31.07.2017, 3153 Zeichen
Barrick Gold (WKN: 870450 / ISIN: CA0679011084) hat die Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht. Die fand ich höchst interessant – sowohl im Hinblick auf das, was im zweiten Quartal geschah, als auch in Bezug auf den Ausblick und einige Klarstellungen.
Die dabei wahrscheinlich am meisten beachtete Kennzahl zum zweiten Quartal: Der Gewinn pro Aktie (adjusted net earnings) lag mit 0,22 Dollar nicht nur deutlich über dem Vorjahreswert von 0,14 Dollar/Aktie, sondern auch über den Erwartungen, die eher im Bereich 0,18 Dollar gelegen hatten. Und genau dies dürfte auch der Grund für die erste positive Reaktion der Aktie sein. Kennt man ja: Manche vergleichen nur blitzschnell den gemeldeten „Gewinn pro Aktie“ mit dem „erwarteten Gewinn pro Aktie“. Und in einer Art Pawlowscher Reaktion wird die Aktie gekauft, wenn der tatsächliche Wert über den Erwartungen lag, und vice versa.
Barrick Gold: Relativ niedrige Produktionskosten je Feinunze Gold
Was mir positiv aufgefallen ist: Die Produktionskosten je Feinunze Gold (gemessen an den sogenannten AISC-Kosten) lagen im zweiten Quartal bei 710 Dollar je Feinunze. Und das waren weniger als im zweiten Quartal 2016, als die AISC-Kosten bei Barrick noch bei 782 Dollar gelegen hatten. Stimmt also nicht, dass alles immer teurer wird.
Diese vergleichsweise niedrigen Produktionskosten sorgen dafür, dass Barrick Gold auch bei einem gewissen Rückgang des Goldpreises noch höchst profitabel arbeiten könnte. Es gibt so viele weitere Punkte, die ich bei der Vorlage des Zahlenmaterials interessant fand (z.B. Hinweise in Bezug auf Tansania, Stichwort Acacia), dass ich voraussichtlich kommende Woche nochmals auf Barrick Gold zurückkommen möchte.
Und hier noch das Zitat zum Tag:
„Derjenige, der den biologischen Begriff des Wachstums so von Grund auf verfälscht in die Volkswirtschaft eingeführt hat, wusste nicht, was er hat. Er verwechselte die Unersättlichkeit menschlichen Besitzstrebens mit einem natürlichen Wachstum. Zum echten Wachstum gehört die Reife, das Alter, das Vergehen. Die Schöpfung hat dafür gesorgt, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Überall dort, wo in der Natur Lebenserscheinungen dicht an die Grenze der Unermesslichkeit stoßen, etwa bei den Milliardenschwärmen der Wanderheuschrecken, endet die Entwicklung im ebenso unermesslichen Massentod. Das Wachstum der Walfangflotten führte zum Massentod und zur weitgehenden Selbstvernichtung der Walindustrie. “ – Vitus B. Dröscher
Ein Beitrag von Michael Vaupel
Michael Vaupel, diplomierter Volkswirt und Historiker (M.A.), Vollblut-Börsianer. Nach dem Studium Volontariat und Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Internet, Derivate, Rohstoffe). Er ist gefragter Interview- und Chatpartner (N24, CortalConsors). Ethisch korrektes Investieren ist ihm wichtig.
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BörseGeschichte Podcast: Herbert Ortner vor 10 Jahren zum ATX-25er
Barrick Gold
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