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Nein zu einem Pfandsystem, das niemandem nützt!

06.08.2020
Salzburg (OTS) - Verstärktes Recycling und das Zukunftskonzept Kreislaufwirtschaft sind wichtig. „Aber das muss anders gehen, als die Betriebe mit einem enorm aufwendigen und bürokratischen Pfandsystem zu belasten“, stellt WKS-Präsident Peter Buchmüller zu den jüngsten Plänen fest, in Österreich ein Pfandsystem für Getränkegebinde etablieren zu wollen.
„Das ist der x-te Versuch, im Recycling-Bereich ein gutes Ziel mit schlechten Mitteln erreichen zu wollen“, erklärt Buchmüller zu den Bemühungen der Klimaschutzministern Gewessler, ein Pfandsystem für Getränkegebinde aus Kunststoff einzuführen, um abfallpolitische Ziele zu erfüllen. „So geht das mit Sicherheit nicht, dem Handel ein 60 Mill. € teures Belastungspaket umzuhängen, das letztlich keinem nützt“, warnt Buchmüller vor den Konsequenzen für Wirtschaft und Konsumenten.
Ein Pfandsystem, das der Handel abzuwickeln hätte, würde für viele kleine Händler aufgrund der Kosten und des Logistikaufwandes das Ende bedeuten. Viele haben auch gar nicht ausreichend Platz dafür. Schon jetzt ist die Situation der kleinen Lebensmittelhändler (unter 250 m² Verkaufsfläche) sehr schwierig: Laut einer Studie schreiben sie im Durchschnitt Verluste in Höhe von 1.139 € pro Jahr. Der durchschnittliche Jahresumsatz beträgt nur 670.000 €, im Schnitt würde die Pfandeinführung jedoch jährliche Kosten in Höhe von 10.432 € pro Standortverursachen. Die Einführung eines Einwegpfands würde zu weiteren durchschnittlichen Verlusten von 1,73% des Netto-Umsatzes führen. „Wer hier dennoch Pfandsysteme einführen möchte, verleiht der Nahversorgung in den Regionen den Todesstoß“, warnt Buchmüller.
Zwtl.: Ausnahmen bringen nichts
Die kleinen Händler aus einem Pfandsystem auszunehmen, käme jedoch einer Wettbewerbsverzerrung gleich, weil dann Konsumenten nur mehr dort einkaufen, wo sie das Einwegpfand auch einlösen können. Das heißt: Die kleinen Geschäfte verlieren Kundenfrequenz und Umsatz – und kommen auch dann unter die Räder.
Auch für die Konsumenten verschlechtert sich die Lage: Die bisherige Sammelstruktur (z. B. rund 2 Millionen Rückgabemöglichkeiten für geleerte Getränkeplastikflaschen) wäre bei einem Pfandsystem überflüssig oder würde sich stark verringern, d. h. Konsumenten müssen weitere Wege zur Abgabe ihrer Verpackungen zurücklegen. Das würde das „Littering“ (das Entsorgen am Straßenrand) eher fördern als abbauen.
Hinzuweisen ist darauf, dass die Sammelquoten mit 70% (im Österreich-Schnitt) schon jetzt fast so hoch sind wie in Ländern mit Pfandsystem. Auch beweisen Bundesländer wie Tirol oder Vorarlberg, die fast 90% an Sammelquoten erreichen, dass es auch ohne Pfandsystem geht. „Österreich ist schon sehr gut unterwegs. Daher sind Maßnahmen, wie sie nun die WKÖ in ihrem Konzept für eine forcierte Kreislaufwirtschaft vorschlägt, der weit bessere Weg, die Recycling-Quoten zu erhöhen, als die Wirtschaft ausgerechnet in der Corona-Krise zusätzlich zu belasten!“
Die Wirtschaftskammer setzt daher auf den Ausbau des Sammelsystems für Haushalte und Unternehmen, auf verstärkte Bewusstseinsbildung gegen das „Littering“, und neben anderen Maßnahmen auch auf eine bessere Aussortierung von Wertstoffen im erforderlichen Ausmaß. Peter Buchmüller: „In die bestehenden Sammelstrukturen wurden über die Jahre enorme Summen investiert. Diese jetzt wieder abzubauen, wäre absurd, sondern machen wir sie besser und wirksamer. Eine Kreislaufwirtschaft mit Pfandsystem ist für viele Betriebe jedoch nur eine Einbahnstraße in Richtung Schließung!“
 

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