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Interview mit Christoph Boschan zum ETF-Thema an der Wiener Börse (Transkript boersenradio)

boersenradio.at: Die Wieser Börse goes to ETF. Die Wiener Börse wird immer internationaler. Man kann jetzt 130 US-Aktien handeln, DAX-Werte und die zweite Reihe DAX handeln. Fast 140 europäische Aktien handeln. Jetzt kommen noch ETFs dazu. Wie viele ETFs gibt’s denn? Was sind das für ETFs?

Boschan: Da muss ich Sie zunächst kurz ergänzen, wenn Sie gestatten, es sind mittlerweile weit mehr als 140 ausländische Aktien. Wir haben round about bereits weitere 500 ausländische Aktien im Handel im Angebot und das sind im Wesentlichen die europäischen Haupttitel, all dasjenige, was wir als die hochliquiden Titel im Börsenhandel bezeichnen. Sie haben aber recht, die wesentliche nächste Erweiterung, die wir jetzt vorhaben, ist ein ETF-Segment. Wir werden in den Handel aufnehmen 60 ETFs, die hauptsächlich sich orientieren auf Europa und die USA. Unter diesen 60 vor allem alle verfügbaren ETFs auf den heimischen Leitindex, unseren ATX. Und diese 60 ETFs, die können Sie dann ganz normal, wie gewohnt, an unserer Börse zu Inlandskonditionen zwischen 9:00 und 17:30 Uhr fortlaufend handeln. Liquidität wird von Lang & Schwarz bereitgestellt, die halten also tatsächlich in jeder Handelssekunde kompetitive Preise in den Markt, zu denen auch abgeschlossen werden kann.

Wer sich noch nicht mit dem Thema ETF befasst hat, sich da noch nicht dran getraut hat, also Exchange Traded Funds oder auch übersetzt: Börsengehandelte Index Fonds. Was sind die Vorteile von ETFs und was mache ich damit?

Ja, die ETFs gehören ja zu den sogenannten passiven Investmentfonds. Sie unterscheiden sich von den aktiven Investmentfonds dadurch, dass keine Investment-Story zugrunde liegt, außer diejenige des Index‘, der abgebildet wird. Es gibt also keinen Fonds-Manager, der aktiv ein Portfolio zusammenstellt und damit nicht zuletzt auch versucht, den Markt zu schlagen, sondern es sind passive Instrumente, die möglichst genau, meistens einen Index nachbilden und das zu sehr, sehr, sehr günstigen Konditionen und Verwaltungsgebühren. Und es ist schlicht ein Instrument für den Anleger einfach, effektiv, kostengünstig verschiedene Märkte und Regionen abzubilden, darin zu investieren.

Sie haben ja die One-Stop-Shop-Idee an der Wiener Börse umgesetzt. Soll bedeuten, dass an der Wiener Börse der Anleger ja alles bekommt, was er will, was er braucht, ohne an anderen Börsen handeln zu müssen. Was kommt denn da noch?

Also wir werden den bereits eingeschlagenen Weg mit Sicherheit fortsetzen und dabei orientieren wir uns vor allem an Zweierlei: Erstens, was ist für den Österreicher potenziell interessant? Das erfahren wir in der direkten Kommunikation mit dem Markt, durchaus auch durch Wünsche, die an uns herangetragen werden. Wir haben ja nicht zuletzt die Gewinn-Messe am Donnerstag diese Woche hier in Wien. Da treten wir in intensiven Dialog mit unseren Anlegern und richten dann durchaus das Angebot auf diese Wünsche aus. Und zweitens orientieren wir uns schlicht an internationalen Trends, bei denen wir der festen Überzeugung sind, als Nationalbörse die Verantwortung zu haben, internationale Investment-Trends, wie zum Beispiel die ETFs das sind, nach Österreich zu bringen. Denn wissen Sie, diese Trends werden nicht deswegen weggehen, weil wir sie hier in Österreich ignorieren. Ganz im Gegenteil wir wollen damit vorne dabei sein.

Wachstum an der Wiener Börse bis zum Ende des dritten Quartals betrug das Handelsvolumen der Wiener Börse im Aktienhandel fast 50 Milliarden Euro, ein Plus von 19 Prozent. Die Börsenstimmung ist top, die Kurse hoch. Wie viel des Mehrumsatzes liegt denn an der One-Stop-Shop-Strategie und wie viel am positiven Börsenverlauf?

Naja, also zunächst muss man den Blick etwas weiten: Wenn wir die Wiener Börse positionieren wollen und entwickeln wollen im Rahmen einer One-Stop-Shop-Solution, dann hat das ja zwei Aspekte. Nämlich erstens für den internationalen Anleger – und ich erinnere nochmal dran, die Mehrheit unserer Aufträge kommt aus dem Ausland, 80 Prozent unserer Aufträge erreichen uns aus dem Umfeld von UK und US – und da liegt der Auftrag für diese Anleger zunächst den österreichischen Titel, den österreichischen Markt maximal sichtbar zu machen. Und insofern für die österreichischen Unternehmen vor allem, wie ein Magnet im weltweiten Finanzmarkt zu wirken und die Orders hier nach Wien zu ziehen. Und anders herum haben wir immer betont, wir wollen aber auch die Welt nach Österreich bringen, für den österreichischen Investor wiederum. Also das sind sozusagen die zwei Schienen, auf denen wir fahren: Erstens Österreich in der Welt sichtbar zu machen, den österreichischen Unternehmen, die maximale Liquidität und Visibilität zu verschaffen und andererseits den Österreichern möglichst viele Investmentchancen hier nach Österreich zu bringen. Damit sind wir einigermaßen erfolgreich. Der Börse geht es, wie man im Englischen sagt ,not too bad‘, auf Deutsch würde man sagen ,es geht ihr fantastisch‘. Das Handelsvolumen ist tatsächlich um 20 Prozent gestiegen im Vergleich zum Vorjahr. Wir haben nach wie vor absoluten Rekord was die Einzelabschlüsse angeht und Marktkapitalisierung ist über 120 Milliarden und damit auf dem höchsten Stand seit über acht Jahren und auch das vierte Quartal, sieht aus jetziger Sicht sehr vielversprechend aus. Natürlich haben Sie recht, dass diese Marktentwicklung in einem bestimmten Umfeld stattfindet und da ist es natürlich so, dass das allgemeine internationale Börsenumfeld einigermaßen intakt ist, eher sogar dazu geneigt ist, dass die Hauptindices, die ganz großen Märkte hier fantastisch gelaufen sind, dass man sich zunehmend auch für die etwas kleineren Märkte interessiert. Insofern haben wir es durchaus mit einem kleinen Aufholeffekt hier zu tun. Aber: Vergessen Sie nicht eins, auch die Fundamentaldaten in Österreich sind dabei, sich ganz deutlich zu verbessern. Wir haben ein tatsächlich sich beschleunigendes Wachstum in Österreich und ein stabiles Wachstum in Osteuropa. Sie wissen, die österreichischen Emittenten ein großes Exposure in Zentral- und Osteuropa und - erinnern Sie sich mal dran, da sind die Wachstumsraten nach wie vor tatsächlich doppelt so hoch wie in Westeuropa, also die Fundamentaldaten unterstützen diesen Trend. Und die dritte Säule, wo ich hoffe, dass wir dazu beigetragen haben, ist meinetwegen auch eine Börsenseite, denn wir versuchen dieses ganze Handelsgeschehen infrastrukturell in der bestmöglichen Weise abzubilden. Jetzt dann demnächst auch mit 60 neuen ETFs.

Wie sagten Sie: Der Wiener Börse geht’s fantastisch. Herr Boschan, vielen Dank.

Ich danke Ihnen. Bis zum nächsten Mal.

Hinweis: Audio unter http://www.wienerborse.at (barrierefrei, Österreich) bzw. http://www.boersenradio.at (Login, Komplett-Feed).


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Beitrag von boersenradio.at



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