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TIROLER TAGESZEITUNG, Leitartikel: "Licht in das dunkle Signa-Reich", von Max Strozzi

29.11.2023, 2797 Zeichen
Innsbruck (OTS) - Rund um die historische Pleite von René Benkos Signa Holding wird noch vieles aufzuarbeiten sein, wie die Verflechtung mit der Politik oder die Rolle der Eigentümer und Geldgeber. Man kann gespannt sein, was noch ans Tageslicht kommt.
So schnell steht man als Liebling der Nation im Abseits. Vor wenigen Jahren durfte René Benko noch mit Ex-ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz als Teil von dessen Entourage zu diversen Öl-Scheichs jetten. Auch zur Übernahme der Kika/Leiner-Gruppe wurde ihm der rote Teppich ausgerollt. In Deutschland wurde der mutmaßliche Retter der Karstadt/Kaufhof-Kette zunächst umarmt, die Rettung blieb in weiten Teilen aus. Jetzt, wo der Putz von der Signa-Gruppe bröckelt und langsam der Blick hinter die blendend glänzende Fassade des milliardenschweren Konzerns frei wird, geht man auf Distanz. Er sehe kein Politikum, sagte ÖVP-Kanzler Karl Nehammer über den gestrigen Insolvenzantrag der Signa-Dachgesellschaft, alles nur ein Fall für den Insolvenzrichter. So ist’s halt im Wirtschaftsleben, mal geht’s rauf, dann wieder runter. Und Hauptsache, den Banken passiert nicht allzu viel, ergänzte der grüne Vizekanzler Werner Kogler sinngemäß. Im Fall von Benkos Signa-Imperium kam vor dem Absturz der von viel Skepsis begleitete, rasante Aufstieg zu einem großen Mitspieler beim europäischen Immobilien-Monopoly. Es war ein sehr riskantes Hasardieren mit billigem Geld, hohen Immobilienbewertungen, sehr optimistischen Miet-Erwartungen. Das Ganze eingebettet in ein intransparentes Geflecht aus Hunderten Firmen von Innsbruck bis Luxemburg, bei dem niemand weiß, welche Gelder möglicherweise innerhalb des Konzerns wohin geflossen sind. Versuche, sich von außen ein genaues Gesamtbild über Benkos Signa zu verschaffen, waren bisher zum Scheitern verurteilt. Es wird spannend sein zu sehen, was das Insolvenzgericht hier ans Tageslicht bringen kann. Die Insolvenz der Signa Holding ist die größte Pleite der österreichischen Wirtschaftsgeschichte. Rund um Signa wird noch vieles aufzuarbeiten sein. Die Verflechtung mit politischen Wegbegleitern – angefangen bei Ex-SPÖ-Kanzler und Benko-Intimus Alfred Gusenbauer bis zu Ex-ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz – ebenso wie die Rolle der Geldgeber, Eigentümer und Aufseher, die bei dem riskanten Immobilien-Spiel jahrelang am Tisch saßen und – anders als es Außenstehenden möglich war – bestens über Signas Geschäftsgebaren und die prekäre Lage informiert gewesen sein müssen. Wer wusste worüber wann Bescheid? Wann läuteten die Alarmglocken? Bei Signa geht es nicht nur um Geld von ein paar Superreichen. Ein Kollaps hat das Potenzial, nicht nur in den Bankbilanzen tiefe Spuren zu hinterlassen, sondern auch in Innenstadt-Metropolen. Und es kann Hunderte Gläubiger, Baufirmen und damit auch Tausende betroffene Beschäftigte mit in den Abgrund reißen.

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