22.10.2016, 4657 Zeichen
Kreuzfahrten sind das Boom-Segment der Tourismus-Branche. Rund 24 Mio. Passagiere werden 2016 „just for fun“ über Flüsse und Ozeane schippern, rund doppelt so viele wie vor zwölf Jahren. Das früher nur den oberen Zehntausend vorbehaltene Vergnügen ist längst zum Massenmarkt geworden – der von drei börsennotierten Konzernen beherrscht wird.
Drei Börsenfirmen beherrschen den Markt
Platzhirsch ist mit einem für 2016 angepeilten Umsatz von 16 Mrd. US-Dollar die amerikanisch-britische Reederei Carnival, zu der neben den gleichnamigen US-Dampfern mit dem geschwungenen roten Doppelschornstein u.a. die Traditionslinie Cunard (Queen Mary II), die italienische Costa und der deutsche Marktführer AIDA gehören.
Auf Rang zwei liegt die etwa halb so große Royal Caribbean Cruise Line (RCL), deren Flaggschiffe Harmony, Oasis und Allure of the Seas neben 2.350 Mann Besatzung über 6.000 Passagiere beherbergen können – womit man einen dreifachen Weltrekord innehat. Daneben hält RCL auch 50% an TUI Cruises. Das im April 2008 gegründete Joint Venture mit der ehemaligen MDAX-Firma, deren primärer Börsenplatz nun London ist, verfügt inzwischen über fünf Ozeanriesen mit dem gewöhnungsbedürftigen Namen „Mein Schiff“ und einem ebenfalls nicht alltäglichen All Inclusive-Konzept.
Hinzu kommt als dritte Kraft Norwegian Cruise Lines (NCL). Die Wurzeln der Reederei liegen tatsächlich in Norwegen, allerdings ist die Firma längst in Florida ansässig und auch das Konzept des „Freestyle Cruising“ ist stark amerikanisch geprägt: Während auf AIDA für Herren zumindest abends lange Hosen Pflicht sind, ist man auf den NCL-Schiffen bisweilen froh, wenn die Gäste überhaupt eine Hose anhaben und sich nicht in Badeklamotten ums Buffet balgen.
Kreuzfahrt-Aktien zuletzt auf Kurs gen Süden
In den vergangenen Jahren haben sich alle drei Kreuzfahrt-Aktien per saldo besser entwickelt als das Branchen-Barometer FTSE Travel & Leisure. Zuletzt allerdings sind die Kurse mehr oder weniger deutlich zurückgekommen – nachdem vor allem die Papiere der Angreifer RCL und NCL 2014/15 rasant zugelegt hatten, war eine Konsolidierung überfällig. So allmählich zeichnet sich jedoch eine gewisse Stabilisierung ab und während Norwegian nicht ausschüttet, locken Carnival und Royal Caribbean obendrein immerhin mit Dividendenrenditen von knapp drei Prozent.
DividendenAdel ist das Dampfer-Duo trotzdem nicht. Dafür mangelt es an Kontinuität. Denn während der Finanzkrise 2008/09 mussten beide Reedereien die Dividende ausfallen lassen, nachdem die Buchungszahlen eingebrochen und die Finanzierungs-Pipelines verstopft waren. Das Geschäft mit dem Urlaub auf dem Meer ist eben nicht nur zyklisch, sondern auch extrem kapitalintensiv: Bis die 400 bis 800 Mio. Euro, die ein Spaß-Schiff der aktuellen Generation kostet, sich amortisiert haben, gehen einige Jahre ins Land.
Zyklik statt Zuverlässigkeit
Die sechs Anhebungen in Serie, die momentan für RCL zu Buche stehen, sind deshalb kein Indiz für Zuverlässigkeit. Auch im nächsten Konjunktur-Tal dürften die Aktionäre wieder auf Dividenden-Diät gesetzt werden. Und wie schwierig das Geschäft trotz Boom ist, zeigt die Historie von Carnival: Die Dividende liegt noch immer unter den Bestmarken aus 2007/08, der Kurs ist in den letzten zehn Jahren per saldo nicht vom Fleck gekommen.
Wer ein entspanntes Investment mit halbwegs sicherer Ausschüttungs-Perspektive sucht, sollte von Kreuzfahrt-Aktien deshalb die Finger lassen. Nur aktive Anleger können angesichts der vergleichsweise niedrigen Bewertung mit dem zweifachen Umsatz und dem 12- bis 13-fachen Gewinn über einen spekulativen Einstieg nachdenken, wobei RCL momentan wohl das größte Potential bietet. Unter Chance/Risiko-Aspekten wäre indes eine gleichgewichtete Streuung auf alle drei Titel optimal.
Bordguthaben für reisende Aktionäre
Auf jeden Fall ein „Strong Buy“ sind Kreuzfahrt-Aktien aber für passionierte Seebären, schließlich bieten die Reedereien so genannte „Shareholder Benefits“. Wer 100 Carnival-Aktien besitzt und 14 Nächte an Bord verbringt, bekommt beispielsweise 200 Euro auf die Kabine gebucht, die man dann nach Herzenslust verprassen kann – macht bei einem Aktienkurs von derzeit umgerechnet 43,00 Euro eine (steuerfreie) Naturaldividende von 4,7%. Nur die Gäste von „Mein Schiff“ gucken diesbezüglich in die Röhre: Weder RCL- noch TUI-Aktionäre dürfen sich über einen monetären Kabinengruß freuen.
Mehr über Kreuzfahrt-Aktien auch im aktuellen Interview mit DER AKTIONÄR TV: DividendenAdel-Gründer Christian W. Röhl an der Frankfurter Börse im Gespräch mit Antje Erhard.
Der Beitrag Kreuzfahrt-Aktien locken vor allem mit Naturaldividende erschien zuerst auf DividendenAdel.
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