15.03.2016, 3494 Zeichen
Die Aktienmärkte entschlossen sich nach einigem Hin und Her, die Maßnahmen der EZB vom letzten Donnerstag doch positiv zu interpretieren. Am Montag stieg der DAX erstmals seit dem 13. Januar wieder über die Marke von 10.000 Punkten. Allerdings nur kurzfristig, dann bekamen die Anleger wieder kalte Füße und wollten sich vor den wichtigen Ereignissen der nächsten Tage nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.
Die Woche der Notenbanken
Besonders die Sitzung der US-Notenbank am Mittwoch wird mit Spannung erwartet. Wie reagiert die Fed auf die Aktion der EZB? Aber nicht nur in den USA entscheiden die Notenbanker dieses Woche über die weitere Geldpolitik, auch in Großbritannien, Norwegen, der Schweiz, Russland und Mexiko gibt es Zentralbanksitzungen. Das kann eine richtungsweisende Woche werden. Sollten auch die anderen Notenbanken der Linie der EZB folgen, dann kann noch mehr Risikofreude an die Börsen zurückkehren. Am Dienstagmorgen gab es aber bereits einen kleinen Dämpfer: Die Bank of Japan intensivierte ihre expansive Geldpolitik nicht.
Die Angst der Anleger schwindet
Trotzdem: Es funktioniert noch! Möchte man unter diesen Umständen ausrufen. Die Notenbanken können die Kurse an den Börsen stützen und nach oben treiben. Auch ohne detaillierte volkswirtschaftliche Kenntnisse muss jedem klar sein: Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Aber es ist auch nicht so, dass nur die Notenbanken die Kurse stützen würden. Tatsächlich geht es unserer Ansicht nach um das Vertrauen der Marktakteure darin, dass es keine neue Systemkrise wie 2008 und 2011 gibt und dass die Weltwirtschaft nicht in eine Rezession stürzt. Ist das der Fall, dann sind die Bewertungen am Aktienmarkt im Durchschnitt nicht zu hoch, auch wenn einzelne Aktien zu teuer sind. Die Notenbanken stützen so gesehen die Börsen mit ihrer ultralockeren Geldpolitik nicht wirklich, sondern bringen nur Vertrauen zurück.
Konjunkturdaten: Eurozone hui, China pfui
Was ist mit den harten Wirtschaftsdaten? Die Konjunkturerholung in der Eurozone setzt sich allen Skeptikern zum Trotz fort. Im Januar gab es mit +2,1 Prozent den stärksten Anstieg bei der Industrieproduktion seit September 2009! Der Produktionsindex befindet sich auf dem höchsten Stand seit Ende 2008. Auch in den USA bleibt die Wirtschaft robust, das dürften die zahlreichen Konjunkturdaten der nächsten Tage zeigen. Zu Freudentänzen gibt das zwar keinen Anlass, von einer drohenden Rezession ist aber auch nichts zu sehen.
Sorgen bereitet aber weiterhin China. Die jüngsten Konjunkturdaten blieben erneut hinter den Erwartungen zurück. Trotzdem legten die Aktienkurse zu, vor allem weil die Börsenaufsicht bestätigt hat, auch in Zukunft die Kurse im Fall von panikartigen Verkäufen zu stützen. Das hilft der Bodenbildung, kann aber natürlich kein echtes Argument für Aktienkäufer sein. Immerhin: Turbulenzen gehen von China derzeit keine aus. Das ist ja schon mal was.
Fazit
Der Kurssturz an den Börsen in den ersten Wochen des Jahres hatte keine realen Gründe, sondern war auf Angst zurückzuführen. Angst vor den Folgen des Ölpreissturzes und einer Abwärtsspirale in China. An beiden „Fronten“ hat sich die Lage beruhigt und nun kehrt mit Unterstützung der Notenbanken das Vertrauen an die Börsen zurück. Das kann zu einer weiteren Kurserholung führen, reicht aber als Basis für eine nachhaltige Aufwärtsbewegung nicht aus.
Erfolgreiche Investments,
Ihr Stefan Böhm
P.S. Sichern Sie sich weitere kostenfreie DAX-News inkl. E-Book „3 TOP AKTIEN“ unter www.dax-strategie.de!
Börsepeople im Podcast S22/17: Thomas Hahn
Bildnachweis
1.
Produktionsindex der Eurozone auf dem höchsten Stand seit 2008
Aktien auf dem Radar:VIG, Kapsch TrafficCom, UBM, EuroTeleSites AG, Flughafen Wien, Palfinger, ATX, ATX Prime, ATX TR, ATX NTR, Bawag, Andritz, Mayr-Melnhof, Telekom Austria, RBI, voestalpine, SBO, Frequentis, Pierer Mobility, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, Warimpex, Amag, EVN, CPI Europe AG, Lenzing, Österreichische Post, RHI Magnesita, Deutsche Telekom, Allianz, Fresenius.
Random Partner
Baader Bank
Die Baader Bank ist eine der führenden familiengeführten Investmentbanken im deutschsprachigen Raum. Die beiden Säulen des Baader Bank Geschäftsmodells sind Market Making und Investment Banking. Als Spezialist an den Börsenplätzen Deutschland, Österreich und der Schweiz handelt die Baader Bank über 800.000 Finanzinstrumente.
>> Besuchen Sie 62 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Börse-Inputs auf Spotify zur Weihnachtssingle für die Kapitalmarktcommun...
» Börsepeople im Podcast S22/17: Thomas Hahn
» Wiener Börse Party #1061: Noch ein ATX-High vor X-Mas, Banken top, Lob f...
» Österreich-Depots: Vorweihnachts-Bilanz (Depot Kommentar)
» Börsegeschichte 23.12: Pierer Mobility (Börse Geschichte) (BörseGeschichte)
» Nachlese: Ritschy Dobetsberger und die IR-Abteilungen von Rheinmetall un...
» PIR-News: Porr, Agrana, Pierer Mobility (Christine Petzwinkler)
» Und hier ist unserer Weihnachtssingle in der Deconstructed Variante (Chr...
» Wiener Börse zu Mittag leichter: Austriacard, Telekom Austria und Flugha...
» LinkedIn-NL: Zwei Weihnachtssingles, das neue Börse Social Magazine sowi...
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Fear of missing out bei wikifolio 24.12.25: Nvidia
- wikifolio Champion per ..: Simon Weishar mit Szew...
- Börse-Inputs auf Spotify zur Weihnachtssingle für...
- Börsepeople im Podcast S22/17: Thomas Hahn
- Wie Grammer, Ibiden Co.Ltd, O2, Francotyp-Postali...
- Wie Manz, JinkoSolar, Wirecard, Evotec, HelloFres...
Featured Partner Video
D&D Research Rendezvous #18: Gunter Deuber nennt ein neues ATX-Ziel, gibt Ausblick beruflich & privat, Anruf bei Christine Petzwinkler
Anfang November sprach ich mit Gunter Deuber über die Möglichkeit einer Jahresendrally. Zumindest in Wien kann man sich nicht beschweren, diesmal sprechen wir über neue Kursziele für Wien und die k...
Books josefchladek.com
Niko Havranek
Fleisch #74 „Ganz Wien“
2025
Self published
Ció Prat i Bofill
Milions d’estels i un somni
2025
Self published
Regina Anzenberger
The Australian Journey
2025
AnzenbergerEdition
Eliška Klimešová
Women Readers
2025
Self published
Robert Frank
Os Americanos (first Brazilian edition)
2017
Instituto Moreira Salles
