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Wer hat Angst vorm Politiker? (Bernhard Haas, Wiener Privatbank)

Bild: © www.shutterstock.com, Angst, Schrei, Angstschrei, Furcht, fürchten http://www.shutterstock.com/de/pic-163177079/stock-photo-f...

05.02.2017, 7144 Zeichen
Allein mit den politischen Themen dieser Woche könnte man ganze Bände füllen: Trump legt sich mit Gott (bzw. Allah) und der Welt an. Der auf sein „Saubermannimage“ bedachte französische Präsidentschaftskandidat Fillon scheint darüber zu stolpern seiner Frau und anderen Familienmitgliedern ein Gehalt ohne Gegenleistung verschafft zu haben (manch einer würde sich fragen, wo hier der Unterschied zu einem normalen Politiker ist…). Und auch in Österreich rauft sich die Regierung offenbar noch mal für einen „Neustart“ zusammen, nachdem die Existenzängste doch größer gewesen sein dürften als die Streitlust. Wie gesagt, man könnte.

Man könnte sich aber auch die Unternehmensberichte dieser Woche näher ansehen und dabei nach Mustern suchen, die vielleicht länger anhalten als die gute Laune von Donald Trump. Ein solches Muster ist beispielsweise die zunehmende Digitalisierung unserer Welt. Bei einem großen Trend wie diesem gibt es naturgemäß Gewinner und Verlierer. Diese waren recht deutlich diese Woche zu sehen: Apple und Facebook konnten mit ihren Quartalszahlen die Investoren beglücken, während die Unternehmen im Einzelhandel unter Rückgängen litten.

Was hat ein Smartphone-Hersteller wie Apple mit einem Anbieter für Sportgewand wie Under Armor zu tun? Die Produkte beider Unternehmen werden üblicherweise zu den „diskretionären Ausgaben“ gezählt – Dinge, die man zwar nicht unbedingt braucht, jedoch gerne hätte. Die meisten von uns haben jedoch nur ein begrenztes Budget, weswegen wir Prioritäten setzen müssen: Soll es das neue Iphone 6s mit besserer Kamera sein, oder das Sporthemd, mit dem auch der größte Schwitzer nicht zur Geruchsbelastung für das gesamte Fitnesscenter wird? Nach den diese Woche berichteten Zahlen empfehlen wir, beim nächsten Fitnesscenterbesuch die Nasenkluppe mitzunehmen!

Diesen Trend jedoch nur auf Smartphones zu beschränken, würde zu kurz fassen. Es scheint hier vielmehr um neue Kommunikationswege zu gehen: Nachrichten werden hauptsächlich über Facebook konsumiert (egal ob Fake oder echt), Bücher dienen mehrheitlich dazu, das Regal an der Wand zu fixieren und Präsidenten verkünden ihre „Politik“ vor allem über Twitter. Man kann diesen Trend auf vielfältige Weise kritisieren - von einem steigenden Narzissmus in der Gesellschaft über Filterblasen für Nachrichten, die man nicht sehen will bis hin zur Schlagzeilengesellschaft, in der Aufmerksamkeitsspannen im Sekundenbereich liegen. Faktum ist jedoch: Es gibt diese Entwicklungen und sie werden voraussichtlich auch noch den ein oder anderen Politiker überleben.

NASDAQ 100 INDEX - 5 JAHRE
NASDAQ 100 INDEX - 5 JAHRE
Quelle: BLOOMBERG / Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Garantie oder ein verlässlicher Indikator für Wertentwicklungen in der Zukunft.
Das Problem dabei: sieht man sich die Unternehmen an, die in diesem Wandel involviert sind, sieht man deutlich, dass Europa hier kaum eine Rolle spielt. Die europäischen Unternehmen sind vor allem Zulieferer für Technologien: Halbleiterhersteller, Softwareanbieter und Infrastrukturbetreiber. In diesen Bereichen ist die Konkurrenz jedoch oftmals recht groß, die Unternehmen müssen ständig in neue Technologien investieren und stehen in ständigem Verdrängungswettkampf mit Billiganbietern. Ein gutes Beispiel hierfür ist die heimische AT&S. Die Firma konnte diese Woche zwar gute Ergebnisse liefern (Analysten hatten mit deutlicheren Rückgängen gerechnet), die Aktie konnte sich jedoch nach dem starken Verfall des letzten Jahres noch nicht wirklich erholen.

Dieser wurde ausgelöst durch Probleme in einem neuen Werk, wo es Verzögerungen beim Aufbau einer neuen Technologie gab. Daneben musste auch in einem anderen Werk die Produktion adaptiert werden, nachdem ein Kunde auf der Einführung einer alternativen Technologie bestand. Um den kleinen Vorsprung vor den asiatischen Mitbewerbern zu halten, muss AT&S laufend Geld in die Hand nehmen, um seine Anlagen auf den neuesten Stand zu bringen. Damit kann man zwar immer wieder gutes Geld verdienen, langfristig ist es jedoch schwierig aus diesem Hamsterrad auszubrechen. Eine Strategie hierfür ist, das Angebot auszuweiten, um sich „unersetzbar“ zu machen. Dadurch kann sich die Branche vielleicht etwas stabilisieren, das „große Geld“ dürfte aber nach wie vor beim Endkunden zu holen sein, sodass die Apples und Samsungs dieser Welt davon recht wenig beeindruckt sein dürften.

Europa hat hier in den letzten Jahren einige Entwicklungen verschlafen und es dürfte schwierig sein, spät auf diesen Zug aufzuspringen. Aber das ist eigentlich nicht so schlimm, denn es wird in den nächsten Jahren eine Vielzahl an Bereichen geben, in denen sich die Welt ändern wird. Banken und Versicherungen wird laufend das Geschäft von kleinen Fintechs abgegraben, die mit deutlich weniger Kosten einen kleinen, spezialisierten Teil der Leistungen erbringen. Energieversorger müssen eine Antwort auf die erneuerbaren Energien und die damit einhergehenden Belastungen der Netze finden. Bauunternehmen müssen zunehmend auf neue Technologien und Methoden setzen um strenge Klimastandards und Auflagen zu erfüllen. Im Endeffekt werden unsere Antworten auf diese und andere Fragen darüber entscheiden, ob es unseren Kindern besser geht als uns und nicht, welche Couleur oder Einstellung der momentane Staatslenker hat.
 

AT&S AG - 5 JAHRE
AT&S AG - 5 JAHRE
Quelle: BLOOMBERG / Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Garantie oder ein verlässlicher Indikator für Wertentwicklungen in der Zukunft.
 

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Wir sehen das aktuelle Marktumfeld als vorteilhaft für zyklische Assets und sind in unseren Produkten deshalb –wo möglich- auch dementsprechend investiert. Aktien gefallen uns grundsätzlich deutlich besser als Anleihen, wir glauben nicht an eine unmittelbar bevorstehende globale Rezession. Auf der Equity-Seite sind wir – verglichen mit dem MSCI World – in Europa übergewichtet, in Nordamerika vergleichsweise etwas unterinvestiert. Japan erscheint uns weiterhin attraktiv, in Schwellenländern wie Indien sind wir selektiv investiert. Auf der Bond-Seite gefallen uns am ehesten noch flexible „Total Return“-Produkte, die  sich auf dynamische Art und Weise verschiedensten Marktgegebenheiten anpassen können, sowie inflationsindexierte Bonds, da wir von weiter steigenden Inflationserwartungen ausgehen und uns dieses Marktsegement deshalb verhältnismäßig günstig erscheint. In klassischen Staatsanleihen von Industrienationen sind wir hingegen schon seit längerer Zeit deutlich untergewichtet, das Risk-/Returnprofil erscheint uns hier nur äußerst begrenzt attraktiv.

Fondsperformance per 03.02.2017
Fonds (Wert errechneter Anteil) Woche Monat YTD
WPB Equity (T € 10,8) -0,6 -1,4 -0,8
WPB Property (T € 11,0) -0,1 -1,9 -0,3
DF Dynamisch (T € 15,2) -0,8 +1,3 +1,3
DF Ausgewogen (T € 13,0) -0,4 +0,1 +0,3
DF Konservativ (T € 12,7) -0,2 -0,4 -0,2
  
 
Fonds 1.J 2.J 3.J 4.J 5.J
Equity +4,9 -4,2 +10,5 +18,5 +15,1
Property -1,8 +4,4 +45,1 +53,0 +76,6
Dynamisch +9,5 +7,7 +28,6 +42,2 +55,5
Ausgewogen +54,0 +0,2 +9,8 +13,6 +22,5
Konservativ +3,3 -3,0 +2,9 +3,4 +8,2
Quelle: Semper Constantia, Bloomberg
Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Garantie oder ein verlässlicher Indikator für Wertentwicklungen in der Zukunft.
 

(05.02.2017)

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1. Angst, Schrei, Angstschrei, Furcht, fürchten http://www.shutterstock.com/de/pic-163177079/stock-photo-fearful-screaming.html , (© www.shutterstock.com)   >> Öffnen auf photaq.com

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    Equity +4,9 -4,2 +10,5 +18,5 +15,1
    Property -1,8 +4,4 +45,1 +53,0 +76,6
    Dynamisch +9,5 +7,7 +28,6 +42,2 +55,5
    Ausgewogen +54,0 +0,2 +9,8 +13,6 +22,5
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