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Umfrage: Österreicher im Home Office zufrieden

03.06.2020
Wien (OTS) - Es war wohl das größte ungeplante Experiment aller Zeiten: In den vergangenen Wochen haben hunderttausende Österreicher ihren Arbeitsplatz vom Büro in die eigenen vier Wände verlegt. Insgesamt fühlen sich die Österreicher im Home Office wohl, zeigt eine Umfrage von StepStone Österreich – auch wenn das eigene Büro so seine Vorteile hat.
Zwtl.: Österreicher mit Home Office zufrieden
Insgesamt zeigen sich die Österreicher mit der Arbeit im Home Office zufrieden: Mehr als die Hälfte (53%) fühlt sich im Home Office wohler als gedacht. Man könne Arbeit und Privatleben harmonischer abstimmen (49%) und mehr Arbeit bewältigen (41%). Entsprechend würden zwei von drei Arbeitnehmern (64%) auch nach der Krise gern verstärkt im Home Office arbeiten.
Die schöne neue Arbeitswelt hat aber auch Schattenseiten: So geben 42% aller Umfrageteilnehmer an, mehr zu arbeiten, ein weiteres Drittel (34%) macht seltener Pausen. Für manche Befragten ist es im Home Office auch schwieriger, nach der Arbeit abzuschalten – „Arbeit und Privatleben verschwimmen mehr miteinander“.
Zwtl.: Gearbeitet wird, wo es gerade geht
Gut jeder Dritte (36%) findet es auch anstrengend, ausschließlich über digitale Wege zu kommunizieren. Und 19% befürchten gar gesundheitliche Probleme durch die ausschließliche Arbeit von zu Hause aus. „Den wenigsten steht im Home Office ein ergonomischer Arbeitsplatz zur Verfügung“, kommentiert StepStone-Studienleiterin Barbara Oberrauter-Zabransky. „Hier überwiegen die Vorteile eines klassischen Büroarbeitsplatzes.“
Wie sich zeigt, hat nur die Hälfte aller Befragten (43%) im Home Office einen eigenen Büroraum zur Verfügung. Die anderen teilen sich auf Wohnzimmer (33%), Küche (9%) und Schlafzimmer (8%) auf. Aber auch der Rest des Hauses wird genutzt, zeigen die Antworten einzelner Befragter: „Das geht vom Kellerstüberl über ehemalige Kinder- oder Gästezimmer bis hin zu Terrassen, Wintergärten oder ‚überall in der Wohnung, wo gerade Ruhe ist‘“, berichtet Oberrauter-Zabransky.
Zwtl.: Kinder als zusätzliche Belastung im Home Office
Kinder im Haushalt stellen bei der Arbeit im Home Office in den meisten Fällen eine zusätzliche Herausforderung dar, zeigt die Umfrage: Zum einen zeigen Arbeitgeber kaum Verständnis für die Betreuungsaufgaben, die nebenbei zu erledigen sind (78%). Zum anderen fühlen sich 17% stark gestresst durch die Herausforderung, Kinderbetreuung und Arbeit zu kombinieren. „Es ist schwieriger, familiäre und dienstliche Aufgaben strikt zu trennen“, bekennt etwa eine Befragte. „Gedanklich bin ich mehr bei der Arbeit.“
Auch technisch sind weit nicht alle Arbeitnehmer auf die reine Arbeit von zu Hause aus eingerichtet, zeigt die Umfrage: 42% aller Befragten geben an, ganz oder teilweise mit ihren privaten Geräten arbeiten zu müssen – „ein Problem nicht nur aus datenschutzrechtlicher Sicht“, so Oberrauter-Zabransky. Immerhin einem Drittel (31%) werden Soft- und Hardwarekosten für die Zeit im Home Office erstattet, bei 16% beteiligt sich der Arbeitgeber an anfallenden Kosten für das Internet zu Hause.
Zwtl.: Home Office – Das sagen die Österreicher
Vorteile:
„Ich habe schon vorher auch im Home Office gearbeitet. Möchte es aber in Zukunft noch verstärkt beibehalten. Work Life Balance ist so leichter.“\n„Es bleibt viel mehr Zeit zum Leben (Keine Anreise, kein Überlegen was man anzieht). Man ist daheim flexibler.“\n„Spare mir Fahrt ins Büro, ist daher wie Netto-Gehaltserhöhung -kein Spritverbrauch.“\n„Man hat mehr Ruhe, die täglichen Arbeiten zu erledigen“\n„Erlebe die Zeit als gute Herausforderung“\n„Die erste Firma, die mir 100% Homeoffice anbietet, bekommt den Zuschlag. Nie wieder Großraumbüro!“\n„Homeoffice klappt extrem gut, obwohl dringende komplexe Projekte zu leiten sind. Das war meine schönste Zeit bisher im Berufsleben.“\n Nachteile:
„Es gibt kein ‚Ende‘ - es fehlt das Nachhause gehen und -kommen.“\n„Ich will wieder die strikte Trennung zwischen Arbeit und Privatleben. Die derzeitige Situation ist extrem stressig!“\n„Immer zu Hause sitzen beeinflusst die Moral negativ“\n„Wenn die ganze Familie am Esstisch arbeiten und lernen soll, ist das eine große mentale Belastung für die ganze Familie“\n„Der direkte Austausch (face to face) fehlt in manchen Terminen! Das ständige Gefühl, man sollte erreichbar sein (auch, wenn es eigentlich niemand verlangt), kostet viel Energie.“\n„Unkontrollierte Toolflut“\n„Mir fehlen die Kollegen und das Fachsimpeln“\n„Katastrophale Situation! Hoffentlich wird sich nie mehr wiederholen! Ich brauche Kundenkontakte, mein Arbeitsplatz und die Trennung zwischen Beruf und Freizeit.“\n„Auf längere Frist fehlt die Abstimmung und Ideenfindung mit den Kollegen, die im Büro einfacher ist.“\n Zur Studie: StepStone Österreich zählt zu den führenden Recruiting-Unternehmen Österreichs und führt laufend Studien zu den Themen Employer Branding, Recruiting und Personalmanagement durch. Für die vorliegende Studie wurden im April 2020 rund 1.700 ArbeitnehmerInnen aus ganz Österreich online befragt, davon 670 im Home Office. Die Zitate sind anonymisierte Aussagen einzelner Umfrageteilnehmer.
 

Aktien auf dem Radar:Semperit, Frequentis, Marinomed Biotech, Warimpex, Palfinger, Amag, voestalpine, AMS, Addiko Bank, AT&S, Zumtobel, DO&CO, Bawag, SBO, S Immo, OMV, Beiersdorf, Bayer, Wirecard, Deutsche Boerse, Fresenius Medical Care, Tesla, Österreichische Post, Strabag.


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