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Neun von zehn Unternehmen der Mobilitätswirtschaft verzeichnen Umsatzrückgänge

APA-OTS-Meldungen aus dem Finanzsektor in der "BSN Extended Version"
Wichtige Originaltextaussendungen aus der Branche. Wir ergänzen vollautomatisch Bilder aus dem Fundus von photaq.com und Aktieninformationen aus dem Börse Social Network. Wer eine Korrektur zu den Beiträgen wünscht: mailto:office@boerse-social.com . Wir wiederum übernehmen keinerlei Haftung für Augenerkrankungen aufgrund von geballtem Grossbuchstabeneinsatz der Aussender. Wir meinen: Firmennamen, die länger als drei Buchstaben sind, schreibt man nicht durchgängig in Grossbuchstaben (Versalien).


20.05.2020
Wien (OTS) - „In der öffentlichen Wahrnehmung scheint es oft so, als sei die Mobilitätswirtschaft weniger stark von der Coronakrise betroffen. Die Realität zeigt aber leider ein anderes Bild. Vielmehr sind die Unternehmen der Branche massiv mit deutlichen Umsatzeinbußen, Stornierungen und Liquiditätsengpässen konfrontiert“, sagt Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Das ist das Ergebnis einer Befragung, die die WKÖ gemeinsam mit dem Complexity Science Hub (CSH) bei über 700 Betrieben aus der Sparte Transport und Verkehr Mitte April durchführte.
Konkret gaben neun von zehn Unternehmen bzw. 91 Prozent der Befragten an, dass sie Umsatzrückgänge aufgrund von Covid-19 verzeichnen. Drei Viertel der Unternehmen sind davon betroffen, dass aktuell Aufträge storniert werden. Als Hauptgründe dafür sehen die Befragten die hohe Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Krise sowie die Reisebeschränkungen. Lediglich drei Prozent der Befragten gaben im April an, noch keine Auswirkungen der Krise zu spüren. Übers Gesamtjahr gesehen erwartet 55 Prozent Umsatzrückgänge von mehr als 30 Prozent. „Über alle Unternehmen der Mobilitätswirtschaft gerechnet gehen wir davon aus, dass die Umsätze im Gesamtjahr etwa 20 bis 30 Prozent einbrechen werden“, sagt Klacska.
Das hat auch unmittelbare Auswirkungen auf die Liquidität der Betriebe und die Beschäftigtensituation: Mehr als 40 Prozent der Transport- und Verkehrsbetriebe haben bereits Liquiditätsengpässe und nahezu ein Drittel (31 Prozent) muss Personal abbauen. In einigen Bereichen, allen voran bei Taxi-, Autobus- und Seilbahnunternehmen sowie im Eisenbahnverkehr und in der Schifffahrt, schlägt sich dies auch massiv bei den Arbeitslosenzahlen nieder: Sie hatten in den Monaten März und April hier teilweise Steigerungsraten von mehr als 100 Prozent.
Zwtl.: Kurzarbeit als wichtige Unterstützungsmaßnahme für die Branche
Als wichtigste Unterstützungsmaßnahme sehen die befragten Unternehmen die Kurzarbeit. Drei Viertel geben an, dass sie die Kurzarbeitsunterstützung in der aktuellen Situation als erforderlich ansehen. Dahinter folgen Stunden von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen zur Liquiditätssicherung. „In Summe sagen 75 Prozent der Unternehmen, dass die staatlichen Hilfsmaßnahmen eine große Hilfe sind. Und hier muss man auch der Bundesregierung danken, dass die Unterstützungen hierzulande rascher fließen, als das in vielen anderen Ländern der Fall ist“, sagt Klacska.
Die Probleme durch Corona haben auch natürlich Auswirkungen auf die Ergebnisse der quartalsmäßigen Konjunkturerhebung der Bundessparte Transport und Verkehr. „Hier haben alle abgefragten Indikatoren, von der Auftragslage bis hin zur Nachfrage und den Nachfrageerwartungen massiv ins Negative gedreht“, fasst es Sparten-Geschäftsführer Erik Wolf zusammen. Ein großes Problem für die Unternehmen ist auch, dass wichtigen Indikatoren eingebrochen sind, etwa ging die Fahrleistung von Lkw auf den Autobahnen und Schnellstraßen, die als wichtiger Konjunkturindikator gilt, im April um 24 Prozent zurück, die Neuzulassungen von Lkw und Sattelzugfahrzeugen lagen im März und April um rund 50 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres und die Passagierzahlen am Flughafen Wien brachen im März um 65,8 Prozent ein, im April sogar um 99,5 Prozent.
Zwtl.: Branchenspezifische Hilfen sowie Neugestaltung der Lkw- und Bus-Maut
Für Wolf und Klacska steht daher fest, dass gezielte Maßnahmen für die einzelnen Branchen nötig sind. Das reicht von echten Zuschüssen für besonders stark Betroffene wie etwa die Bus- und Schifffahrt über die Absicherung der Hub-Funktion des Flughafen Wiens bis hin zur Rechtssicherheit, was das geplante Hochfahren des Betriebs von Seilbahnen am 29. Mai betrifft. Außerdem fordert Klacska eine Reduktion des Infrastrukturentgelts für die Schienenbahnen sowie eine Neugestaltung der Lkw- und Busmaut 2021. „Mauten sind Standortkosten und Standortsteuern müssen in der derzeitigen Situation runter“, so Klacska.
Konkret gehe es uns darum, Anreize für Investitionen in die CO2-Reduktion zu schaffen und die Maut stärker zu spreizen und ökologischer zu gestalten. Etwa soll der Mauttarif für Elektro- und Wasserstofffahrzeuge gesenkt und eine neuen Kategorie für gasbetriebene Fahrzeuge eingeführt werden. Aber auch die Investitionen der Branche in immer schadstoffärmere Diesel-Lkw solle sich lohnen und die Tarife für Euro 6 Fahrzeuge gesenkt werden. Zudem sollte es eine eigene, günstige Mautkategorie für Autobusse geben, um den Individualverkehr zu reduzieren und öffentliche Busse attraktiver zu machen. Als Maßnahme zur Abfederung der Corona-Auswirkungen schläft Klacska die Aussetzung der Valorisierung der Maut im Jahr 2021 vor. Auch sollten die Einnahmen aus den externen Kosten zur Maut, wie schon von mehreren Verkehrsministern versprochen, nun für eine weitere Ökologisierung genutzt werden.
„Die Corona-Krise bedeutet auch eine Chance. Diese müssen wir nutzen, um einige Weichen neu zu stellen und so schneller in Richtung Klimaneutralität und in der Folge Klimafreiheit zu kommen“, fasst Klacska zusammen. (PWK214/DFS)


 

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    Neun von zehn Unternehmen der Mobilitätswirtschaft verzeichnen Umsatzrückgänge


    20.05.2020
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    Konkret gaben neun von zehn Unternehmen bzw. 91 Prozent der Befragten an, dass sie Umsatzrückgänge aufgrund von Covid-19 verzeichnen. Drei Viertel der Unternehmen sind davon betroffen, dass aktuell Aufträge storniert werden. Als Hauptgründe dafür sehen die Befragten die hohe Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Krise sowie die Reisebeschränkungen. Lediglich drei Prozent der Befragten gaben im April an, noch keine Auswirkungen der Krise zu spüren. Übers Gesamtjahr gesehen erwartet 55 Prozent Umsatzrückgänge von mehr als 30 Prozent. „Über alle Unternehmen der Mobilitätswirtschaft gerechnet gehen wir davon aus, dass die Umsätze im Gesamtjahr etwa 20 bis 30 Prozent einbrechen werden“, sagt Klacska.
    Das hat auch unmittelbare Auswirkungen auf die Liquidität der Betriebe und die Beschäftigtensituation: Mehr als 40 Prozent der Transport- und Verkehrsbetriebe haben bereits Liquiditätsengpässe und nahezu ein Drittel (31 Prozent) muss Personal abbauen. In einigen Bereichen, allen voran bei Taxi-, Autobus- und Seilbahnunternehmen sowie im Eisenbahnverkehr und in der Schifffahrt, schlägt sich dies auch massiv bei den Arbeitslosenzahlen nieder: Sie hatten in den Monaten März und April hier teilweise Steigerungsraten von mehr als 100 Prozent.
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    Die Probleme durch Corona haben auch natürlich Auswirkungen auf die Ergebnisse der quartalsmäßigen Konjunkturerhebung der Bundessparte Transport und Verkehr. „Hier haben alle abgefragten Indikatoren, von der Auftragslage bis hin zur Nachfrage und den Nachfrageerwartungen massiv ins Negative gedreht“, fasst es Sparten-Geschäftsführer Erik Wolf zusammen. Ein großes Problem für die Unternehmen ist auch, dass wichtigen Indikatoren eingebrochen sind, etwa ging die Fahrleistung von Lkw auf den Autobahnen und Schnellstraßen, die als wichtiger Konjunkturindikator gilt, im April um 24 Prozent zurück, die Neuzulassungen von Lkw und Sattelzugfahrzeugen lagen im März und April um rund 50 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres und die Passagierzahlen am Flughafen Wien brachen im März um 65,8 Prozent ein, im April sogar um 99,5 Prozent.
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    „Die Corona-Krise bedeutet auch eine Chance. Diese müssen wir nutzen, um einige Weichen neu zu stellen und so schneller in Richtung Klimaneutralität und in der Folge Klimafreiheit zu kommen“, fasst Klacska zusammen. (PWK214/DFS)


     

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