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E.ON & RWE überbieten sich (Christoph Scherbaum)

Autor:
Christoph Scherbaum

Die Börsenblogger ist das einfache und direkte Sprachrohr von Journalisten und deren Kollegen, die teils schon mit jahrzehntelanger Arbeits- und Börsenerfahrung aufwarten können. Auch als professionelle Marktteilnehmer. Letztlich sind wir alle Börsenfans. Aber wir vertreten in diesem Blog auch eine ganz simple Philosophie: Wir wollen unabhängig von irgendwelchen Analysten, Bankexperten oder Gurus schreiben, was wir zum aktuellen (Börsen-)Geschehen denken, was uns beschäftigt. Das kommt Ihnen, dem Leser, zu Gute.

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18.03.2017, 2692 Zeichen

Es sah fast so aus, als wollten sich E.ON (WKN: ENAG99 / ISIN: DE000ENAG999) und RWE (WKN: 703712 / ISIN: DE0007037129) in negativer Hinsicht überbieten. Beide Energiekonzerne präsentierten in dieser Woche Rekordverluste. Trotzdem sehen die zwei DAX -Unternehmen jeweils für sich eine optimistische Zukunft.

Schließlich lauteten die jeweiligen Überschriften der Presseerklärungen zu den 2016er-Geschäftszahlen „E.ON schließt strategische Neuausrichtung bilanziell ab“ und „RWE blickt nach erfolgreicher Neuorganisation optimistisch in die Zukunft“. Vergessen sollen die Lasten sein, die RWE und E.ON im vergangenen Geschäftsjahr milliardenschwere Rekordverluste eingebrockt haben. Bei RWE lag das Minus bei 5,7 Mrd. Euro, während E.ON den Vogel mit einem Fehlbetrag in Höhe von rund 16 Mrd. Euro so richtig abgeschossen hatte.

Wenn man jedoch den Worten von E.ON-CEO Johannes Teyssen lauscht, dürfte nun alles besser werden: „Die Bilanz des Übergangsjahres 2016 ist eine Zäsur, die den Weg von E.ON in die neue Energiewelt frei macht. Damit können wir uns nun voll und ganz auf unsere Kunden in den drei Kerngeschäften Energienetze, Kundenlösungen und Erneuerbare Energien konzentrieren.“ Zudem hat man sich auch noch etwas frisches Geld besorgt.

Bei RWE-Chef Rolf Martin Schmitz klang das ähnlich: „RWE ist wieder auf einem guten Weg. Wir haben im vergangenen Jahr große strukturelle Fortschritte erzielt und so Planungssicherheit und Spielraum für unternehmerisches Handeln zurückgewonnen …“ Dabei hat RWE ganz besonders das Thema Versorgungssicherheit im Blick. Wie gut, dass man mit den guten alten Kohlekraftwerken bereitsteht, wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint und die Erneuerbaren Energien damit den Strombedarf in Deutschland nicht decken können.

Allerdings gefielen Investoren zuletzt in Bezug auf RWE weniger die Aussichten für den Konzern selbst, sondern eher die Gedankenspiele rund um die an die Börse gebrachte Ökostromtochter innogy (WKN: A2AADD / ISIN: DE000A2AADD2). Besonders viel Gefallen fanden Anleger an den Gerüchten in Bezug auf eine mögliche innogy-Übernahme durch den französischen Energiekonzern Engie (WKN: A0ER6Q / ISIN: FR0010208488). Auch bezüglich Uniper (WKN: UNSE01 / ISIN: DE000UNSE018) könnten Übernahmespekulationen akut werden. Schließlich erhoffen sich einige Marktteilnehmer eine Konsolidierung des deutschen Energiemarktes. Schauen wir Mal, ob es dazu kommt…

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