01.12.2017, 4040 Zeichen
Wieder war es der anziehende Euro, der gestern die Stimmung an den europäischen Börsen belastete und die wichtigsten Indices mit einem Minus schliessen liess. Schwächster Sektor waren die Bau- und Baustoffwerte, die in Summe 0,8% abgeben mussten. Schwach war auch einmal mehr der Rohstoffsektor mit einem Abschlag in gleichem Ausmaß, diese Branche litt unter Sorgen über ein langsameres Wachstum der chinesischen Wirtschaft. Gewinne gab es im Telekombereich, Deutsche Telekom notierte beispielsweise am Ende des Tages fast 1,4% höher, was vor allem mit der Suche der Anleger nach Werten mit stabilen Erträgen und guten Dividendenrenditen begründet wurde. Technologiewerte schafften nur zwischenzeitlich eine moderate Erholung, gegen Handelsschluss drehten sie ins Minus und schlossen 0,3% schwächer. Munich Re kämpft seit Jahren mit schrumpfenden Gewinnen und zeigte sich auch gestern für die Zukunft eher vorsichtig, Anleger quittierten diese Aussage mit einem Abschlag von 2,7%. Stark war hingegen Ahold Delhaize, die Supermarktkette war mit einem Plus von 3,1% Tagesgewinner im EuroStoxx50. Credit Suisse konnte sich bei einem Investorentag überzeugend präsentieren und daraus einen Zuwachs von 2,0% lukrieren.
Gegen den europäischen Trend präsentierte sich die Wiener Börse in freundlicher Stimmung und konnte 0,4% zulegen. Unter den Schwergewichten war vor allem Andritz mit 1,5% Zuwachs das Zugpferd, auch Erste Group und OMV konnten jeweils 0,3% dazugewinnen. Abgeben musste hingegen Raiffeisen, der Handel wurde mit einem Abschlag von 1,5% beendet. Strabag konnte den Umsatz steigern, allerdings litt der Gewinn unter Währungsverlusten, was zu einem Minus von 1,9% führte. CA Immo meldete den Verkauf des Frankfurter Büroturms Tower und konnte dadurch 3,1% höhere Notierungen erzielen. Porr konnte positive Analystenkommentare nach der Präsentation der Ergebnisse erzielen, zusammen mit dem vielversprechenden Ausblick führte das zu einem Tagesgewinn von 5,3%. Wienerberger verkündete, bis zu 1,2 Millionen Aktien zurückkaufen zu wollen und gewann 0,6% dazu.
Von ihrer freundlichen Seite präsentierten sich die Börsen in den USA, der Dow Jones klettert unaufhaltsam in höhere Gefilde und durchbrach gestern die nächste bedeutende Marke von 24.000 Punkten. Für den gesamten Monat November erzielte das bekannteste Börsenbarometer einen Zuwachs von 3,9%. Es war vor allem die Hoffnung auf eine baldige Umsetzung der Steuerreform, die die Investoren zugreifen liess. Allerdings kam es dann doch zu Schwierigkeiten im Senat und die Abstimmung wurde auf heute verschoben. Vor allem Industriewerte standen in der Gunst der Anleger weit oben, Boeing und United Technologies verteuerten sich um jeweils 2,8%, auch Caterpillar konnte 2,2% dazugewinnen. Auch Ölwerte waren wieder im Vormarsch, ExxonMobil schloss 1,2% höher, Chevron gewann 1,5% dazu. Die Verlängerung des Förderlimits durch die OPEC liess hier die Investoren zugreifen. Technologiewerte konnten sich etwas erholen und die Vortagsverluste teilweise wieder wettmachen. Juniper Networks hatte am Mittwoch nachbörslich 20% dazugewonnen, als Gerüchte über eine mögliche Übernahme durch Nokia die Runde machten. Dies wurde gestern umgehend dementiert, und der Wert sackte 6,3% ab.
Öl konnte auf Grund des OPEC-Beschlusses leicht dazugewinnen, da dieser Beschluss aber bereits erwartet war hielten sich die Gewinn in Grenzen, Brent schloss 0,7% stärker, WTI konnte nur ein Plus von 0,2% erzielen. Gold befindet sich weiter auf dem Rückzug, die allgemein positive Stimmung erweist sich für das Edelmetall als wenig förderlich. Am späten Abend wurden rund 1.275 US-Dollar für eine Unze bezahlt. Der Euro konnte im Tagesverlauf deutlich dazugewinnen, auch wenn keine wirklichen Gründe für diese Stärke namhaft gemacht werden konnten, im späten Handelsverlauf stand die Gemeinschaftswährung bei rund 1,191 US-Dollar.
Vorbörslich sind die europ. Börsen leicht positiv indiziert. Die asiatischen Börsen schließen uneinheitlich. Von der Makroseite werden Daten aus den USA (ISM) veröffentlicht.
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