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Mario Draghi steht für Schrecken ohne Ende

Autor:
Robert Gillinger

Geschäftsführung und Chefredaktion Börse Express.

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26.09.2014, 3518 Zeichen

Lasst uns ­hoffen, dass das irre Treiben der Notenbanken nicht in einem Abwertungswettlauf endet – dem Krieg der ­Währungen.

aus dem Editorial des be Investor 4 - Gratis-Download unter http://goo.gl/ocHiwr

Gestern war es (eigentlich nicht zum ersten Mal) soweit: „Wir sind zum Einsatz zusätzlicher unkonventioneller Maßnahmen im Rahmen unseres Mandats und zur Änderung des Umfangs und der Zusammensetzung der gegenwärtigen Maßnahmen bereit, falls dies beim Kampf gegen eine anhaltend niedrige Inflation notwendig werden sollte“, verlautbarte Mario Draghi. Bereits tags zuvor hatte der EZB-Präsident betont, dass die Bank weiter entschlossen ist, die höchst entgegenkommende Geldpolitik so lange wie nötig beizubehalten und, falls nötig, nach eigenem Ermessen weitere Maßnahmen einzuleiten.

Der Euro ging (weiter) auf Sinkflug. Die Anleihenrenditen gingen (weiter) auf Sinkflug. Noch spielt Draghi das Umfeld (halbwegs) in die Hände. Ein schwächerer Euro ist ja gut für die exportlastige Industrie der Eurozone. Und mit einem schwächeren Euro verteuern sich auch die Energieimporte des Kontinents – der auf diese mangels eigener Ressourcen angewiesen ist. Blöd nur, dass eben diese Energieimporte mit der Preisschwäche bei Öl dann schlussendlich doch nicht diesen Effekt haben. Blöd nur, dass Japan – noch immer die drittgrößte Volkswirtschaft der Erde, mit nichts anderem gegen ähnliche Probleme anzukämpfen versucht. Und mal schauen, was es zu bedeuten hat, dass China, die Nummer zwei unter den Volkswirtschaften, dabei ist den Notenbankchef auszutauschen. Und schauen wir einmal, wie lange die Fed dem Treiben zusieht, ohne selbst wieder verstärkt in diesem Spiel mitzumischen. Also lasst uns hoffen, dass das irre Treiben der Notenbanken nicht in einem Abwertungswettlauf endet – dem Krieg der Währungen.

Und lasst uns auch hoffen, dass Draghi sein Reden von zusätzlichen unkonventionellen Maßnahmen nicht in die Tat umsetzt. Damit das Wirtschaftswachstum ankurbeln? Weil die Kreditvergabe der Banken stockt? Diese ist in der Eurozone im August erneut gesunken. Insgesamt vergaben die Finanzhäuser 1,5 Prozent weniger Darlehen an Unternehmen und private Haushalte als im Vorjahr, wie die EZB gestern mitteilte. Natürlich ist das für Wirtschaftswachstum per se nicht förderlich. Aber warum sind wir eigentlich so heiß darauf, Wachstum auf Pump zu schaffen? War nicht genau das der ursächliche Auslöser der Krise in Europa?
Jedenfalls bin ich mir sicher, dass kein Finanzinstitut aus Bösartigkeit der Konjunktur gegenüber einen Kredit nicht vergab, der nachgefragt war. Vorausgesetzt, dieser entsprach den Regeln für eine Kreditvergabe. Wenn, kann die EZB der Konjunktur also eigentlich nur auf die Sprünge helfen, wenn sie jenen Kreditnachfragern hilft, die den Regeln punkto Bonität etc. nicht entsprechen. Regeln, die übrigens grosso modo EZB und Politik vorgeben.
Kein gutes Gefühl, solche Papiere in den Tresoren der Währungshüter zu wissen. Andernfalls muss Draghi jene Kreditnehmer mit entsprechender Bonität nötigen mehr Geld zu nehmen, als eigentlich gebraucht. Nötigung ist bei uns im § 105 StGB geregelt. Die für den Tatbestand gefährliche Drohung haben wir – Deflation heißt sie bei Draghi, die alle anderen Gefahren vergessen lässt. Dabei heißt diese, wie bei jeder Gelddruckaktion, Inflation. Hier passt ein Spruch des deutschen Offiziers Ferdinand von Schill aus dem Jahr 1809: „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“ Wenn Draghi handeln sollte, steht er für Zweiteres ...


(26.09.2014)

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