04.07.2016, 2843 Zeichen
Und wieder ist der Brexit ein bestimmendes Thema, das Einfluss auf die Bewegungen des Aktienmarktes hat. Aber nicht nur Aktien reagieren auf Nachrichten aus dieser Richtung. Ängste vor Unsicherheit führen auch immer wieder zu Nachfrage in Gold und Silber. Silber konnte zum Wochenauftakt nun auch über die Marke von 21 US-Dollar ansteigen und erreichte damit den höchsten Stand seit 2014. Und auch der Goldpreis konnte mittlerweile den seit 2012 bestehenden Abwärtstrend klar überwinden. Nun ergibt sich bei rund 1.400 US-Dollar noch einmal eine schwach ausgeprägte Trendlinie, die sich aus dem Allzeithoch von 2011 und dem Zwischenhoch von Ende 2012 zusammensetzt. Man darf also gespannt sein, ob auch diese Hürde genommen wird. In diesem Fall rücken allmählich wieder die Höchststände von 2012 und 2011 bei rund 1.900 US-Dollar ins Blickfeld!
Der Grund für die Nachfrage nach „sicheren Häfen“?
Dies ist relativ einfach: Unsicherheit! Gepaart mit dem Umfeld der unglaublich expansiven Geldpolitik, ergibt sich zudem ein Mangel an wirklich attraktiven Investment-Alternativen. „Betongold“ war ebenfalls eine Anlageform, die gerne mit der Eigenschaft „sicher“ erworben wurde. Nur leider sind die Preise hierzulande in den letzten Jahren derart nach oben geschossen, dass man schon genau nachrechnen sollte, ob sich ein solches Investment noch lohnt. Während aber Immobilien noch eine „Dividende“ in Form einer Miete abwerfen, gibt es bei einer Anlage in Edelmetalle nur die reine Kurssteigerung. Auch wenn Edelmetalle ihren Platz in einem gut strukturierten Portfolio haben sollten, sollte man sich doch Gedanken über das Gewicht dieser „Krisenwährung“ machen. Denn bereits im Zuge der Edelmetall-Euphorie im Jahr 2011 zeichnete sich eine entsprechend korrigierende Bewegung ab. Davon sind wir bei Gold und Silber momentan zwar noch entfernt, wenn die Kursziele aber wieder fünfstellig werden, sollte man evtl. darüber nachdenken, die Gewichtung etwas zu reduzieren.
If you have a doubt, stay out!
Eine alte Börsenregel, die durchaus nicht zu verachten ist. Wenn man Zweifel hat, soll man der Börse fernbleiben. Dies hat ganz besonders heute noch seine Gültigkeit, da in unsicheren Zeiten zwar teilweise kurzfristig kräftige Bewegungen locken, diese aber einerseits nicht kalkulierbar sind und andererseits oftmals rasch wieder ausgeglichen werden. Man betrachte sich hierzu einfach nur den Verlauf des DAX in den letzten Monaten. Im Prinzip treten wir – mit entsprechenden Zwischen-bewegungen – seit dem vergangenen Herbst auf der Stelle. Ein Zustand, der vor allem mittelfristig ausgerichtete Trendfolgestrategien erschwert. Wir sind aber guter Dinge, dass auch diese eher trendlose Phase in Kürze ihr Ende finden wird.
Eine erfolgreiche Börsenwoche wünscht Ihnen
Stephan Feuerstein
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