12.04.2016, 1296 Zeichen
Jochen Stanzl, 12. April 2016
Die US-Berichtssaison hat begonnen. Um ein Viertel könnten die Bankengewinne wegen Verlusten im Ölsektor auf Jahresfrist eingebrochen sein. Da ist es wenig verwunderlich, dass der S&P 500 Index in eben diesem Zeitraum auf der Stelle tritt. Ohne Impulse von der Wall Street dürfte es auch für den DAX schwer werden, die 10.000-Punkte-Marke nachhaltig zu überwinden.
Die Umlaufrendite in Deutschland ist erstmals auf Null gesunken. Das bedroht das Geschäftsmodell der Banken und Versicherer. Die Jagd nach Rendite ist nun vollends entbrannt. Anleger gehen auf der Suche nach Rendite immer stärker ins Risiko. Das geht so lange gut, bis wieder irgendwo ein Markt explodiert. Wenn alle Investoren dann aus der gleichen Tür zum Ausgang rennen, haben wir die nächste Krise.
Ein sinkender US-Realzins sowie Zweifel an der Nachhaltigkeit der Aktienrally an der Wall Street helfen derweil dem Goldpreis. Eine Umfrage aus Japan zeigt, dass die Inflationserwartungen weiter gesunken sind. Sie sind nun sogar tiefer als zu Beginn der Abenomics vor drei Jahren. Die Grenzen der Sinnhaftigkeit unkonventioneller Geldpolitik sind erreicht, ohne dass jemand weiß, woher die Wachstumstreiber von morgen kommen sollen. Das führt zu einer allgemeinen Resignation am deutschen Aktienmarkt.
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