10.09.2017, 3704 Zeichen
Wer von Ihnen sich angesichts dieser Überschrift wundert: stimmt genau, die gleichnamige Tanzshow beim RTL ist in diesem Jahr bereits über die Bühne gegangen. Das aktuelle Geschehen auf dem Parkett mutet allerdings wie eine Art „Best of“ des allseits beliebten Formats an, denn ein derart schwungvolles Auf und Ab hat man im DAX (WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008) doch lange nicht gesehen. Da wurde gedreht, gewendet, gesprungen und gesteppt, was das Zeug hielt – bzw. die Kurse hergaben. Folgerichtig liegen zwischen Wochenhoch (12.364) und -tief (12.051) auch rund 300 Punkte. Und jede Menge charttechnischer Dreh- und Angelpunkte, doch dazu weiter unten im Text dann mehr. Zunächst werfen wir einen Blick auf die Vortänzer dieser Woche, denn da stachen einige hervor:
Der Stern sinkt doch nicht
Daimler (WKN: 710000 / ISIN: DE0007100000) zum Beispiel. Der Stern der Stuttgarter schien zuletzt zu sinken, denn die 2017er-Bilanz des Premium-Autobauers fiel bislang alles andere als erstklassig aus – deutlich über 10% im Minus und damit unter den Top 3 der schlechtesten DAX-Werte (neben Pro7Sat.1 (WKN: PSM777 / ISIN: DE000PSM7770) und Deutsche Bank (WKN: 514000 / ISIN: DE0005140008)), damit hatte zu Jahresbeginn wohl keiner der Mercedes-Granden gerechnet. Die Analysten von Goldman Sachs offenbar auch nicht, denn die gestanden Daimler nun zur Wochenmitte ein beträchtliches Aufholpotenzial zu (das PQ-ChartCheck-Video dazu finden Sie auf unserem YouTube-Channel (https://www.youtube.com/channel/UCA_q8WUmo7by4HyrF-vKJ-g) oder direkt hier (https://www.youtube.com/watch?v=VKpE53d0hKU)) und stuften die Aktie als „Kauf“ ein. Prompt machten die Papiere einen Satz nach vorne, legten innerhalb weniger Tage rund 5% zu und hübschten ihre (bisherige) Jahresbilanz damit deutlich auf.
Risikofaktor Nordkorea
Ähnlich leichtfüßig und deshalb auch in der vordersten Reihe die Aktie der Lufthansa (WKN: 823212 / ISIN: DE0008232125), die nicht nur die 20-Euro-Marke geknackt und auf ein neues Jahreshoch gesprungen ist, sondern damit jetzt auch, man glaubt es kaum, das Allzeithoch bei 28,81 Euro aus dem Jahr 1998 ansteuert! Ja, und der DAX selbst zeigte mindestens genau so eindrucksvoll, wie wendig der Index sein kann, wenn er denn will. Und wie erfolgreich, denn der zwischenzeitliche Sprung über die massive Barriere bei 12.300 und auch die Juni-Tiefs bei 12.320 am Donnerstag war ein wichtiges Vorab-Signal, schließlich hatten sich die Blue Chips an dieser Hürde wochenlang die Zähne ausgebissen. Beziehungsweise die Bullen die Hörner blutig gestoßen. Wenn dieser Widerstand nun endlich auch mal per Schlusskurs überwunden wird, sollten eigentlich neue Kaufimpulse freigesetzt werden, die den DAX bis mindestens zum nächsten Bremsbereich bei 12.391/12.400 und im Anschluss bis zur 12.600er-Marke tragen dürften. Aus charttechnischer Sicht wäre der Weg jedenfalls frei. Sofern kein neuerlicher nordkoreanischer Bombentest dazwischenfunkt, könnten wir uns in der kommenden Woche also vielleicht tatsächlich wieder auf steigende Kurse freuen!
Ein Beitrag von Sebastian Jonkisch von Prime Quants
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Börsepeople im Podcast S23/03: Barbara Riedl-Wiesinger
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