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Knaus Tabbert-CEO Wolfgang Speck: "Aktie ist ein Dividenden-Titel und zugleich auch ein Wachstums-Wert"

Knaus Tabbert, Hersteller von Reisemobilen und Wohnwagen, ist auf dem Weg zum Milliardenkonzern. Seit Herbst notiert die Gesellschaft an der Börse. Nun sollen Wachstum und Track Record mehr Dynamik in die Aktie bringen. Wir haben mit CEO Wolfgang Speck und IR-Manager Manuel Taverne über Aussichten, Innovationen und Index-Ziele gesprochen.

Knaus Tabbert notiert seit September 2020 an der Frankfurter Börse. Ihr Resümee nach den ersten Monaten? 

Wolfgang Speck: Wir sind sehr froh, börsenotiert zu sein und blicken mit großer Zuversicht in unsere Zukunft. Hinsichtlich Bewertung sind wir zwar zufrieden, sehen aber eindeutig noch Luft nach oben. Denn angesichts des  aktuellen Marktgeschehens, der Trends, unserer Innovationskraft und dem Potenzial, die Kapazitäten zu steigern, gibt es noch jede Menge Aufwärtspotenzial, sowohl beim Umsatz als auch der Profitabilität. Das wird sich auch auf die Entwicklung des Börsenkurses auswirken.
Manuel Taverne: Ich bin davon überzeugt, dass die Aktie sehr viel Potenzial hat. Als neues Unternehmen an der Börse muss man sich das Vertrauen der Anleger erst einmal erarbeiten. Ich verwende hier gerne eine Analogie zum Motorsport: Wir sind im September mit einem großen Wachstumsversprechen an die Börse gegangen und aktuell befinden wir uns im Qualifying-Modus und müssen beweisen, dass wir das Wachstum liefern können. Das heißt von Quartal zu Quartal den Track Record aufbauen und das Wachstum vorlegen, das wir angekündigt haben. Das braucht eben diese Zeit. 

Ein definiertes Ziel von Knaus Tabbert ist der SDAX. Was braucht es dafür?

Wolfgang Speck: Mehr Handelsvolumen. Wir brauchen ein Tagesvolumen von 10.000 bis 20.000 Aktien, um unser SDAX-Ziel zu erreichen. Und daran arbeiten wir.

Manuel Taverne: Viele Investoren setzen auf das Thema Freizeit-Industrie. Wir haben Aktionäre wie UBS, Allianz und die Top-Investoren der DACH-Region an Bord. Die Attraktivität der Aktie ist sehr hoch. Ich bin sicher, dass die Liquidität mit der zunehmenden Visibilität kommt. Wenn wir den eingeschlagenen Wachstumsweg weiter gehen, dann haben wir gute Chancen, die nächsten 18 bis 24 Monate die Handelsumsätze zu haben, die wir benötigen um SDAX relevant zu sein.

Lassen Sie uns über die Wachstumsaussichten sprechen. Die Caravaning-Industrie erlebt derzeit ja eine wahre Boom-Phase.

Wolfgang Speck: Der Markt zeigt eine unglaublich positive Dynamik. Aktuell gibt es in Europa jährliche Zulassungen von ca. 235.000 Wohnmobilen, der deutsche Markt macht knapp über 100.000 Einheiten aus. Die Prognosen des Caravaning-Verbands sagen für 2025 voraus, dass sich der deutsche Markt bis dahin verdoppeln soll. In Zahlen ausgedrückt: Wir werden in diesem Jahr noch näher an die Marke von 1 Mrd. Umsatz herankommen und wenn sich der Markt bis 2025 verdoppelt, dann wollen wir diese Wachstums­chance entsprechend nutzen. 

... und da heißt es, Kapazitäten ausbauen. Oder planen Sie auch neue Werke?

Wolfgang Speck: Wir investieren in den Ausbau der Kapazitäten und in die Erhöhung der Produktivität. Neue Werke sind nicht geplant. Vom Investitions-Volumen her liegen wir in diesem Jahr bei 65 Mio. Euro und im nächsten Jahr bei einer vergleichbaren Höhe. Der Schwerpunkt liegt dabei an zwei von den vier Standorten, nämlich in Ungarn und im niederbayerischen  Jandelsbrunn.

Benötigen Sie für ihre Wachstumspläne frisches Kapital?

Wolfgang Speck: Das Unternehmen ist extrem cash-stark. Wir finanzieren uns überwiegend aus der Innenfinanzierungskraft. Die 20 Mio. Euro aus dem Börsegang hatten im September einen ganz wichtigen Beschleunigungs-Effekt für unseren Kapazitäts-Ausbau.

Sie haben mit Knaus, Tabbert, Weinsberg, T@B und Morelo 5 Marken im Angebot. Wird daran festgehalten?

Wolfgang Speck: Wir haben ganz bewusst eine sehr fokussierte Markenstrategie. Aktuell sind wir in Europa die Nr. 3 neben der Hymer und der Trigano Gruppe, die teils 20 bis 40 Marken subsumieren. Wir fokussieren uns auf unsere ikonische Marken. Helmut Knaus und Alfred Tabbert waren in den 1960er-Jahren immerhin Pioniere im Bereich des Caravanings. 

Sie haben zuvor die Innovationskraft angesprochen. Woran wird gearbeitet?

Wolfgang Speck: Wir arbeiten laufend an Innovationen. Ein Herzensthema für uns ist ESG (Anm. Environmental Social Governance) und in diesem Atemzug muss man in unserem Geschäft die Themen Leichtbau und E-Mobility nennen. Beim Leichtbau haben wir schon früh Initiativen gestartet: Für uns heißt das noch stabiler, noch fester und noch haltbarer und gleichzeitig leichter zu werden. Mit unserer exklusiven Frame-Technologie haben wir dort exakt ins Schwarze getroffen. Diese ermöglicht es, das Design unserer Fahrzeug auf ein gänzlich neues Level zu bringen.

Und auch bei der E-Mobilität gibt es neue Ansätze. Unser Wohnwagen CaraCito unter der Marke Weinsberg ist der erste vollelektrische Wohnwagen. Er heizt, kühlt und kocht rein elektrisch. Es wird kein Gas benötigt. Der Wohnwagen der Zukunft wird rein elektrisch sein, das steht für uns völlig außer Frage. 

Bei den Reisemobilen sieht es so aus, dass die ganze Branche Fahrgestelle von Herstellern wie Ford, Peugeot, Mercedes etc. einkauft. Und wir bauen dann unsere Wohnwelten darauf auf. Die Chassis bekommt man heute zu 100 Prozent mit Dieselmotoren, da gibt es noch nichts anderes. Daher haben wir unser eigenes E-Mobility-Konzept eines rein elektrisch angetriebenen Reisemobils geschaffen. Das Konzept werden wir dieses Jahr auf dem Caravan-Salon in Düsseldorf vorstellen - es ist ein erster E-Prototyp. Die Serienreife ist in den nächsten Jahren geplant.

Abschließend: Ihre Argumente für die Aktie?
Wolfgang Speck:
Ein starkes Argument ist die Dividendenpolitik: 50 Prozent des Jahresüberschusses werden ausgeschüttet. Es ist also eine dividendenstarke Aktie und zugleich aber auch eine Wachstums-Aktie - basierend auf der Marktentwicklung, die wir vor uns sehen und dem Vermögen des Unternehmens, sich sehr schnell an diese Marktgegebenheiten anzupassen. Ein wichtiger Aktientreiber sind auch die neuen Technologien. Und hier liefern wir, wie bereits erwähnt, entsprechende Antworten. 

Text: Christine Petzwinkler

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