14.06.2016, 1546 Zeichen
Jochen Stanzl, 14. Juni 2016
Heute geben auch die letzten Anleger die Hoffnung auf, dass sich noch vor dem britischen Referendum über den Verbleib in der EU der Wind am deutschen Aktienmarkt wieder in Richtung Optimismus drehen könnte. Der Appetit der Investoren auf Risiko ist verschwunden, Sicherheit ist angesagt. Die Investoren verlassen das Spielfeld Aktien und schauen sich von der Seitenlinie das Spektakel an, das die britische Politik den Märkten eingebrockt hat. Einige unter ihnen sehen sogar eine Rezessionsgefahr für die Eurozone.
Die Aktie der Deutschen Bank nahe ihrer Allzeittiefs weckt böse Erinnerungen an das Jahr 2012. Damals machte man sich Sorgen über eine neue Bankenkrise in Europa. Jetzt sind wir trotz der Geldflut der EZB offenbar wieder dort, wo wir begonnen haben. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ist heute Morgen nach Börseneröffnung kurzzeitig in den negativen Bereich gefallen. Jetzt dürfte es langsam jeder mitbekommen haben. Die Geldpolitik der EZB enteignet die Sparer und belohnt die Spekulanten.
Tiefe Zinsen zerstören das originäre Geschäft der Banken, die Geldleihe. Der Versuch der EZB, durch tiefe Zinsen die Liquiditätsprobleme der Wirtschaft zu lindern, könnte eine Solvenzkrise bei Banken ausgelöst haben. Umso tiefer die Kurse der Bankaktien fallen, desto größer ist das dadurch vom Markt kommunizierte Misstrauen in die Stabilität der Institute. Die Frage stellt sich, wie die EZB eine neue Bankenkrise bekämpfen würde. Sie bewegt sich geldpolitisch jetzt schon mit Volldampf auf der Überholspur.
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Wiener Börse Party #1072: ATX unverändert, Polytec erweitert Investmentstory, Austriacard zieht weiter, Cyber Security für die Ohren
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