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Österreichischer Handel ist Vorreiter bei der freiwilligen Reduktion von Lebensmittelabfällen

21.09.2019
Wien (OTS) - Ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel geht laut Schätzung der Vereinten Nationen verloren, wobei die Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette stattfindet: Produktion, Vertrieb, Konsumation – in Restaurants, Geschäften und vor allem im privaten Umfeld.
Freiwillige Weitergabe an Sozialeinrichtungen in Österreich gelebte Praxis
"Lebensmittel sind zu kostbar, um weggeworfen zu werden. Daher unterstützt der heimische Handel freiwillige Initiativen wie 'Lebensmittel sind kostbar', um die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und die Weitergabe an Sozialorganisationen aktiv zu fördern. Supermärkte in ganz Österreich geben nicht mehr verkäufliche, aber noch genießbare Lebensmittel an Tafeln und andere Sozialeinrichtungen weiter. Maßnahmen, die in anderen europäischen Ländern gesetzlich vorgeschrieben werden mussten, sind in Österreich seit vielen Jahren gelebte Realität", erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.
Eine entscheidende Säule im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung ist die Weitergabe an Sozialeinrichtungen. Mittlerweile werden laut BMNT pro Jahr 12.250 Tonnen Lebensmittel vom Handel an Sozialorganisationen gespendet. Darüber hinaus werden 10.000 Tonnen an nicht mehr verkäuflichen Lebensmitteln zur Futtermittelherstellung verwertet. Österreich ist damit im internationalen Vergleich ein absolutes Vorzeigeland. Lebensmittelgeschäfte, in deren Umgebung es eine Tafel, einen Sozialmarkt oder eine andere entsprechende Initiative gibt, arbeiten mit diesen zusammen – freiwillig, effizient und ohne gesetzlichen Zwang.
Deponierungsverbot für organische Abfälle seit 2004 in Kraft
Gesetzliche Regelungen wie in Frankreich und Tschechien, wo Lebensmitteleinzelhändler unter bestimmten Rahmenbedingungen gesetzlich verpflichtet wurden, überlagerte Lebensmittel an karitative Organisationen abzugeben, haben sich hingegen als weitgehend ineffizient und kontraproduktiv herausgestellt. Vielfach fallen große Mengen an Warenspenden in teils fragwürdiger Qualität an, welche von den Sozialeinrichtungen trotzdem übernommen und verteilt werden müssen. Fehlen den karitativen Einrichtungen die erforderlichen Lager und Transportmittel, ergeben sich in der Praxis weitere Probleme.
Darüber hinaus gibt es in Österreich – im Gegensatz zu Frankreich – bereits seit 2004 ein Deponierungsverbot für organische Abfälle, demzufolge Lebensmittel biologisch verwertet werden müssen.
"Eines ist klar: Es braucht zusätzliche Anreizmodelle seitens der Politik, eine Vereinfachung der Lebensmittelweitergabe und Logistik sowie eine Verbesserung des in Österreich bewährten Fünf-Stufen-Prinzips. Neue Gesetze können hingegen wenig bewirken, zumal ein Großteil der Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten anfällt. Laut Greenpeace stammen 42% der heimischen Lebensmittelabfälle im Rest- und Bio-Müll aus Haushalten, aber nur 5% aus dem Handel", so Rainer Will.
Entscheidend ist, die Lebensmittelverschwendung dort zu bekämpfen, wo sie tatsächlich passiert. Eine deutliche Reduktion wäre vor allem in den privaten Haushalten möglich. Hierzu braucht es entsprechende Anreize und Sensibilisierungsmaßnahmen beim Endverbraucher. Nur so kann das Ausmaß der Lebensmittelabfälle bis 2025 um 30% reduziert und bis 2030 halbiert werden.
 

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