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Added Value zu Do&Co (basierend auf einem Key Insight des Podcasts Wiener Börse Party #1094)

13.02.2026, 11288 Zeichen

Reinhören unter http://www.audio-cd.at/wienerboerseparty oder direkt http://www.audio-cd.at/spotify  http://www.audio-cd.at/apple 

Do & Co: Wie Attila Dogudan mit sieben neuen Küchen und einem Türkei-Coup die Catering-Welt erobern will


Der Freitag, der 13., gilt an den Börsen als statistisch harmlos. Doch während der ATX zur Mittagszeit um anderthalb Prozent nachgibt, sticht eine Aktie mit sattem Plus hervor: Do & Co. Das Wiener Catering-Imperium von Attila Dogudan schwimmt gegen den Strom – und das hat handfeste Gründe. Was der Gründer und CEO in einem Conference Call am Donnerstagnachmittag verkündete, liest sich wie ein Masterplan zur globalen Expansion. Sieben neue Gourmet-Küchen, zwölf Demel-Cafés, zwölf Henry-Gourmet-Shops und drei Restaurants. Dazu eine Wette auf die Türkei, die in der Branche ihresgleichen sucht.

Die Frage, die sich Anleger stellen müssen: Ist das visionärer Weitblick oder gefährliche Überdehnung? Ein analytischer Blick auf die Strategie eines Unternehmens, das zwischen Airline-Catering und Wiener Kaffeehauskultur seine ganz eigene Nische gefunden hat.

Die Expansionsoffensive: Mehr als nur Wachstum um des Wachstums willen

Wenn Attila Dogudan Zahlen in den Raum wirft, dann tut er das nicht ohne Kalkül. Der gebürtige Wiener mit türkischen Wurzeln hat Do & Co von einem einzelnen Restaurant zu einem globalen Player im Premium-Catering-Segment aufgebaut. Die nun angekündigte Expansion wirkt auf den ersten Blick ambitioniert, folgt aber einer klaren Logik.

Sieben neue Gourmet-Küchen in den USA, Europa und dem Mittleren Osten – das ist keine wahllose Streuung, sondern gezielte Positionierung in den lukrativsten Märkten der Airline-Catering-Branche. Die USA mit ihren Hub-Flughäfen, der Mittlere Osten mit seinen expandierenden Golf-Airlines und Europa als Heimatmarkt bilden das klassische Dreieck des internationalen Luftverkehrs. Wer hier präsent ist, sitzt an den Schalthebeln der Branche.

Die zwölf neuen Demel-Cafés und ebenso vielen Henry-Gourmet-Shops zeigen eine zweite Stoßrichtung: Do & Co will nicht nur B2B-Caterer sein, sondern auch im direkten Endkundengeschäft wachsen. Die Marke Demel, jenes legendäre Wiener Kaffeehaus, das Do & Co 2002 übernahm, dient dabei als Türöffner in neue Märkte. Die Kombination aus österreichischer Tradition und internationalem Anspruch hat sich bereits in Asien bewährt, wo Demel-Filialen in Japan und anderen Ländern erfolgreich operieren.

Drei neue Do & Co-Restaurants komplettieren das Bild. Sie dienen weniger als Umsatzbringer denn als Flaggschiffe, die das Qualitätsversprechen der Marke sichtbar machen. Ein Do & Co-Restaurant in einer Metropole ist immer auch ein Statement: Hier kocht die Firma, die auch in 30.000 Fuß Höhe Gourmet-Niveau liefert.

Die türkische Wette: Wenn der Heimatmarkt zum Wachstumsmotor wird

Die bemerkenswerteste Aussage aus dem Conference Call betrifft die Türkei. Turkish Airlines, einer der wichtigsten Kunden von Do & Co, plant die Verdopplung ihrer Flotte in den nächsten zehn Jahren. Für ein Catering-Unternehmen, das bereits jetzt eng mit der Airline zusammenarbeitet, ist das eine Einladung zum Mitfliegen.

Die Zahlen sind beeindruckend: Turkish Airlines betreibt heute eine der größten Flotten weltweit und bedient mehr Länder als jede andere Airline. Der neue Mega-Flughafen Istanbul, 2019 eröffnet, wurde explizit als Drehkreuz zwischen Europa, Asien und Afrika konzipiert. Wenn diese Airline ihre Kapazitäten verdoppelt, dann verdoppelt sich theoretisch auch das Catering-Volumen.

Für Dogudan, dessen Familie türkische Wurzeln hat, ist diese Partnerschaft mehr als nur ein Geschäft. Es ist eine strategische Symbiose, die auf persönlichen Beziehungen, kulturellem Verständnis und jahrzehntelanger Zusammenarbeit basiert. In einer Branche, in der Vertrauen und Zuverlässigkeit über Aufträge entscheiden, ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Kritiker mögen einwenden, dass die Abhängigkeit von einem einzelnen Großkunden riskant ist. Doch Do & Co hat diese Lektion längst gelernt und sein Portfolio diversifiziert. Die Expansion in die USA und den Mittleren Osten ist auch eine Absicherung gegen regionale Risiken. Sollte der türkische Markt schwächeln, stehen andere Standbeine bereit.

FIFA 2026: Das Spiel um den größten Catering-Auftrag des Jahrzehnts

Fast beiläufig erwähnt der Podcast eine Information, die für Do & Co von enormer Bedeutung sein könnte: Das Unternehmen ist im Rennen um das Catering bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026. Eine Entscheidung wird in den nächsten Wochen erwartet, wie Dogudan selbst im Call andeutete.

Die WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada wird das größte Fußballturnier der Geschichte. Erstmals nehmen 48 Mannschaften teil, erstmals wird auf drei Länder verteilt gespielt. Die Dimension des Events ist beispiellos – und damit auch das Catering-Volumen.

Do & Co bringt einschlägige Erfahrung mit. Das Unternehmen hat bereits bei früheren Großveranstaltungen geliefert und sich einen Ruf als zuverlässiger Partner für Premium-Events erarbeitet. Die Kombination aus Airline-Catering-Expertise und Event-Gastronomie macht Do & Co zu einem logischen Kandidaten.

Ein Zuschlag hätte mehrere Effekte: kurzfristig einen massiven Umsatzschub, langfristig eine Referenz, die Türen öffnet. Wer die FIFA-WM beliefert hat, wird auch bei anderen Mega-Events auf der Shortlist stehen. Der symbolische Wert übersteigt den finanziellen möglicherweise sogar.

Gleichzeitig birgt ein solcher Auftrag Risiken. Die logistischen Anforderungen sind enorm, die Margen im Event-Catering typischerweise geringer als im Airline-Geschäft. Ein Patzer auf der größten Bühne des Weltsports könnte dem Ruf nachhaltig schaden. Dogudan wird diese Kalkulation kennen – und trotzdem ins Rennen gehen.

Die Aktie als Seismograph: Was der Markt über Do & Co denkt

Mit einem Plus von 4,4 Prozent führt Do & Co am Freitag die Liste der Top-Performer im ATX an. In einer Woche, in der der Gesamtmarkt korrigiert, ist das ein starkes Signal. Der Markt honoriert offensichtlich die Expansionspläne und die Aussicht auf weitere Großaufträge.

Die Analysten von Hauck & Aufhäuser (im Podcast als „New Ways" bezeichnet) haben sich die Aktie angesehen und ein Kursziel von 266 Euro ausgegeben. Bei einem aktuellen Kurs, der deutlich darunter liegt, signalisiert das erhebliches Aufwärtspotenzial. Die Kaufempfehlung bleibt bestehen.

Interessant ist der Vergleich mit der BAWAG Group, die im selben Atemzug genannt wird. Die Deutsche Bank bestätigt dort ein Kursziel von 151 Euro. Beide Unternehmen, so unterschiedlich sie sind, profitieren vom aktuellen Börsenumfeld, das österreichische Titel begünstigt. Mit einem durchschnittlichen Tageshandelsvolumen von 300 Millionen Euro an der Wiener Börse – ein Rekordwert für 2026 – fließt reichlich Liquidität in den Markt.

Die Wiener Börse selbst wird im Podcast als „Modethema" bezeichnet, und tatsächlich haben die vergangenen Quartale eine Renaissance des Handelsplatzes gebracht. Für Do & Co bedeutet das: mehr Aufmerksamkeit internationaler Investoren, höhere Liquidität in der Aktie und tendenziell steigende Bewertungen.

Das Geschäftsmodell: Zwischen Luxus und Logistik

Um die Expansionsstrategie von Do & Co zu verstehen, muss man das Geschäftsmodell kennen. Das Unternehmen operiert in drei Segmenten: Airline Catering, International Event Catering und Restaurants, Lounges & Hotel.

Das Airline-Catering ist das Rückgrat des Unternehmens. Do & Co beliefert Premium-Airlines mit Bordverpflegung, die sich deutlich von der Massenware anderer Caterer unterscheidet. Frische Zutaten, aufwendige Zubereitung, ansprechende Präsentation – das kostet mehr, bringt aber auch höhere Margen. Airlines, die auf Differenzierung setzen, sind bereit, diesen Aufpreis zu zahlen.

Das Event-Catering ergänzt das Portfolio um ein Geschäft mit anderen Zyklen. Während Airline-Catering relativ stabil ist, schwankt das Event-Geschäft mit dem Kalender der Großveranstaltungen. Formel-1-Rennen, Tennisturniere, Fußball-Weltmeisterschaften – Do & Co ist bei vielen dabei.

Die Restaurants und Cafés schließlich dienen als Showrooms und Markenträger. Sie erwirtschaften Umsatz, aber ihre Hauptfunktion ist eine andere: Sie machen die Qualität von Do & Co erlebbar und schaffen Berührungspunkte mit Endkunden, die sonst nur als Airline-Passagiere in Kontakt kämen.

Die angekündigte Expansion bedient alle drei Segmente. Die neuen Gourmet-Küchen stärken das Airline-Catering, die Demel-Cafés und Henry-Shops das Retail-Geschäft, die Restaurants die Markenwahrnehmung. Es ist ein integrierter Ansatz, der die Stärken des Unternehmens ausspielt.

Attila Dogudan: Der Patron als Marke

Man kann Do & Co nicht analysieren, ohne über Attila Dogudan zu sprechen. Der 1959 geborene Unternehmer hat das Unternehmen 1981 gegründet und seither zu dem gemacht, was es heute ist. Er ist Gründer, CEO und Großaktionär in Personalunion – eine Konstellation, die im ATX selten geworden ist.

Dogudans Führungsstil ist legendär. Er gilt als detailversessen, anspruchsvoll und omnipräsent. Mitarbeiter berichten von unangekündigten Besuchen in Küchen weltweit, bei denen der Chef persönlich Qualitätskontrollen durchführt. Diese Hands-on-Mentalität prägt die Unternehmenskultur und unterscheidet Do & Co von Konzern-geführten Wettbewerbern.

Für Anleger ist diese Personalisierung Chance und Risiko zugleich. Einerseits garantiert Dogudan Kontinuität und strategische Klarheit. Andererseits stellt sich die Nachfolgefrage: Was passiert, wenn der heute 66-Jährige eines Tages abtritt? Das Unternehmen hat bisher keine öffentliche Antwort auf diese Frage gegeben.

Die Expansion, die jetzt angekündigt wurde, trägt Dogudans Handschrift. Sie ist ambitioniert, aber nicht übermütig. Sie setzt auf bewährte Stärken, erschließt aber neue Märkte. Sie balanciert Risiko und Chance in einer Weise, die für den erfahrenen Unternehmer typisch ist.

Ausblick: Die nächsten Monate werden entscheidend

Do & Co steht vor einem Jahr der Weichenstellungen. Die FIFA-Entscheidung wird in den nächsten Wochen fallen. Die Expansion in neue Märkte wird konkrete Formen annehmen. Die Partnerschaft mit Turkish Airlines wird sich vertiefen oder – im ungünstigsten Fall – Risse zeigen.

Für Anleger bedeutet das: erhöhte Aufmerksamkeit ist geboten. Die Aktie hat in den vergangenen Monaten deutlich zugelegt und ist nicht mehr billig. Wer jetzt einsteigt, wettet auf die erfolgreiche Umsetzung der Expansionspläne. Das ist keine sichere Wette, aber eine mit attraktivem Chance-Risiko-Profil.

Die Analysten sehen weiteres Potenzial, der Markt honoriert die Strategie, das Management liefert. Freitag, der 13., mag für den breiten Markt ein Tag der Korrektur sein. Für Do & Co ist er ein Tag der Bestätigung. Attila Dogudan und sein Team haben offensichtlich nicht vor, auf Aberglauben zu hören. Sie kochen lieber – in immer mehr Küchen weltweit.

Dieser Artikel ist eine Added Value Version zu den Key-Insights einer Podcastfolge von audio-cd.at <http://audio-cd.at/> , aufgewertet durch Archivbausteine. Die hier veröffentlichten Gedanken/Schlüsse sind weder als Empfehlung noch als ein Angebot oder eine Aufforderung zum An- oder Verkauf von Finanzinstrumenten zu verstehen und sollen auch nicht so verstanden werden. Der Handel mit Finanzprodukten unterliegt einem Risiko. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren.

 


(13.02.2026)

BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Wiener Börse Party #1114: ATX schwächer, das komplette Programm des Aktientags morgen und Alles ist jetzt Anders




 

Bildnachweis

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Gegründet 1819 als die „Erste österreichische Spar-Casse“, ging die Erste Group 1997 mit der Strategie, ihr Retailgeschäft in die Wachstumsmärkte Zentral- und Osteuropas (CEE) auszuweiten, an die Wiener Börse. Durch zahlreiche Übernahmen und organisches Wachstum hat sich die Erste Group zu einem der größten Finanzdienstleister im östlichen Teil der EU entwickelt.

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    Der Freitag, der 13., gilt an den Börsen als statistisch harmlos. Doch während der ATX zur Mittagszeit um anderthalb Prozent nachgibt, sticht eine Aktie mit sattem Plus hervor: Do & Co. Das Wiener Catering-Imperium von Attila Dogudan schwimmt gegen den Strom – und das hat handfeste Gründe. Was der Gründer und CEO in einem Conference Call am Donnerstagnachmittag verkündete, liest sich wie ein Masterplan zur globalen Expansion. Sieben neue Gourmet-Küchen, zwölf Demel-Cafés, zwölf Henry-Gourmet-Shops und drei Restaurants. Dazu eine Wette auf die Türkei, die in der Branche ihresgleichen sucht.

    Die Frage, die sich Anleger stellen müssen: Ist das visionärer Weitblick oder gefährliche Überdehnung? Ein analytischer Blick auf die Strategie eines Unternehmens, das zwischen Airline-Catering und Wiener Kaffeehauskultur seine ganz eigene Nische gefunden hat.

    Die Expansionsoffensive: Mehr als nur Wachstum um des Wachstums willen

    Wenn Attila Dogudan Zahlen in den Raum wirft, dann tut er das nicht ohne Kalkül. Der gebürtige Wiener mit türkischen Wurzeln hat Do & Co von einem einzelnen Restaurant zu einem globalen Player im Premium-Catering-Segment aufgebaut. Die nun angekündigte Expansion wirkt auf den ersten Blick ambitioniert, folgt aber einer klaren Logik.

    Sieben neue Gourmet-Küchen in den USA, Europa und dem Mittleren Osten – das ist keine wahllose Streuung, sondern gezielte Positionierung in den lukrativsten Märkten der Airline-Catering-Branche. Die USA mit ihren Hub-Flughäfen, der Mittlere Osten mit seinen expandierenden Golf-Airlines und Europa als Heimatmarkt bilden das klassische Dreieck des internationalen Luftverkehrs. Wer hier präsent ist, sitzt an den Schalthebeln der Branche.

    Die zwölf neuen Demel-Cafés und ebenso vielen Henry-Gourmet-Shops zeigen eine zweite Stoßrichtung: Do & Co will nicht nur B2B-Caterer sein, sondern auch im direkten Endkundengeschäft wachsen. Die Marke Demel, jenes legendäre Wiener Kaffeehaus, das Do & Co 2002 übernahm, dient dabei als Türöffner in neue Märkte. Die Kombination aus österreichischer Tradition und internationalem Anspruch hat sich bereits in Asien bewährt, wo Demel-Filialen in Japan und anderen Ländern erfolgreich operieren.

    Drei neue Do & Co-Restaurants komplettieren das Bild. Sie dienen weniger als Umsatzbringer denn als Flaggschiffe, die das Qualitätsversprechen der Marke sichtbar machen. Ein Do & Co-Restaurant in einer Metropole ist immer auch ein Statement: Hier kocht die Firma, die auch in 30.000 Fuß Höhe Gourmet-Niveau liefert.

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    Die bemerkenswerteste Aussage aus dem Conference Call betrifft die Türkei. Turkish Airlines, einer der wichtigsten Kunden von Do & Co, plant die Verdopplung ihrer Flotte in den nächsten zehn Jahren. Für ein Catering-Unternehmen, das bereits jetzt eng mit der Airline zusammenarbeitet, ist das eine Einladung zum Mitfliegen.

    Die Zahlen sind beeindruckend: Turkish Airlines betreibt heute eine der größten Flotten weltweit und bedient mehr Länder als jede andere Airline. Der neue Mega-Flughafen Istanbul, 2019 eröffnet, wurde explizit als Drehkreuz zwischen Europa, Asien und Afrika konzipiert. Wenn diese Airline ihre Kapazitäten verdoppelt, dann verdoppelt sich theoretisch auch das Catering-Volumen.

    Für Dogudan, dessen Familie türkische Wurzeln hat, ist diese Partnerschaft mehr als nur ein Geschäft. Es ist eine strategische Symbiose, die auf persönlichen Beziehungen, kulturellem Verständnis und jahrzehntelanger Zusammenarbeit basiert. In einer Branche, in der Vertrauen und Zuverlässigkeit über Aufträge entscheiden, ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

    Kritiker mögen einwenden, dass die Abhängigkeit von einem einzelnen Großkunden riskant ist. Doch Do & Co hat diese Lektion längst gelernt und sein Portfolio diversifiziert. Die Expansion in die USA und den Mittleren Osten ist auch eine Absicherung gegen regionale Risiken. Sollte der türkische Markt schwächeln, stehen andere Standbeine bereit.

    FIFA 2026: Das Spiel um den größten Catering-Auftrag des Jahrzehnts

    Fast beiläufig erwähnt der Podcast eine Information, die für Do & Co von enormer Bedeutung sein könnte: Das Unternehmen ist im Rennen um das Catering bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026. Eine Entscheidung wird in den nächsten Wochen erwartet, wie Dogudan selbst im Call andeutete.

    Die WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada wird das größte Fußballturnier der Geschichte. Erstmals nehmen 48 Mannschaften teil, erstmals wird auf drei Länder verteilt gespielt. Die Dimension des Events ist beispiellos – und damit auch das Catering-Volumen.

    Do & Co bringt einschlägige Erfahrung mit. Das Unternehmen hat bereits bei früheren Großveranstaltungen geliefert und sich einen Ruf als zuverlässiger Partner für Premium-Events erarbeitet. Die Kombination aus Airline-Catering-Expertise und Event-Gastronomie macht Do & Co zu einem logischen Kandidaten.

    Ein Zuschlag hätte mehrere Effekte: kurzfristig einen massiven Umsatzschub, langfristig eine Referenz, die Türen öffnet. Wer die FIFA-WM beliefert hat, wird auch bei anderen Mega-Events auf der Shortlist stehen. Der symbolische Wert übersteigt den finanziellen möglicherweise sogar.

    Gleichzeitig birgt ein solcher Auftrag Risiken. Die logistischen Anforderungen sind enorm, die Margen im Event-Catering typischerweise geringer als im Airline-Geschäft. Ein Patzer auf der größten Bühne des Weltsports könnte dem Ruf nachhaltig schaden. Dogudan wird diese Kalkulation kennen – und trotzdem ins Rennen gehen.

    Die Aktie als Seismograph: Was der Markt über Do & Co denkt

    Mit einem Plus von 4,4 Prozent führt Do & Co am Freitag die Liste der Top-Performer im ATX an. In einer Woche, in der der Gesamtmarkt korrigiert, ist das ein starkes Signal. Der Markt honoriert offensichtlich die Expansionspläne und die Aussicht auf weitere Großaufträge.

    Die Analysten von Hauck & Aufhäuser (im Podcast als „New Ways" bezeichnet) haben sich die Aktie angesehen und ein Kursziel von 266 Euro ausgegeben. Bei einem aktuellen Kurs, der deutlich darunter liegt, signalisiert das erhebliches Aufwärtspotenzial. Die Kaufempfehlung bleibt bestehen.

    Interessant ist der Vergleich mit der BAWAG Group, die im selben Atemzug genannt wird. Die Deutsche Bank bestätigt dort ein Kursziel von 151 Euro. Beide Unternehmen, so unterschiedlich sie sind, profitieren vom aktuellen Börsenumfeld, das österreichische Titel begünstigt. Mit einem durchschnittlichen Tageshandelsvolumen von 300 Millionen Euro an der Wiener Börse – ein Rekordwert für 2026 – fließt reichlich Liquidität in den Markt.

    Die Wiener Börse selbst wird im Podcast als „Modethema" bezeichnet, und tatsächlich haben die vergangenen Quartale eine Renaissance des Handelsplatzes gebracht. Für Do & Co bedeutet das: mehr Aufmerksamkeit internationaler Investoren, höhere Liquidität in der Aktie und tendenziell steigende Bewertungen.

    Das Geschäftsmodell: Zwischen Luxus und Logistik

    Um die Expansionsstrategie von Do & Co zu verstehen, muss man das Geschäftsmodell kennen. Das Unternehmen operiert in drei Segmenten: Airline Catering, International Event Catering und Restaurants, Lounges & Hotel.

    Das Airline-Catering ist das Rückgrat des Unternehmens. Do & Co beliefert Premium-Airlines mit Bordverpflegung, die sich deutlich von der Massenware anderer Caterer unterscheidet. Frische Zutaten, aufwendige Zubereitung, ansprechende Präsentation – das kostet mehr, bringt aber auch höhere Margen. Airlines, die auf Differenzierung setzen, sind bereit, diesen Aufpreis zu zahlen.

    Das Event-Catering ergänzt das Portfolio um ein Geschäft mit anderen Zyklen. Während Airline-Catering relativ stabil ist, schwankt das Event-Geschäft mit dem Kalender der Großveranstaltungen. Formel-1-Rennen, Tennisturniere, Fußball-Weltmeisterschaften – Do & Co ist bei vielen dabei.

    Die Restaurants und Cafés schließlich dienen als Showrooms und Markenträger. Sie erwirtschaften Umsatz, aber ihre Hauptfunktion ist eine andere: Sie machen die Qualität von Do & Co erlebbar und schaffen Berührungspunkte mit Endkunden, die sonst nur als Airline-Passagiere in Kontakt kämen.

    Die angekündigte Expansion bedient alle drei Segmente. Die neuen Gourmet-Küchen stärken das Airline-Catering, die Demel-Cafés und Henry-Shops das Retail-Geschäft, die Restaurants die Markenwahrnehmung. Es ist ein integrierter Ansatz, der die Stärken des Unternehmens ausspielt.

    Attila Dogudan: Der Patron als Marke

    Man kann Do & Co nicht analysieren, ohne über Attila Dogudan zu sprechen. Der 1959 geborene Unternehmer hat das Unternehmen 1981 gegründet und seither zu dem gemacht, was es heute ist. Er ist Gründer, CEO und Großaktionär in Personalunion – eine Konstellation, die im ATX selten geworden ist.

    Dogudans Führungsstil ist legendär. Er gilt als detailversessen, anspruchsvoll und omnipräsent. Mitarbeiter berichten von unangekündigten Besuchen in Küchen weltweit, bei denen der Chef persönlich Qualitätskontrollen durchführt. Diese Hands-on-Mentalität prägt die Unternehmenskultur und unterscheidet Do & Co von Konzern-geführten Wettbewerbern.

    Für Anleger ist diese Personalisierung Chance und Risiko zugleich. Einerseits garantiert Dogudan Kontinuität und strategische Klarheit. Andererseits stellt sich die Nachfolgefrage: Was passiert, wenn der heute 66-Jährige eines Tages abtritt? Das Unternehmen hat bisher keine öffentliche Antwort auf diese Frage gegeben.

    Die Expansion, die jetzt angekündigt wurde, trägt Dogudans Handschrift. Sie ist ambitioniert, aber nicht übermütig. Sie setzt auf bewährte Stärken, erschließt aber neue Märkte. Sie balanciert Risiko und Chance in einer Weise, die für den erfahrenen Unternehmer typisch ist.

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    Do & Co steht vor einem Jahr der Weichenstellungen. Die FIFA-Entscheidung wird in den nächsten Wochen fallen. Die Expansion in neue Märkte wird konkrete Formen annehmen. Die Partnerschaft mit Turkish Airlines wird sich vertiefen oder – im ungünstigsten Fall – Risse zeigen.

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