Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.





Bonitätsanleihen-Verbot: BaFin öffnet Büchse der Pandora (Christian W. Röhl)

Bild: © www.shutterstock.com, Profit, Rendite, Kompass, http://www.shutterstock.com/de/pic-162771446/stock-photo-p...

Autor:
Christian W. Röhl

DividendenAdel ist der unabhängige Wegweiser für alle, die lieber Aktien von profitablen Unternehmen halten statt ihr Geld in windige Finanzprodukte zu stecken.
Nach der aus unserem Manager Magazin-Bestseller bekannten Methodik des „Magischen Vierecks“ analysieren wir fortlaufend die Ausschüttungsqualität von mehr als 2.500 deutschen und internationalen Börsenfirmen – für institutionelle Kunden, vor allem aber für unser eigenes Vermögen.
Hier im Blog geben wir Einblicke in unseren Investment-Alltag: Studien, Strategien, Statements – garniert mit Dividenden-Ideen aus aller Welt.
 

>> Website


>> zur Startseite mit allen Blogs

06.09.2016, 2774 Zeichen

Die BaFin will erstmals von ihrer negativen Gestaltungsmacht Gebrauch machen und ein Anlageprodukt komplett verbieten. Treffen soll der Bann der Finanzaufsicht die sog. „Bonitätsanleihen“ – von Banken begebene Anleihen, die nur verzinst und zurückgezahlt werden, solange ein bestimmter „Referenzschuldner“ (in aller Regel Großkonzerne wie Daimler, Siemens oder Nokia) nicht pleite geht. Unabhängig davon, dass man über den (Un-)Sinn dieser Produkte trefflich streiten kann, steht damit fest:

Erstens: Ohne Aktien kann Otto Normalanleger kaum noch Rendite erzielen – während der Gesetzgeber parallel alles tut, um den Zugang zur Börse zu erschweren und Aktien sowohl steuerlich als auch ideologisch zu diskriminieren.

Zweitens: Den „mündigen Konsumenten“ gibt es nicht mehr, genauso wenig wie den Grundsatz „Eigentum verpflichtet“ (auch dazu, sich um sein Vermögen zu kümmern). Stattdessen trifft der Staat eine Vorauswahl, wo man wie investieren darf und soll – und zwar völlig unabhängig von den finanziellen Verhältnissen und der finanziellen Bildung des Einzelnen.

Koks, Pumpguns, Finanzprodukte: Alles eine Schublade

Fraglich nur, wie die Sache weitergeht – jetzt, da die Büchse der Pandora offen ist und Finanzprodukte sich plötzlich in derselben Schublade wiederfinden wie Koks, Pinguinsteak oder Pumpguns. Werden demnächst vielleicht die unsäglichen Mittelstandsanleihen verboten, mit denen Anleger inzwischen Milliarden verloren haben (während es bei den Bonitätsanleihen im gesamten letzten Jahrzehnt kaum Ausfälle gab)? Und wie steht’s um die hippen Crowdfundings, mit denen putzige Start-ups über hochkomplexe Nachrang-Darlehen ganz ohne Prospekt von Kleinsparern Geld einsammeln, das bisweilen schon nach Monaten verbrannt ist?

Bundesanleihen: Noch schlimmer als Bonitätsanleihen

Und vor allem: Was passiert mit Wertpapieren, bei denen Anleger selbst im besten Fall nur Geld verlieren können? Etwa jene Anleihe, die im Juni mit einer Laufzeit von zehn Jahren und einer anfänglichen „Rendite“ von minus 0,05% platziert wurde – gehört so etwas nicht zuallererst verboten?

Ach nee, halt… Emittent ist ja der Staat selbst, der obendrein die Nachfrage nach derlei aberwitzigen Investments schafft. Schließlich sind Versicherungen und Pensionskassen aufsichtsrechtlich gezwungen, einen Großteil ihres Deckungskapitals in Staatsanleihen zu stecken – egal, wie miserabel die Konditionen sind.

Aber irgendwann wird es die Quittung dafür geben: Was den Versicherten heute bei den Erträgen flöten geht, kommt später in Form von Altersarmut zurück. Insofern geht es beim Verbot von Bonitätsanleihen nicht um ein paar belanglose Bankprodukte – sondern um finanzielle Souveränität.

Der Beitrag Bonitätsanleihen-Verbot: BaFin öffnet Büchse der Pandora erschien zuerst auf DividendenAdel.


(06.09.2016)

BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Private Investor Relations Podcast #19: Einschätzung aller 39 ATXPrime-Titel zum Jahreswechsel, auch was die IR-Arbeit betrifft




 

Bildnachweis

1. Profit, Rendite, Kompass, http://www.shutterstock.com/de/pic-162771446/stock-photo-profit-business-concept-golden-compass-needle-on-a-black-field-pointing-to-the-word-profit.html , (© www.shutterstock.com)   >> Öffnen auf photaq.com

Aktien auf dem Radar:UBM, Agrana, Zumtobel, Addiko Bank, Austriacard Holdings AG, Palfinger, ATX, ATX Prime, ATX TR, ATX NTR, Bawag, Mayr-Melnhof, RBI, Wienerberger, Lenzing, Rosenbauer, Warimpex, CA Immo, FACC, Wolford, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, VIG, Amag, AT&S, CPI Europe AG, Österreichische Post, voestalpine, Infineon, Merck KGaA, Fresenius Medical Care.


Random Partner

IR-WORLD.com
Die IR-WORLD.com Finanzkommunikation GmbH ist einer der führenden Anbieter für Online-Unternehmenskommunikation von ausländischen börsennotierten Unternehmen im deutschen Sprachraum. Mit ihren Kunden, vor allem in Nordamerika und Australien, zählt das Unternehmen zu den TOP-Anbietern im Bereich der Kapitalmarktkommunikation.

>> Besuchen Sie 62 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


 Latest Blogs

» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Silvesterparty mit Wolfgang Matejka und...

» LinkedIn-NL: Unsere Silvesterpodcastparty über den Jahreswechsel und ein...

» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Johannes Linhart Senat der Wirtschaft, ...

» Börsepeople im Podcast S22/20: Johannes Linhart

» Wiener Börse Party #1063: Closing Bell 2025 für die Wiener Börse, die mi...

» Österreich-Depots: Zum Ultimo noch einmal deutlich fester (Depot Kommentar)

» Börsegeschichte 30.12. (Börse Geschichte) (BörseGeschichte)

» Nachlese: Der Golden Finance Cut (audio cd.at)

» PIR-News: Erfolgreiches Jahr an der Wiener Börse, höheres Kursziel für E...

» Die Wiener Schluss-Robots 2025 im Original (Christian Drastil)


Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten


Meistgelesen
>> mehr





PIR-Zeichnungsprodukte
Newsflow
>> mehr

Börse Social Club Board
>> mehr
    #gabb #2009

    Featured Partner Video

    kapitalmarkt-stimme.at daily voice: Der ATX Five hinkt weiterhin brutal hinterher, hat aber - relativ zum ATX - auch kein Aufholpotenzial

    kapitalmarkt-stimme.at daily voice auf audio-cd.at: Bis auf den ATX Five, der noch 20 Prozent von seinen Hochs entfernt ist, sind alle relevanten Austro-Indices auf High. Hat der ATX Five deshalb A...

    Books josefchladek.com

    Dominique Lapierre, Jean-Pierre Pedrazzini, René Ramon
    So lebt man heute in Rußland
    1957
    Blüchert

    Allied Forces
    Deutsche Konzentrations und Gefangenenlager : was die amerikanischen und britischen Armeen vorfanden, April 1945
    1945
    Selbstverlag

    Robert Frank
    Os Americanos (first Brazilian edition)
    2017
    Instituto Moreira Salles

    Eliška Klimešová
    Women Readers
    2025
    Self published

    Thonet
    Stahlrohrmöbel (Catalogue 1934)
    1934
    Selbstverlag


    06.09.2016, 2774 Zeichen

    Die BaFin will erstmals von ihrer negativen Gestaltungsmacht Gebrauch machen und ein Anlageprodukt komplett verbieten. Treffen soll der Bann der Finanzaufsicht die sog. „Bonitätsanleihen“ – von Banken begebene Anleihen, die nur verzinst und zurückgezahlt werden, solange ein bestimmter „Referenzschuldner“ (in aller Regel Großkonzerne wie Daimler, Siemens oder Nokia) nicht pleite geht. Unabhängig davon, dass man über den (Un-)Sinn dieser Produkte trefflich streiten kann, steht damit fest:

    Erstens: Ohne Aktien kann Otto Normalanleger kaum noch Rendite erzielen – während der Gesetzgeber parallel alles tut, um den Zugang zur Börse zu erschweren und Aktien sowohl steuerlich als auch ideologisch zu diskriminieren.

    Zweitens: Den „mündigen Konsumenten“ gibt es nicht mehr, genauso wenig wie den Grundsatz „Eigentum verpflichtet“ (auch dazu, sich um sein Vermögen zu kümmern). Stattdessen trifft der Staat eine Vorauswahl, wo man wie investieren darf und soll – und zwar völlig unabhängig von den finanziellen Verhältnissen und der finanziellen Bildung des Einzelnen.

    Koks, Pumpguns, Finanzprodukte: Alles eine Schublade

    Fraglich nur, wie die Sache weitergeht – jetzt, da die Büchse der Pandora offen ist und Finanzprodukte sich plötzlich in derselben Schublade wiederfinden wie Koks, Pinguinsteak oder Pumpguns. Werden demnächst vielleicht die unsäglichen Mittelstandsanleihen verboten, mit denen Anleger inzwischen Milliarden verloren haben (während es bei den Bonitätsanleihen im gesamten letzten Jahrzehnt kaum Ausfälle gab)? Und wie steht’s um die hippen Crowdfundings, mit denen putzige Start-ups über hochkomplexe Nachrang-Darlehen ganz ohne Prospekt von Kleinsparern Geld einsammeln, das bisweilen schon nach Monaten verbrannt ist?

    Bundesanleihen: Noch schlimmer als Bonitätsanleihen

    Und vor allem: Was passiert mit Wertpapieren, bei denen Anleger selbst im besten Fall nur Geld verlieren können? Etwa jene Anleihe, die im Juni mit einer Laufzeit von zehn Jahren und einer anfänglichen „Rendite“ von minus 0,05% platziert wurde – gehört so etwas nicht zuallererst verboten?

    Ach nee, halt… Emittent ist ja der Staat selbst, der obendrein die Nachfrage nach derlei aberwitzigen Investments schafft. Schließlich sind Versicherungen und Pensionskassen aufsichtsrechtlich gezwungen, einen Großteil ihres Deckungskapitals in Staatsanleihen zu stecken – egal, wie miserabel die Konditionen sind.

    Aber irgendwann wird es die Quittung dafür geben: Was den Versicherten heute bei den Erträgen flöten geht, kommt später in Form von Altersarmut zurück. Insofern geht es beim Verbot von Bonitätsanleihen nicht um ein paar belanglose Bankprodukte – sondern um finanzielle Souveränität.

    Der Beitrag Bonitätsanleihen-Verbot: BaFin öffnet Büchse der Pandora erschien zuerst auf DividendenAdel.


    (06.09.2016)

    BSN Podcasts
    Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

    Private Investor Relations Podcast #19: Einschätzung aller 39 ATXPrime-Titel zum Jahreswechsel, auch was die IR-Arbeit betrifft




     

    Bildnachweis

    1. Profit, Rendite, Kompass, http://www.shutterstock.com/de/pic-162771446/stock-photo-profit-business-concept-golden-compass-needle-on-a-black-field-pointing-to-the-word-profit.html , (© www.shutterstock.com)   >> Öffnen auf photaq.com

    Aktien auf dem Radar:UBM, Agrana, Zumtobel, Addiko Bank, Austriacard Holdings AG, Palfinger, ATX, ATX Prime, ATX TR, ATX NTR, Bawag, Mayr-Melnhof, RBI, Wienerberger, Lenzing, Rosenbauer, Warimpex, CA Immo, FACC, Wolford, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, VIG, Amag, AT&S, CPI Europe AG, Österreichische Post, voestalpine, Infineon, Merck KGaA, Fresenius Medical Care.


    Random Partner

    IR-WORLD.com
    Die IR-WORLD.com Finanzkommunikation GmbH ist einer der führenden Anbieter für Online-Unternehmenskommunikation von ausländischen börsennotierten Unternehmen im deutschen Sprachraum. Mit ihren Kunden, vor allem in Nordamerika und Australien, zählt das Unternehmen zu den TOP-Anbietern im Bereich der Kapitalmarktkommunikation.

    >> Besuchen Sie 62 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


     Latest Blogs

    » Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Silvesterparty mit Wolfgang Matejka und...

    » LinkedIn-NL: Unsere Silvesterpodcastparty über den Jahreswechsel und ein...

    » Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Johannes Linhart Senat der Wirtschaft, ...

    » Börsepeople im Podcast S22/20: Johannes Linhart

    » Wiener Börse Party #1063: Closing Bell 2025 für die Wiener Börse, die mi...

    » Österreich-Depots: Zum Ultimo noch einmal deutlich fester (Depot Kommentar)

    » Börsegeschichte 30.12. (Börse Geschichte) (BörseGeschichte)

    » Nachlese: Der Golden Finance Cut (audio cd.at)

    » PIR-News: Erfolgreiches Jahr an der Wiener Börse, höheres Kursziel für E...

    » Die Wiener Schluss-Robots 2025 im Original (Christian Drastil)


    Useletter

    Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

    Newsletter abonnieren

    Runplugged

    Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
    (kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

    per Newsletter erhalten


    Meistgelesen
    >> mehr





    PIR-Zeichnungsprodukte
    Newsflow
    >> mehr

    Börse Social Club Board
    >> mehr
      #gabb #2009

      Featured Partner Video

      kapitalmarkt-stimme.at daily voice: Der ATX Five hinkt weiterhin brutal hinterher, hat aber - relativ zum ATX - auch kein Aufholpotenzial

      kapitalmarkt-stimme.at daily voice auf audio-cd.at: Bis auf den ATX Five, der noch 20 Prozent von seinen Hochs entfernt ist, sind alle relevanten Austro-Indices auf High. Hat der ATX Five deshalb A...

      Books josefchladek.com

      Livio Piatti
      Schtetl Zürich
      2001
      Offizin Verlag

      Wassili und Hans Luckhardt
      Zur neuen Wohnform
      1930
      Bauwelt-Verlag

      Florian Rainer
      Tagada
      2025
      Fotohof

      Krass Clement
      Født af mørket
      2025
      Gyldendal

      Niko Havranek
      Fleisch #74 „Ganz Wien“
      2025
      Self published