06.02.2018, 2918 Zeichen
Im Januar wurden in den USA 200.000 Stellen aufgebaut. Das wird gefeiert und gefürchtet. Alles unnötig, denn der Bericht war eigentlich grottenschlecht.
Wenn man einmal die einfachen Fakten betrachtet, wird einem fast schwindelig. Im Januar werden keine Jobs geschaffen. Dass der Bericht eine positive Zahl ausweist, liegt einzig und allein an der Saisonbereinigung. Lässt man diese unbeachtet, wurden also keine Jobs geschaffen, sondern 3,085 Mio. Jobs verloren.
Dieses dicke Minus wird durch die Saisonbereinigung zu einem Plus von 200.000. Das ist jedes Jahr so. Wieso aber ist dann der Bericht schlecht gewesen? Der Abbau von 3,085 Mio. Stellen im Januar ist der zweithöchste Jobverlust in einem Januar seit Erhebung der Daten. Nur 2009 war das Minus noch größer.
Im vergangenen Jahr lag das Minus bei 2,877 Mio. Dieses Jahr sind es also 200.000 mehr Jobs, die im Januar verlorengingen. Die Daten werden in den kommenden Monaten noch einmal revidiert. Es ist möglich, dass das Bild dann wieder besser aussieht oder aber auch noch schlechter.
Viele richten ihren Blick heute aber gar nicht auf die Anzahl an Stellen, die geschaffen bzw. abgebaut wurden, sondern auf die Entwicklung der Stundenlöhne. Diese stiegen gegenüber dem Vorjahr um 2,9 %. Das ist der größte Zuwachs seit 9 Jahren. Endlich ist das Lohnwachstum da, auf das alle gewartet haben – wenn da nicht ein ungemütliches Detail wäre.
Die Stundenlöhne sind nicht das beste Maß, um die Lohnentwicklung zu bestimmen. Der Stundenlohn ergibt sich aus dem Lohn, der durch die Wochenarbeitszeit dividiert wird. Sinkt die Wochenarbeitszeit und bleibt der Lohn konstant, steigt der Stundenlohn trotzdem. Genau das ist geschehen. Im Januar wurde weniger gearbeitet. Deswegen ist das Plus so groß.
Betrachtet man den Gesamtlohn, so ist dessen Wachstum wieder abgesackt (siehe Grafik). Das Wachstum liegt nun nur noch bei 2,6 %. Vor zwei Monaten waren es noch 3,1 % Wachstum. 2,6 % sind immer noch nicht schlecht und am oberen Ende dessen, was wir in den letzten 5 Jahren gesehen haben. Sensationell ist es nicht. Es ist vor allem kein Grund nun vor der Notenbank Angst zu haben. Man könnte ja auf die Idee kommen, dass diese nun die Zinsen schneller anhebt, weil die Löhne endlich zulegen. Dies ist einfach nicht der Fall.
Der Arbeitsmarktbericht ist eigentlich ziemlich enttäuschend. Vielleicht ist er nicht katastrophal, doch einen so schwachen Januar hatten wir schon lange nicht mehr. Da gibt es nichts zu feiern und eine andere Zinspolitik muss man auch nicht befürchten.
Sie interessieren sich für Makrothemen und Trading in exotischen Basiswerten? Dann folgen Sie mir unbedingt auf Guidants!
Autor: Clemens Schmale, Finanzmarktanalyst bei GodmodeTrader.de
Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.
Börsepeople im Podcast S23/02: Markus Cserna
Bildnachweis
Aktien auf dem Radar:Amag, Polytec Group, DO&CO, RHI Magnesita, Semperit, Austriacard Holdings AG, Rosgix, AT&S, Lenzing, voestalpine, BTV AG, Hutter & Schrantz Stahlbau, Pierer Mobility, Porr, SBO, VIG, Addiko Bank, Rosenbauer, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, SW Umwelttechnik, Flughafen Wien, Österreichische Post, Verbund.
Random Partner
REPLOID Group AG
Die 2020 gegründete REPLOID Group AG stellt hochwertige Proteine und Fette sowie biologischen Dünger aus der Aufzucht von Larven der Schwarzen Soldatenfliege her. In den für ihre Kunden errichteten Mastanlagen – den REPLOID ReFarmUnits – erhalten vom Unternehmen gelieferte Junglarven eine auf den jeweiligen Standort abgestimmte Futtermischung aus Reststoffen der regionalen Lebensmittel-Wertschöpfungskette. Nach erfolgter Mast übernimmt REPLOID die Larven zur zentralen Vermarktung.
>> Besuchen Sie 61 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Wiener Börse Party #1073: ATX wieder auf High, Versicherer top, auch die...
» Österreich-Depots: Das Amag-Thema macht Freude (Depot Kommentar)
» Börsegeschichte 15.1.: Extremes zu EVN (Börse Geschichte) (BörseGeschichte)
» Nachlese: Joe Brunner, Christian-Hendrik Knappe (audio cd.at)
» PIR-News: In den News: Strabag, Warimpex, Dadat, Tauros finanziert C-See...
» Wiener Börse zu Mittag etwas fester: Amag, Polytec und Bajaj Mobility ge...
» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Max Otte, Christian-Hendrik Knappe, ETF...
» ATX-Trends: Bawag, Erste Group, Bajaj Mobility ...
» Österreich-Depots: Etwas schwächer (Depot Kommentar)
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Wiener Börse Party #1073: ATX wieder auf High, Ve...
- Wiener Börse: ATX legt am Donnerstag 0,73 Prozent zu
- Wiener Börse Nebenwerte-Blick: Polytec steigt meh...
- Wie Polytec Group, Pierer Mobility, BTV AG, Wolfo...
- Wie VIG, Porr, Lenzing, DO&CO, OMV und Wienerberg...
- Reploid: Vorstand Alain Parent übernimmt neue Fun...
Featured Partner Video
Number One Awards 2025 an LLB Invest, Erste Zertifikate, Rosinger Group, Reploid, M.X. Bornschlegl, F. Höhnsdorf (Kategorien 7-12 von 12)
Im 12. Jahr gibt 12x Number One Award für die Besten der Besten am Wiener Kapitalmarkt 2025. Dies auf Basis von Hard Facts und dem Presenting Partner Oaklins.
In diesem Podcast besprechen ...
Books josefchladek.com
Jeff Mermelstein
What if Jeff were a Butterfly?
2025
Void
JH Engström
Dimma Brume Mist
2025
Void
Marjolein Martinot
Riverland
2025
Stanley / Barker
Claudia Andujar
Genocídio do Yanomami
2025
Void
Robert Frank
Os Americanos (first Brazilian edition)
2017
Instituto Moreira Salles
