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Lemawork Ketema bester Europäer, Timon Theuer mit Sturzpech (Vienna City Marathon)

Magazine aktuell


#gabb aktuell



24.04.2022, 4909 Zeichen

An einem gelungenen Lauftag konnte der Vienna City Marathon leider keine großen Erfolgsmeldungen für die heimische Marathon-Spitze produzieren. Lemawork Ketema beendete zwar seinen ersten Marathon seit zweieinhalb Jahren und landete als bester europäischer Teilnehmer auf Platz 13, verpasste aber in einer Zeit von 2:15:42 Stunden das EM-Limit für München um über eine Minute. Timon Theuer verließ das Rennen im Prater, gezeichnet von einem Sturz auf die Hüfte in der Anfangsphase.

Ketema verliert EM-Limit aus den Augen

Lemawork Ketema, der vor drei Jahren beim VCM den damaligen österreichischen Marathonrekord unterboten hat und damit für einen der historischen Momente heimischer Läufer bei Österreichs bedeutendstem Marathonlauf gesorgt hat, erreichte das Ziel in einer Zeit von 2:15:42 Stunden auf Rang 13. Zum ersten Mal seit dem WM-Marathon 2019 in Doha finishte der 36-Jährige einen Marathonlauf, war aber darüber enttäuscht, dass er das Limit für die Europameisterschaften in München um über eine Minute verpasst hat. „Die erste Hälfte lief noch ganz gut, danach wurde es aber schwierig. Es war windig, als ich im Prater alleine gelaufen bin. Davor sind die Tempomacher unrhythmisch gelaufen, es waren einige unglückliche Ereignisse – alles in allem nicht mein Tag“, haderte der EM-Achte von Berlin 2018. Dennoch gewann der Routinier seiner Leistung Positives ab: „Ich bin nicht unzufrieden, für mich war es ein wichtiger Schritt nach vorne nach schwierigen Monaten nach den Olympischen Spielen. Dass es einmal bei einem Marathon nicht nach Wunsch verläuft, so wie heute, gilt es im Spitzensport zu akzeptieren.“ Seine Leistung bedeutet eine neue ÖLV-Jahresbestzeit im Marathon. Trotz der verpassten Direktqualifikation bleibt ihm eine Minimalchance, über die Weltrangliste von World Athletics ins EM-Starterfeld von München nachzurücken, wo er Österreich erneut gerne vertreten möchte.

Theuer von Missgeschick ausgebremst

Timon Theuer fand in seiner Gruppe, die von seinem persönlichen Tempomacher Andreas Vojta angeführt wurde, einen schönen Rhythmus mit durchschnittlichen Kilometerzeiten von 3:10 Minuten. Bei Kilometer acht erlebte er eine Schrecksekunde, landete nach einem unachtsamen Schritt unglücklich auf einem Kanaldeckel und kam zu Sturz. Zwar lief der Niederösterreicher weiter, doch die Schmerzen an der Hüfte nahmen im Laufe des Rennens zu und strahlten auf die Plantarsehne aus. Der Schritt wurde immer unrunder bis zum Ausstieg kurz nach der Zwischenzeit bei Kilometer 30 im Prater. „Es ist ein schwarzer Tag für mich und es wird ein paar Tage brauchen, mental wieder aufzustehen“, sagte der 27-Jährige wenige Minuten nach seinem Ausstieg im ORF-Interview. Die Enttäuschung war in seinem Gesicht deutlich ablesbar. „Ich war heute in Topform, es ist dennoch nicht gelungen, mein Ziel zu erreichen. Nach zwei schwierigen Jahren fühlt es sich wie ein kräftiger Tritt in den Arsch an“, fügte er an, gab jedoch Entwarnung hinblicklich einer Verletzung. Er sei mit freilich schmerzhaften Prellungen und Abschürfungen davongekommen.

Vojta gönnt sich die tolle Atmosphäre im Ziel

Theuer Tempomacher Andreas Vojta entschied sich kurzerhand, den Marathon in reduziertem Tempo zu Ende zu laufen. Nach 2:23:21 Stunden erreichte er die Ziellinie am Burgtheater mit einem Strahlen im Gesicht. „Ich wollte die Stimmung im Zielraum aufsaugen“, erzählte er. „Es war auch ein Hineinschnuppern für mich, ein paar Erfahrungswerte für meine Zukunft, sobald ich wettkampforientiert an den Marathon herantreten werde.“Natürlich hatte der 32-Jährige ein lachendes und ein weinendes Auge: „In erster Linie tut es mir sehr leid für Timon. Ich habe in den gemeinsamen Trainings selbst gesehen, wie gut er in Form war. Er hat das, was wir heute geplant hätten, auf jeden Fall drauf.“

Bendl-Tschiedel erste Österreicherin im Ziel

Als erste Österreicherin erreichte Carola Bendl-Tschiedel das Ziel in einer Zeit von 3:04:27 Stunden. Die 45-Jährige lief das Rennen mit dem Wunsch an, wie im vergangenen Herbst in Linz unter drei Stunden zu bleiben. Dieses Ziel verpasste sie aufgrund von Magenproblemen knapp. „Ich freue mich sehr über dieses emotionale Erlebnis, als erste Österreicherin die Zielgerade Richtung Burgtheather hinunterlaufen zu dürfen“, sagte sie im Ziel. Eine um eineinhalb Minuten schnellere Nettozeit verbuchte die Niederösterreicherin Anna Holzmann, die im Endergebnis auf Platz 20 kam.

Top-3 Marathon Männer:
1. Cosmas Matolo Muteti | KEN | 2:06:53
2. Leonard Kipkoech Langat | KEN | 2:06:59
3. Oqbe Kibrom | ERI | 2:07:25

13. Lemawork Ketema | AUT | 2:15:42
19. Andreas Vojta | AUT | 2:23:21


Top-3 Marathon Frauen:
1. Vibian Chepkirui | KEN | 2:20:59
2. Ruth Chebitok | KEN | 2:21:03
3. Sheila Jerotich | KEN | 2:23:01

23. Carola Bendl-Tschiedel | AUT | 3:04:33


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VCM News / Thomas Kofler 

Im Original hier erschienen: Lemawork Ketema bester Europäer, Timon Theuer mit Sturzpech



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1. Lemawork Ketema (Bild: VCM, Symonds)

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    An einem gelungenen Lauftag konnte der Vienna City Marathon leider keine großen Erfolgsmeldungen für die heimische Marathon-Spitze produzieren. Lemawork Ketema beendete zwar seinen ersten Marathon seit zweieinhalb Jahren und landete als bester europäischer Teilnehmer auf Platz 13, verpasste aber in einer Zeit von 2:15:42 Stunden das EM-Limit für München um über eine Minute. Timon Theuer verließ das Rennen im Prater, gezeichnet von einem Sturz auf die Hüfte in der Anfangsphase.

    Ketema verliert EM-Limit aus den Augen

    Lemawork Ketema, der vor drei Jahren beim VCM den damaligen österreichischen Marathonrekord unterboten hat und damit für einen der historischen Momente heimischer Läufer bei Österreichs bedeutendstem Marathonlauf gesorgt hat, erreichte das Ziel in einer Zeit von 2:15:42 Stunden auf Rang 13. Zum ersten Mal seit dem WM-Marathon 2019 in Doha finishte der 36-Jährige einen Marathonlauf, war aber darüber enttäuscht, dass er das Limit für die Europameisterschaften in München um über eine Minute verpasst hat. „Die erste Hälfte lief noch ganz gut, danach wurde es aber schwierig. Es war windig, als ich im Prater alleine gelaufen bin. Davor sind die Tempomacher unrhythmisch gelaufen, es waren einige unglückliche Ereignisse – alles in allem nicht mein Tag“, haderte der EM-Achte von Berlin 2018. Dennoch gewann der Routinier seiner Leistung Positives ab: „Ich bin nicht unzufrieden, für mich war es ein wichtiger Schritt nach vorne nach schwierigen Monaten nach den Olympischen Spielen. Dass es einmal bei einem Marathon nicht nach Wunsch verläuft, so wie heute, gilt es im Spitzensport zu akzeptieren.“ Seine Leistung bedeutet eine neue ÖLV-Jahresbestzeit im Marathon. Trotz der verpassten Direktqualifikation bleibt ihm eine Minimalchance, über die Weltrangliste von World Athletics ins EM-Starterfeld von München nachzurücken, wo er Österreich erneut gerne vertreten möchte.

    Theuer von Missgeschick ausgebremst

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