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Teuerung nimmt weiter zu: Inflation erreicht mit +7,2% höchsten Stand seit 1981. Bundesregierung muss jetzt handeln

18.05.2022, 3415 Zeichen
Wien (OTS) - Im April ist die Inflationsrate laut Statistik Austria auf +7,2% angestiegen und hat damit das höchste Niveau der letzten 40 Jahre erreicht. Die Krisenherde in der Ukraine und die pandemiebedingten Kapazitätseinschränkungen in China (insb. Shanghai) wirken immer stärker auf die Preisentwicklung in ganz Europa.
Nahrungsmittel haben sich hierzulande im April durchschnittlich um +8,4% verteuert, deutlich mehr als noch im März (+5,8%). Wie vom Handelsverband prognostiziert, betrifft die aktuelle, zweite Teuerungswelle insbesondere Fleisch (+10,7%), Öle (+18,2%), Gemüse (+10,1%) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (+8,2%). Milch, Käse und Eier haben sich um +6,9% verteuert.
Teuerung bei Lebensmitteln nach Produktgruppen (April 2022):
Öle, Fette: +18,2%\nKaffee: +11,4%\nFleisch: +10,7%\nGemüse: +10,1%\nAlkoholfreie Getränke: +9,6%\nLimonaden: +8,7%\nBrot / Getreideerzeugnisse: +8,2%\nMilch, Käse, Eier: +6,9%\nObst: +6,9%\nZwtl.: Wahre Preistreiber bleiben Energie, Verkehr & Wohnen
Noch weit höher sind die Preise allerdings mit +28,8% für Haushaltsenergie bzw. mit +17,7% für Verkehr gestiegen. Auch für den Bereich Wohnung, Wasser und Energie (+9,4%) mussten die heimischen Verbraucher:innen zuletzt deutlich tiefer ins Geldbörsel greifen. Besorgniserregend stimmt überdies die Teuerung im Großhandel, die im April mit +26% einen neuen Rekordwert erreicht hat. Dieses Segment gilt auch als Frühindikator für weitere Preisentwicklungen bei den Verbraucherpreisen, denn so teuer kauft der Einzelhandel bereits jetzt ein. Klar ist: Solche Kostentreiber können nicht dauerhaft nicht bzw. nur zu einem Drittel an die Konsument:innen weitergegeben werden.
Zwtl.: Hohe Inflation frisst Kaufkraft der Bevölkerung: 1/3 muss sich finanziell einschränken!
Die stark steigende Inflation macht sich mittlerweile auch im Einkaufsverhalten der Österreicher:innen bemerkbar. Laut Handelsverband-Erhebungen und einer aktuellen JKU-Studie muss sich bereits fast ein Drittel der Menschen beim Shoppen deutlich finanziell einschränken, drei Viertel der Kund:innen achten zurzeit verstärkt auf Rabattaktionen. In den heimischen Supermärkten verzeichnen günstige Eigenmarken zweistellige Zuwächse.
"Die hohe Inflation frisst die Kaufkraft der Bevölkerung. Wir haben mittlerweile 1,29 Millionen Armutsgefährdete im Land und ein Drittel der Menschen muss sich beim Einkauf deutlich einschränken. Daher ist die Bundesregierung gefordert, jetzt dringend Taten zu setzen. Es müssen strukturelle Maßnahmen gesetzt werden, um die Teuerung zu bremsen und die Kaufkraft der Österreicher abzusichern", appelliert Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will an die politischen Entscheidungsträger:innen.
Das erste 4 Milliarden Euro Energiepaket muss jetzt um ein Anti-Teuerungs-Paket erweitert werden. Der Handelsverband empfiehlt folgende drei Maßnahmen:
Abschaffung der kalten Progression oder Anhebung der unteren beiden Lohn- und Einkommensteuerstufen. Diese sollte bereits mit Wirksamkeit zum 1. Juli erfolgen, um die Bürger:innen angesichts der Teuerung schnellstmöglich zu entlasten.\nMehrwertsteuer-Senkung auf Energie. Es muss bei den tatsächlichen Preistreibern angesetzt werden. Staatliche Abgaben und Steuern in diesem Bereich sollen der Bevölkerung zurückgegeben werden.\nDeutliche Senkung der Lohnnebenkosten, damit die Leistbarkeit der Einstellung von Beschäftigten für Unternehmen verbessert wird und damit deren Krisenfestigkeit.\n

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