26.02.2016, 3559 Zeichen
Das Überangebot an den weltweiten Ölmärkten spricht immer noch nicht für eine nachhaltige Ölpreiserholung. Allerdings dürften Ölpreis-Bullen zuletzt neuen Mut geschöpft haben.
Der jüngste Ölpreisverfall nahm Mitte 2014 seinen Anfang. Nachdem im Vorjahr keine nachhaltige Besserung einsetzen wollte, hatten Ölpreise-Bullen zu Beginn dieses Jahres auf eine Erholung der Notierungen gehofft. Doch daraus wurde nichts. Stattdessen setzte sich der Preiseverfall fort. Sowohl die US-Sorte WTI als auch die Nordseesorte Brent kosteten auf ihren Jahrestiefs weniger als 30 US-Dollar pro Fass. Es wurde schon spekuliert, wie tief es noch nach unten gehen könnte. Zum ersten Mal seit langer Zeit, scheinen Anleger jedoch daran zu glauben, dass zumindest ein Boden gefunden worden sein könnte. Zu dieser Einsicht dürften mehrere Entwicklungen der jüngsten Zeit beigetragen haben.
Am 16. Februar verkündete der saudische Ölminister Ali al-Naimi nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Russland, Venezuela und Katar in Doha, dass man sich darauf geeinigt hat, die Produktion auf dem Januar-Niveau einzufrieren. Von einer Produktionskürzung und dem nachhaltigen Abbau des weltweiten Überangebots sind wir damit weit entfernt. Außerdem hängt der Erfolg des Deals von vielen Fragen ab. Es geht unter anderem darum, ob die Vereinbarung überhaupt eingehalten wird und ob sich andere wichtige Ölförderer ebenfalls daran halten, ihre Produktion nicht weiter zu erhöhen. Insbesondere der Iran dürfte kein Interesse an einer eingefrorenen Produktionsmenge oder sogar einer Senkung haben. Schließlich will sich das Land nach dem Auslaufen westlicher Sanktionen Marktanteile zurückholen.
Trotz der Unsicherheiten in Bezug auf die Umsetzung des Deals, konnten sich die Ölpreise nach Bekanntwerden der Neuigkeit erholen. Es war zuletzt jedoch nicht nur die Einigung zwischen Mitgliedern der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und einigen Nicht-OPEC-Staaten, sondern auch die Aussicht auf eine abnehmende Produktion in den USA, die die Ölnotierungen stützte. Der Ölindustrie-Dienstleister Baker Hughes meldete am 19. Februar, dass die Zahl der Ölbohrungen in den USA zuletzt auf 413 gefallen sei und damit den niedrigsten Stand seit Januar 2010 erreicht habe.
Damit steigen die Chancen, dass die in den vergangenen Jahren boomende US-Ölindustrie ihre Produktion in diesem Jahr drosselt. Im Januar konnte bereits ein Produktionsrückgang im Vergleich zum Dezember 2015 beobachtet werden. Laut Angaben der Energy Information Administration (EIA) sank die US-Produktion um 70.000 Barrel pro Tag auf 9,2 Millionen Barrel Pro Tag. Für das Gesamtjahr 2016 geht die Behörde von einem Rückgang von 9,4 Millionen Barrel in 2015 auf 8,7 Millionen Barrel aus.
Auch wenn einige Aspekte für eine Stabilisierung am Ölmarkt sprechen, sollten sich die Ölpreise-Bullen noch nicht zu sicher fühlen. Weltweit zeichnet sich eine schwächere Konjunktur ab und damit eine geringere Ölnachfrage, während sich zur gleichen Zeit die Produktion vieler wichtiger Ölförderer auf einem Rekordniveau befindet.
Spekulative Anleger, die steigende Notierungen bei der Ölsorte Brent erwarten, könnten mit einem Faktor-Long-Zertifikat der Deutschen Bank (WKN DL4BRT) mit dem Hebel (Faktor) von 4 auf ein solches Szenario setzen. Wer aber als spekulativer Anleger eher Short orientiert ist und auf fallende Ölpreise bei der Sorte Brent setzen möchte, erhält mit einem Faktor-Short-Zertifikat der Deutschen Bank (WKN DL4BST) mit dem Hebel (Faktor) 4 die Gelegenheit dazu.
Stand: 25.02.2016
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