11.06.2018, 6773 Zeichen
Andreas Kern" data-udi="umb://media/6dc0a03189d846a88cd0b6381a4e183f" />
Handelskrieg, Überschuldung und obendrauf der Diesel-Skandal. Angesichts der Themen, die die öffentliche Diskussion bis hinunter zum Stammtisch beherrschen, kann einem schon himmelangst werden. Zwar ist es für Börsianer durchaus sinnvoll, mögliche Gefährdungslagen im Hinterkopf zu behalten, lähmen lassen sollte man sich davon allerdings nicht. Denn während ausführlich über Missstände und (potenzielle) Gefahren berichtet wird, ist all das, was reibungslos funktioniert, nur selten eine Nachricht wert – und falls doch, bleibt das allgemeine Interesse dafür gering. Es ist die Lust an der meist negativen Sensation, die gelegentlich zu einer falschen Repräsentation der Welt in unseren Köpfen führt, und uns damit den Blick auf die tatsächlich vorhandenen Chancen verbaut, etwa auf die atemberaubenden, ja revolutionären Entwicklungen, die beispielsweise tagaus, tagein im Hightech-Sektor vorangetrieben werden.
Mit stockendem Atem und schlotternden Knien …
Im März stockte den Anlegern allerdings auch in diesem Bereich der Atem, als die international bekannten Flaggschiffe – Facebook , Amazon , Apple , Alphabet (Google ) – ihre Aufwärtstrends auf eine harte Probe stellten. Charttechnisch war das seinerzeit eine echte Steilvorlage für die Bären, die aber letztlich vom Markt nicht angenommen wurde. Wer dann beispielsweise Ende März bei Facebook einstieg, der kaufte vielleicht mit schlotternden Knien, aber er kaufte, als die sprichwörtlichen Kanonen donnerten und wurde zwischenzeitlich reich belohnt. Besonders bei dieser Aktie war der jüngste Aufschwung auch nicht Ausdruck allgemeiner Sorglosigkeit, sondern die Belohnung für eine erfolgreich bestandene Feuerprobe. Zwar ist die Luft für solche Flaggschiffe nun wieder dünner geworden, die technische Revolution aber schreitet weiter unbeirrt voran: Ein Fall für die Hightech-Spezialisten unter unseren Tradern.
Auf Schatzsuche im „Valley“
Zu denen gehört fraglos Börse Online („SiliconValley“), die seit Oktober 2015 das wikifolio „Börse Online Silicon Valley“ managt. Das Team konzentriert sich hier auf die „Megatrends der Digitalisierung“. Damit schneidet man sich aus dem Gesamtmarkt eines der interessantesten Anlagethemen heraus und investiert sozusagen mit dem Rückenwind eines säkularen Trends. Innerhalb dieses Trends konzentriert sich Börse Online auf die Besten der Besten und wird vor allem im Silicon Valley fündig: Sehr gut eingeführte Markennamen, einzigartiges Geschäftsmodell, Markt- und Technologieführer im jeweiligen Branchensegment.
Und da Börse Online das Thema fundamental angeht, wird hier mit einem mittel- bis langfristigen Horizont agiert. Ein Problem solcher Aktien soll allerdings nicht verschwiegen werden: Die Titel sind aufgrund ihrer Erfolgsgeschichten oft mit hohen Erwartungen befrachtet und neigen bei Enttäuschungen zu scharfen Korrekturen. Mit einer Performance von mehr als 71 Prozent schadete diese Schwankungsfreude dem wikifolio per Saldo jedoch nicht.
Aus Daten werden Dinge … und Gewinne!
Dass es bei der Digitalisierung nicht nur um Virtuelles, sondern letztlich um sehr Reales geht, zeigt das wikifolio „Internet der Dinge | Technologie“. Marius Rimmelin („audiophile“) setzt schwerpunktmäßig auf den Megatrend „Internet of Things“, wobei er neben Aktien in geringem Umfang auch passende ETFs beimischt. Regional gibt es weder Schwerpunkte noch Beschränkungen, so dass für dieses wikifolio buchstäblich die ganze Welt Rimmelins Zuhause ist. Auch seine Vorgehensweise ist fundamental ausgerichtet, wobei tagesaktuelle Nachrichten nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Im Ergebnis entstand so ein breit gestreutes Portfolio, das mit einer Performance von mehr als 81% seit Januar 2016 eindrucksvoll wuchs. Das gute Chance/Risiko-Verhältnis lässt sich neben einer stetig aufwärts gerichteten Kapitalkurve auch an den beiden blauen Auszeichnungen „Guter Money Manager“ und „Kontinuierliches Wachstum“ ablesen.
Top-Performance mit „Social Indexing“
Ebenfalls auf dem Gebiet der Digitalisierung bewegt sich das wikifolio „Augmented- und Virtual-Reality“ der Social-Indexing-Plattform TRENDLINK („TRENDLINK“). Die Besonderheit dieses wikifolios besteht darin, dass es überwiegend passiv den Trends virtuelle Realität und computergestützte Sinneserweiterung folgt. Der entsprechende Index wird bei TRENDLINK unter Mitwirkung der dortigen Community erstellt und lediglich im Bedarfsfall angepasst. Die letzte Anpassung innerhalb des wikifolios erfolgte übrigens am 31. März 2017, also vor mehr als einem Jahr.
Damals wurde ein winziger Teil der NVIDIA -Position verkauft, die aber mit einem Anteil von rund 58% noch immer den Löwenanteil des wikifolios ausmacht und einen Buchgewinn von rund 186% aufweist. Dass es sich dabei dennoch nicht um einen einsamen Glückstreffer handelt, kann man an weiteren Top-Performern des wikifolios wie Sony (+182%), Facebook (+154%) oder Microsoft (+111%) erkennen. Insgesamt beträgt die Performance des wikifolios seit dem 30.10.2014 rund 207% – wohlgemerkt mit einem weitestgehend passiven Ansatz, allerdings im richtigen Marktsegment.
Was kommt?
Das sollten Anleger im Auge behalten
Heute beginnt der zweitägige G7-Gipfel in Kanada. Angesichts der Spannungen in Zoll- und Handelsfragen waren die Erwartungen an diesen Gipfel schon im Vorfeld ausgesprochen gering. Möglicherweise wird es nicht einmal eine gemeinsame Abschlusserklärung geben. Geringe Erwartungen sind allerdings nicht die schlechtesten Voraussetzungen für positive Überraschungen.
Am kommenden Dienstag, den 12. Juni steht ein weiteres Gipfeltreffen an. US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un treffen sich in Singapur – falls nicht einer von beiden in letzter Minute absagt.
Dagegen verblassen fast die zahlreich zur Veröffentlichung anstehenden Wirtschaftsdaten. Einige Highlights: Chinesische BIP-Zahlen in der Nacht auf Mittwoch, den 13. Juni; Verbraucherpreise für die USA (Dienstag, 12. Juni), für Deutschland (Donnerstag, 14. Juni) und die Euro-Zone (Freitag, 15. Juni).
Zudem stehen Zinsentscheidungen der Fed (Mittwoch, 13. Juni), der EZB (Donnerstag, 14. Juni) und der Bank of Japan (Freitag, 15. Juni) an – alles in allem also eine ereignisreiche Woche auf der Makroebene.
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