Sie interessieren sich für Makrothemen und Trading in exotischen Basiswerten? Dann folgen Sie mir unbedingt auf Guidants!
26.11.2017, 4156 Zeichen
China bleibt ein Sorgenkind. Die Konjunkturstützen sind ausgelaufen und die Wirtschaft steht vor einem Schritt nach unten.
Der große Parteitag der chinesischen Einheitspartei ist Geschichte. Die Erkenntnisse, die sich daraus gewinnen ließen, sind begrenzt. Xi Jingping wurde zwar eine große Ehre zuteil (seine politischen Gedanken wurden in die Parteiverfassung aufgenommen), doch darüber hinaus geschah wenig.
Xi erklärte, dass sich China öffnen wird. Er deutete auch an, dass das Wirtschaftsmodell umgestellt werden muss. Der Fokus auf vorgegebene Wachstumszahlen sei nicht mehr notwendigerweise der richtige Weg. Das klingt durchaus vernünftig, ist aber wohl ein Lippenbekenntnis. Ähnliches hörten wir bereits vor 5 Jahren.
Tatsächlich hat sich in China in den letzten 5 Jahren wenig getan. Das Kreditwachstum geht munter weiter (Grafik 1). Jeder weiß, dass das nicht ewig so weitergehen kann. Das Kreditwachstum vollzieht sich wesentlich schneller als das Wirtschaftswachstum. Die Verschuldung steigt und niemand weiß, wie die Kredite jemals wieder zurückgezahlt werden sollen.
Besonders frustrierend ist der geringe Effekt der Kredite. Obwohl immer höhere Summen aufgenommen werden, bleibt das Wachstum vergleichsweise niedrig. Die Industrieproduktion befindet sich im Krisenmodus (Grafik 2). Die Produktion wächst so langsam wie seit der Finanzkrise nicht mehr.
Konjunkturmaßnahmen führten in der ersten Jahreshälfte zu einer kleinen Belebung. Das Wachstum stieg von 6,2â¯% auf 7,6â¯%. Inzwischen steht es wieder bei 6,2â¯% und der Trend deutet daraufhin, dass es nun eine Stufe tiefer geht.
Beim Konsum sieht es nicht anders aus. Das Wachstum des Einzelhandelsumsatzes ist niedriger als 2009 und driftet wieder zu den Tiefs aus den 90er Jahren. So lassen sich Wachstumsziele nicht erreichen. Man wird sehen, ob Xi aus diesem Grund die Ziele wirklich fallenlässt oder am Ende doch wieder schwach wird und mit staatlichen Ausgaben das Ziel erzwingt.
Für China selbst wäre ein nachhaltigerer Wachstumskurs gut. Kurzfristig ist es zwar schmerzhaft, doch langfristig besser als irgendwann eine großangelegte Kreditkrise zu haben, die das Land in die Rezession stürzt. Für den Rest der Welt ist eine Aufgabe der Wachstumsziele kurzfristig wenig lukrativ.
Als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt konsumiert China Unmengen an Rohstoffen und mit der Ausrichtung auf Industrieproduktion profitieren Länder wie Deutschland mit seinen Maschinenbauern. Niedrigeres Wachstum wird sich in den Kassen vieler Länder bemerkbar machen.
Durch Konjunkturmaßnahmen gab es bis vor kurzem vor allem auf dem Immobilienmarkt einen Boom. Kaum ein Sektor verschlingt so viele Rohstoffe wie der Immobilienmarkt, immerhin müssen nicht nur die Häuser gebaut, sondern auch an Infrastruktur angeschlossen werden.
Eine Abkühlung in diesem Bereich ist schon jetzt sichtbar. Für viele Rohstoffpreise bedeutet das erst einmal nichts Gutes. Da viele Entwicklungsländer von den Importen Chinas abhängig sind, ist auch dort im kommenden Jahr eine Abkühlung absehbar.
Chinas On/Off Modus beim Wachstum bereitet vielen anderen Ländern Probleme. Für 2018 ist ein Off Modus zu erwarten. Das wird in China selbst zu einer kleinen Wachstumskrise führen und viele andere Staaten ebenfalls beeinflussen. Das hohe und synchrone globale Wachstum in diesem Jahr wird sich 2018 so wohl nicht wiederholen.
Krise ist dabei natürlich relativ. Die letzte Krise hatten wir 2015 bis Anfang 2016. Rohstoffpreise fielen ins Bodenlose, China wertete seine Währung stark ab und das Wachstum verlangsamte sich. Im kommenden Jahr wird sich Chinas Wachstum wieder verlangsamen. Die Krise ist also die gleiche wie schon vor zwei Jahren. Die Folgen werden aber höchstwahrscheinlich weniger gravierend sein.
Sie interessieren sich für Makrothemen und Trading in exotischen Basiswerten? Dann folgen Sie mir unbedingt auf Guidants!
Autor: Clemens Schmale, Finanzmarktanalyst bei GodmodeTrader.de
Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.
BörseGeschichte Podcast: Heiko Thieme vor 10 Jahren zum ATX-25er
Bildnachweis
Aktien auf dem Radar:Amag, Polytec Group, DO&CO, Semperit, Rosenbauer, UBM, Rosgix, AT&S, Bawag, Verbund, Uniqa, RBI, voestalpine, Austriacard Holdings AG, Rath AG, SBO, Addiko Bank, Frequentis, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, RHI Magnesita, Mayr-Melnhof, Telekom Austria, Österreichische Post, Siemens Energy, Fresenius Medical Care, E.ON , RWE, SAP, Scout24, BASF.
Random Partner
Österreichische Post
Die Österreichische Post ist der landesweit führende Logistik- und Postdienstleister. Zu den Hauptgeschäftsbereichen zählen die Beförderung von Briefen, Werbesendungen, Printmedien und Paketen. Das Unternehmen hat Tochtergesellschaften in zwölf europäischen Ländern.
>> Besuchen Sie 61 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Heiko Thieme, Cyan, Klöckner & Co.
» Wiener Börse Party #1074: ATX etwas schwächer, Cyan wird am Börsentag Wi...
» Österreich-Depots: High zum Wochenende (Depot Kommentar)
» Börsegeschichte 16.1.: Extremes zu Agrana und Austriacard (Börse Geschic...
» Nachlese: Markus Cserna cyan, Barbara Riedl-Wiesinger Bell (audio cd.at)
» In den News: Flughafen Wien, Reploid, Novomatic (Christine Petzwinkler)
» Wiener Börse zu Mittag etwas fester: AustriaCard, Amag, Bawag gesucht
» Börsepeople im Podcast S23/02: Markus Cserna
» ATX-Trends: Polytec, VIG, Uniqa, Bawag, Erste Group, RBI ...
» Wiener Börse Party #1073: ATX wieder auf High, Versicherer top, auch die...
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- wikifolio Champion per ..: Paul Pleus mit PPinves...
- Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Heiko Thieme, Cy...
- Wie Pantaflix, Klöckner, Drägerwerk, Noratis, Sue...
- Wie Wirecard, SBO, K+S, Ahlers, Valneva und Zumto...
- Wie Nike und Nike für Gesprächsstoff im Dow Jones...
- Wie Siemens Energy, Brenntag, BASF, Deutsche Tele...
Featured Partner Video
Wiener Börse Party #1072: ATX unverändert, Polytec erweitert Investmentstory, Austriacard zieht weiter, Cyber Security für die Ohren
Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...
Books josefchladek.com
Tenmei Kanoh
New York 1969
2014
Ishi Inc.
Dominique Lapierre, Jean-Pierre Pedrazzini, René Ramon
So lebt man heute in Rußland
1957
Blüchert
