, da gebe es keine Aktionen, die würden ganzes Jahr ohne Rabatte dort stehen. Es gebe bei Leibwächter auch Großflaschen, aber nur zu einem geringen Prozentsatz. Die Abfüllung sei 2016 von Stroh zur Mozart-Distillerie in Salzburg verlegt worden, die Abfüllung sei Thema der Pächterin. Für uns sei es wichtig, dass Leibwächter in Österreich abgefüllt werde. Für Aufsichtsratssitzungen habe man sich für das Tool der Webkonferenz entschieden, wo man über die vorher allen zugegangene Präsentation diskutiere, das sei eine von der Wiener Börse akzeptierte Art der Sitzung. Die angefragten Kosten des Geschäftsberichts lägen bei knapp 20.000 Euro, seit einigen Jahren produziere man nur eine geringe Anzahl, die man für die Hauptversammlung brauche, man könne weiters online nachschlagen, das sei ein Nachhaltigkeitsthema. Die Miete der Location betrage knapp 8.000 Euro, "Catering und Veranstaltungsservice" koste zwischen 10.000 und 11.000 Euro. Niemand weiß, was damit gemeint sein soll, für die Normalaktionäre gab es jedenfalls kein Essen. Das braucht eh keiner. Nur sollte nicht der Verdacht aufkommen, ein eventuelles Hinterzimmergelage für Auserwählte hätten die Aktionäre verursacht. Nein, wir waren das nicht. Eher heftig wäre das überdies, das wären ja knapp 200 Euro pro anwesendem Aktionär. Papier ist geduldig.

    Nach 1 Stunde und 35 Minuten war die HV schon zu Ende. Positiv erwähnen möchte ich die hohe Eigenkapitalquote von 97,8 % per Bilanzstichtag, die verdoppelte Dividende von 0,16 Euro und das KGV von etwa 8, bezogen auf das letzte Geschäftsjahr.

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