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Fast Markets (Wolfgang Matejka)

Autor:
Wolfgang Matejka

Über 30 Jahre einschlägige Erfahrung im Bankwesen, davon über 15 Jahre in Führungspositionen

  • seit 07/2013 Chief Investment Officer der Wiener Privatbank SE
  • seit 07/2010 Geschäftsführender Gesellschafter der Matejka & Partner Asset Management GmbH
  • 02/2010 - 07/2010 Geschäftsführer der Oscar Investment GmbH Wertpapierfirma
  • seit 10/2009 Geschäftsführer der Matejka Beteiligungs GmbH, Erwerb, Verwaltung, Entwicklung und Veräußerung einer Beteiligung
  • 09/ 2009-10/2009 Vorstand der Q1 Capital Management AG, Unabhängiges Multi-Manager-Investmenthaus mit Sitz in Wien
  • 06 / 2009-10/2010 GF Sparrow GmbH. (Einzelgesellschaft) – Geschäftsgegenstand: Erwerb, Verwaltung und Entwicklung von Beteiligungen
  • 04 / 2006: GF Julius Meinl Investment GmbH
  • 03 / 2004: CIO Meinl Bank AG
  • 05 / 2002: Vst. Bank Vontobel Österreich AG
  • 01 / 1999: GF Allianz Invest KapitalanlagegesmbH.
  • 07 / 1994: Investment & Trust Bank (nunm. Allianz Investment Bank AG)
  • 04 / 1990: Länderbank Capital Markets GmbH.
  • 10 / 1981: Österreichische Länderbank AG
  • Matura (Naturwissenschaftl. Realgymnasium), CEFA, div. Fachseminare

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25.01.2017, 2762 Zeichen

„Eine solche Lust an der positiven Antizipation haben wir schon lange nicht gesehen.“

2016 war ein gutes Training für Flexibilität. Selten so einander abwechselnde Szenarien an den Märkten interpretiert gesehen. Wir kennen sie alle. Alle waren ungemein wichtig. Und alle haben am Ende des Jahres irgendwie ihren Schrecken verloren gehabt. Der Markt schafft nicht nur Fakten, er löst scheinbar auch welche auf.

Nun, dafür haben wir ja jetzt 2017. Jetzt wollen wir uns mit Trump, Brexit, Le Pen und Banca Monte Pasci de Siena mal so richtig auseinandersetzen. Und was passiert? Die Interpretation einer Bedrohung wird mit einer positiven Ableitung verbunden. Quasi, wenn Trump wirklich so agiert wie er spricht, könnte das für einige Industrien und Sektoren ja auch die Chance auf Gewinne erhöhen. Oder noch plakativer: wenn Mr. President seinen Worten Taten folgen lässt, isoliert ihn das dermaßen, dass er am Ende dem Senat und dem Kongress bedingungslos folgen wird müssen um nicht als kabarettistische Performance zu enden? Genauso Brexit. Man kann einige Zeit versuchen seine aktuellen Handelspartner ruhig zu stimmen um ihnen später dann neue Bedingungen diktieren zu wollen, aber am Ende müssen die Karten auf den Tisch und dann zählt wer die meisten Asse im Ärmel hat und nicht wer am lautesten schreit.

Die Kapitalmärkte und Wirtschaftssysteme reagieren bereits. Der Immobilienmarkt in UK ist in Bewegung. London als Finanzmetropole wird immer stärker hinterfragt. Paris und Frankfurt erleben heftige Nachfrage nach lange leer stehenden ehemaligen Banktürmen. Selbst Madrid freut sich auf die Mannschaft der UBS aus London. Dazu passt die Übernahme der London Stock Exchange durch die Deutsche Börse perfekt. Die Vorzeichen drehen sich um. In den USA nach wie vor ein ähnliches Bild. Die republikanische Mehrheit wirkt stärker positiv als die Unsicherheiten aus dem Verhalten Donald Trumps irritieren. Und so kann es ja auch weitergehen. Europa is Next. In Italien zum Beispiel helfen sich die Unternehmen gerade selbst. Übernahmen und Verschränkungen bei Versicherungen und Banken sprießen allerorten. Kreditportfolios werden verkauft und umgeschichtet. Man agiert und wartet nicht ob jemand aus Brüssel die Initiative ergreift. Eine solche Lust an der positiven Antizipation haben wir schon lange nicht gesehen. Keine Zeit für Raunzen. Wer bremst verliert aktuell. Risiko wird mit Chance verbunden. Ganz normal.

Und was die „Märkte“ noch zusätzlich beschleunigt, ist die Tatsache, dass Volkswirtschaften und Unternehmen derzeit richtig gut „liefern“. Konjunktur im Verein mit Unternehmensgewinnen im Anstieg. Die Erwartungshaltungen drehen immer mehr auf „Grün“ (die Farbe an der Börse die Anstiege signalisiert). Da wird sogar die Politik ein wenig leiser.


(25.01.2017)

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