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20.10.2021

Papier ist ungeduldig. Wir sind gerade von Inflationstreibern umzingelt. Kratzen uns am Kopf wie wir den steigenden Preisen bei Gas, Öl, Strom, Miete, Getränke, Fahrzeug oder Spaghetti ausweichen oder ihnen begegnen sollen und fragen uns, wo denn der nächste Kandidat im Dunkeln schlummert der uns mit steigenden Kosten den Tag verdirbt. Wasser wird es in Österreich nun doch nicht werden aber Papier hat gute Chancen. Uns geht nämlich gerade eben jenes aus, und das hat Gründe.

Da sind einmal die Pandemie und ihre Folgen. Der Onlinehandel boomt und die Verpackungshersteller grinsen um die Wette. Nur, auch deren Smilies bremsen sich gerade ein, weil der Rohstoff für diese Verpackungen, zumeist Altpapier, mittlerweile seltener und damit auch teurer wird. Und bei Kunden wie Amazon werden Preisverhandlungen über Verpackungsmaterialien erwartungsgemäß hart geführt. Preisanpassung nach Oben schwierig. Was bleibt ist der Konsument der mehr zahlen muss.

Die positive Konjunktur spielt aber auch eine Rolle im Papierzirkus. Die gute Entwicklung lockt wieder Inserate in die Printmedien, genauso wie das Anbot beim Lebensmitteldiskonter ums Eck via Postwurfsendung in die Haushalte getragen werden muss. Ein Berg an Prospekten, der ins Freie an uns Alle drängt. Erhöht den Haufen, bringt aber keine Entlastung bei Preisen weil die erhöhte Sammlung von Altpapier auch auf erhöhte Nachfrage stößt und derzeit nie genug sein kann.

Ein Faktor ist auch eine generell gesunkene Produktion von „Papier“. Etliche Produzenten sind die letzten Jahre ausgestiegen oder werden dies jetzt, bei den gestiegenen Energiekosten ziemlich sicher zumindest in die Planung einbeziehen. Gleichzeitig saugt China den Markt leer, das Motto „es darf im Inland kein Rohstoffmangel herrschen“, ist sowieso global chinesisch geprägt, und wo kein Altpapier mehr zu bekommen ist werden eben Bäume gefällt. Kein Wunder, dass Chinas Ressourcen bereits zu 70% aus Frischzellstoff befriedigt werden.

Und last but not least sorgt die Klimapolitik selbst für eine Verschärfung der Situation. Weil die politisch ermunterte Nachfrage nach Recycling-Papier oder -Karton nicht erfüllt werden kann steigen munter die Preise. Mittlerweile sind 200 Euro / Tonne Altpapier erreicht. Juppidu. Wer Grün sein will, muss sich das auch leisten können.

Im Papiergeschäft ist man mittlerweile zwischen Skylla und Charybdis angekommen. Entweder man folgt seinem grünen Herz und rettet den Planeten via Recycling, oder man geht immer mehr Online, weicht auf energieverbrauchende Informationslieferung aus (Ansehen und Lesen allein ist es ja nicht, es muss gespeichert, übertragen und dokumentiert werden, und manchmal auch aufwendig gelöscht) und belastet die Sozialtangente zusätzlich weil ja online viele soziale Zwischenschritte wegfallen.

Wir am Kapitalmarkt können uns aber nicht zurückziehen, wir müssen den Weg durch diesen Engpass finden. Einerseits sollen wir nachhaltig investieren, andererseits aber auch Effizienz belohnen. An den Märkten wird gerade diese Effizienz durch Kursanstiege genau der vermeintlich „Bösen“ Energie und Rohstoffunternehmen bezahlt. Als InvestorIn kann man diese Entwicklung als „natürliche Absicherung“ verstehen, weil man gegenüber steigenden Basiskosten mit steigenden Aktienkursen gepuffert wird. Dem normalen Konsumenten gelingt dies aber seltener. Er hat die Alternative, günstig zu konsumieren ohne grünes Gewissen, oder teurer mit. Nachdem unsere finanziellen Ressourcen nicht wie bei Notenbanken endlos sind bleibt somit nur die Frage ob Konsumverzicht oder nicht. Auch grüne Katzen beißen sich manchmal in ihre Schwänze.

Nur damit es am Ende nicht noch gar überraschte Gesichter gibt.

(Der Input von Wolfgang Matejka für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 20.10.)


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