03.02.2016, 2802 Zeichen
Unsichere Zeiten herrschen derzeit an den Börsen, und damit fliehen die Anleger wieder vermehrt in Anleihen. In Japan hat die Notenbank erstmals die Leitzinsen in den negativen Bereich gesenkt und damit die Nachfrage nach Staatsanleihen zusätzlich angeheizt. Damit sind am Mittwoch die Renditen auf 10jährige japanische Bonds erstmals bis auf Haaresbreite an den Nullpunkt herangekommen, eine negative Rendite für 10jährige japanische Anleihen scheint nur mehr eine Frage der Zeit zu sein. Das ist insofern bedeutsam, als Japan damit der erste große Rentenmarkt weltweit wäre, bei dem die 10jährigen Renditen negativ sind. In der Schweiz ist das auch der Fall, dort ist der Markt aber viel kleiner. Wenn die Renditen auf Anleihen in den negativen Bereich sinken, wissen die Anleger schon beim Kauf der Anleihe, dass sie am Schluss weniger herausbekommen werden, als sie eingesetzt haben. Sie zahlen also de facto für das Privileg, Japan Geld borgen zu dürfen. Das macht natürlich nervös, denn sollte die Nachfrage irgendwann erlahmen, könnte die Gegenbewegung schnell und heftig ausfallen. In Japan wird der Effekt aber durch die Notenbank gemildert, die weiterhin als große Käuferin von Staatsanleihen auftritt.
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Börsepeople im Podcast S23/04: Johanna Duchek
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