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Raquest: „Anleger sollten aufhören, ausländischen Steuerbehörden Geld zu schenken“

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Additional Infos zum Podcast mit Manfred Artmeier: https://www.audio-cd.at/page/podcast/3503 : Wie das Fintech Raquest Finanzinstituten hilft, ihren Anlegern Quellensteuern zu sparen.

Wer Dividenden im Ausland erhält, muss Steuern sowohl im Wohnsitzstaat als auch im Quellenland entrichten. Anleger können sich jedoch die im Ausland erhobene Quellensteuer auf Kapitalerträge teilweise zurückholen. Was in der Theorie einfach klingt, ist in Wirklichkeit weder trivial noch günstig – vor allem für Anleger selbst. Hohe bürokratische Hürden und komplexe manuelle Prozesse machen es aber selbst vielen Banken kaum möglich, ihren Kunden diesen Service anzubieten. Das Ergebnis: Jedes Jahr verlieren Anleger Milliarden an Rückerstattungsansprüchen. Noch nicht jeder kennt die digitale Lösung, die diesen Rückforderungsprozess automatisiert. Christian Drastil hat Alexander Lerch und Manfred Artmeier vom FinTech Raquest befragt.

Raquest wächst rasant, dieser Tage habt Ihr z. B. die BTV neu gewonnen. Mir scheint, das Thema ist nun in der Finanzbranche angekommen.

Alexander Lerch: Wir haben die Software nicht im luftleeren Raum entwickelt, sondern deswegen, weil es aus der Finanzwirtschaft immer wieder die Nachfrage nach solch einer Lösung gab. Was auch klar ist, denn der Markt schreit förmlich nach einem Tool wie Raquest, da es wenig Sinn macht, als Anleger ausländischen Steuerbehörden Geld zu schenken.

Manfred Artmeier: Exakt. Raquest ist nicht auf dem Reißbrett entstanden, sondern in enger Zusammenarbeit mit nun mittlerweile mehr als 30 Banken und KAGs aus ganz Europa. Nur so war und ist es möglich, der Finanzwirtschaft passgenau dabei zu helfen, Quellensteuern für ihre Anleger schneller, sicherer und umfassender rückzufordern bzw. sie vorab davon zu befreien. Und unser rasantes Wachstum zeigt, dass wir ein echtes Problem lösen.

Da sind wir schon beim Problem angekommen. Was genau macht beispielsweise den Rückforderungsprozess so kompliziert?

Alexander Lerch: Die Mischung aus prozessualen und rechtlichen Herausforderungen. Aber auch der mangelnde politische Wille, Steuerwesen und Prozesse für Anleger zu harmonisieren. Dazu kommen die immer internationaler werdenden Anlagestrategien – all dies‘ macht es Investoren fast unmöglich, sich selbst zu kümmern. Den Investoren kann dann eigentlich nur die Bank oder die KAG helfen.

Manfred Artmeier: Man darf zudem nicht vergessen, dass schon eine Menge Daten vorliegen müssen, um einen Antrag vollständig zu befüllen, der vom ausländischen Finanzamt dann auch anerkannt wird. Das Ganze manuell zu machen, ist eine sehr fehleranfällige Sisyphus-Arbeit.

Warum bieten so wenige österreichische Banken diesen Kundenservice an bzw. setzen dabei noch immer auf eine manuelle Bearbeitung?

Manfred Artmeier: Die Lage verbessert sich gerade, da einige Banken
Raquest einführen. Zur Wahrheit gehört aber schon, dass der Bankenstandort Österreich hier nicht an der Spitze der Service-Qualität steht. Gerade im Vergleich zu Märkten wie der Schweiz, Deutschland oder den Niederlanden.

Alexander Lerch: Ich habe auch eine Vermutung, warum das so ist. Bei vielen Banken in Österreich herrscht die unbegründete und im internationalen Rahmen sehr singuläre Angst, dass gegebenenfalls aus rechtlichen Gründen, Anlegern nicht geholfen und besser an Steuerberater verwiesen werden sollte. Eine Rechtsmeinung, die im Übrigen kaum haltbar ist und manchmal auch als Vorwand genutzt wird, um den Service nicht anbieten zu müssen. Aber, wie Manfred schon sagte, das wandelt sich gerade in Österreich. Gut für die Anleger und natürlich auch für uns.

Die Software bietet neben dem Rückforderungs-Verfahren auch die Möglichkeit, Anleger vorab von der Doppelbesteuerung zu befreien. Wann macht welche Variante Sinn?

Alexander Lerch: Uns ist es wichtig, das Thema Quellensteuer umfassend zu lösen, deswegen bieten wir beide Module an. Wann schließlich welches Verfahren zum Einsatz kommt, hängt vom jeweiligen Investmentmarkt ab. In manchen Anlagemärkten wie bspw. Deutschland oder der Schweiz, besteht keine rechtliche Möglichkeit, vorab zu befreien. In den nordischen Ländern dagegen geht das problemlos. Zudem kann man sagen, dass bspw. KAGs aus Working Capital Gründen lieber vorabbefreien als ex post das Geld zurückzufordern. Für private Aktienbesitzer wiederum spielt das eine weniger große Rolle.

Wie lautet die Prognose für 2025 – wo stehen wir dann im österreichischen Markt beim Thema Quellensteuer?

Alexander Lerch: Die KAGs werden sich dem Thema viel stärker widmen. Hier herrscht oft noch blindes Vertrauen gegenüber den betreuenden Depot-Banken. Unsere Produktentwicklung nimmt sich deswegen verstärkt dem Thema Anspruchscontrolling und Forderungsmanagement für KAGs an.

Manfred Artmeier: Ich bin mir sicher, dass in wenigen Jahren das „Leisten“ des Quellensteuer-Services bei Banken Industriestandard sein wird -
alleine schon aus Gründen der Wettbewerbsfähigkeit. Und da Dividen- den-Strategien noch stärker im Kommen sind und es bei Anleihen wieder echte Ertragschancen gibt, wird das Thema Quellensteuer-Belastung sicher größer. Wir sind auf jeden Fall sehr optimistisch, deswegen dürfen es auch österreichische Bankkunden sein.

Weitere Infos: www.raquest.de I Für Interessierte aus der Finanzwirtschaft bietet Raquest ein kostenloses Webinar mit österreichischen Fallbeispielen an:
25. Januar 2023, 11.00–12.00 Uhr. Anmeldung unter www.raquest.de/webinar

Podcast bzw. Fragen: Christian Drastil, audio-cd.at/people

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Aus dem Börse Social Magazine #70-72
(Okt-Dez 2022)





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