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Fehlendes Bekenntnis zur Straße gefährdet 23.000 Arbeitsplätze

05.10.2022, 4235 Zeichen
Wien (OTS) - Die Investitionen für die Instandhaltung von Österreichs Straßen sind rückläufig. Die öffentliche Hand setzt damit die Schlagkraft des Standorts aufs Spiel und gefährdet 23.000 Arbeitsplätze in Österreich, so die aktuelle ECONOMICA-Studie, erstellt im Auftrag der GSV.
Straßen und Brückenbauwerke sind in Österreich ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Sie sind von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung, denn sie sind nicht nur wichtig für die Mobilität von Menschen und den Transport von Gütern, sondern auch wertvolle Infrastruktur und Backbone für den Standort Österreich. 126.000 Kilometer Straßeninfrastruktur müssen laufend erhalten werden. „Gehen die Aufwendungen für die Instandhaltung von Straßen und Brücken weiter so stark zurück wie zuletzt, sind in den kommenden Jahren rund 23.000 Arbeitsplätze gefährdet“, so das Ergebnis der aktuellen Studie des ECONOMICA-Forschungsinstituts „Volkswirtschaftliche Bedeutung des österreichischen Straßennetzes“, die die gesamtwirtschaftliche Bedeutung von Straßen in Österreich analysiert. Die Straße ist ein zentraler Produktionsfaktor für die österreichische Wirtschaft, die das hohe Wohlstandsniveau in unserem Land mitträgt. Die Straße gilt zudem als unverzichtbare Basis für den Umweltverbund (Öffentlicher Verkehr, Radfahrer, Fußgänger) und Zubringer zur Schiene, zu Flughäfen oder zu Wasserstraßen.
Zwtl.: Fehlende Zweckbindung reißt Löcher auf
In den vergangenen Jahren zeigte sich folgender Trend: Es stehen weniger Straßenkilometer zur Verfügung, gleichzeitig steigt deren Beanspruchung. Seit der Jahrtausendwende sinken die Investitionen in Erhalt und Ausbau der Straßeninfrastruktur. Erschwerend kommt hinzu, dass Straßen seit dem Wegfall der Zweckwidmung der Mineralölsteuer im Wettstreit mit anderen wichtigen Budgetposten stehen – wie etwa sozialen Einrichtungen. Durch die Abnützung leidet der Zustand der Straße enorm. „Wir beobachten eine rückläufige Investitionsbereitschaft der öffentlichen Hand, die auch zu Lasten der Verkehrssicherheit geht und letztlich auch massive Auswirkungen auf die Wirtschaft haben kann“, warnt Dipl.-Ing. Mario Rohracher, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (GSV). Wer rechtzeitig saniert, senkt die Instandhaltungskosten. Wer nicht investiert, der muss mittelfristig neu bauen, so die Warnung.
Zwtl.: Bedrohte Brücken
Noch kritischer ist das Ausfallen von Brückenbauwerken. In der Regel sind damit massive Verkehrsprobleme verbunden. Für Verkehrsteilnehmer in Wien war zuletzt die Franzensbrücke gesperrt. Was auf die Verkehrsteilnehmer in etwa drei Jahren zukommt ist die Generalsanierung der Luegbrücke auf der Brennerautobahn. Ab 2025 wird die Brücke in jede Richtung nur noch einspurig befahrbar sein. Das Verkehrschaos ist vorprogrammiert. „Bei Brücken besteht dringender Handlungsbedarf“, sagt Rohracher. Welch dramatische Folgen die Sperre einer Autobahnbrücke haben kann, zeigt sich aktuell im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen: Wegen einer gesperrten A45-Brücke verzeichnet das Klinikum Lüdenscheid eine Zunahme an Kündigungen seiner Beschäftigten. Die Verkehrssituation kann sogar zu einem Engpass bei der medizinischen Versorgung führen. Ein alarmierendes Beispiel aus der Praxis: Vier Prozent der rund 17.000 österreichischen Brücken sind mangelhaft oder in schlechtem Zustand. Jedes zweite Brückenbauwerk ist 40 Jahre alt oder älter.
Zwtl.: Forderungen
„Wir fordern Investitionen in der Größenordnung von mehr als 800 Millionen Euro pro Jahr“, sagt Rohracher. Denn jeder investierte Euro in die Straßenerhaltung löst weitere 90 Cent an Investitionen aus, rechnet Helmenstein vor. Nutznießerin ist letztlich nicht nur die Allgemeinheit, sondern vor allem auch die öffentliche Hand. Denn von den Gesamtinvestitionen in der Größenordnung 1,1 Milliarden Euro fließen rund 300 Millionen Euro an sie zurück.
Zwtl.: Über die GSV – Die Plattform für Mobilität
Die GSV (Österreichische Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen) ist eine Plattform aller Verkehrsträger (Straße, Schiene, Wasserstraße, Luftfahrt, Pipelines) sowie bedeutender Verkehrsinfrastruktur-Errichter und -Betreiber und setzt sich für eine nachhaltige, multimodale und leistbare Verkehrsinfrastruktur ein. [www.gsv.co.at] (https://www.gsv.co.at/)

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