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Aktien-Absturz – Ist die Panik berechtigt? (trading-treff.de, Christoph Scherbaum)


Autor:
Christoph Scherbaum

Die Börsenblogger ist das einfache und direkte Sprachrohr von Journalisten und deren Kollegen, die teils schon mit jahrzehntelanger Arbeits- und Börsenerfahrung aufwarten können. Auch als professionelle Marktteilnehmer. Letztlich sind wir alle Börsenfans. Aber wir vertreten in diesem Blog auch eine ganz simple Philosophie: Wir wollen unabhängig von irgendwelchen Analysten, Bankexperten oder Gurus schreiben, was wir zum aktuellen (Börsen-)Geschehen denken, was uns beschäftigt. Das kommt Ihnen, dem Leser, zu Gute.

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20.05.2017, 4656 Zeichen

Lieber Leser,

die Reaktion des US-Aktienmarktes und damit auch einiger europäischer Indizes auf die Ereignisse in der US-Politik kommen zu einer ungünstigen Zeit. Nämlich dann, wenn die Skepsis so oder so schon beginnt die Runde zu machen. Denn einige kurzfristige Faktoren,  sprechen ebenfalls für die Schwäche. Da wären zum Beispiel die zuletzt etwas gemischt ausgefallenen Konjunkturdaten, zudem die saisonal bedingt schwache Phase und das Ende der Quartalssaison, das in der Regel für Gewinnmitnahmen bekannt ist.

Die Marktbreite hat sich in den letzten Wochen etwas abgeschwächt. Um das zu erkennen brauchen Sie in der Regel keine A/D-Line, sondern einfach nur den Vergleich zwischen der Entwicklung der drei Indizes S&P 500 , Dow Jones und NASDAQ zu ziehen. Und hier hat der Dow Jones Index eindeutig Schwächesignale ausgesendet, da er seit März partout nicht schaffte auf ein neues Allzeithoch zu steigen.

Ich habe bereits auf die erwartete Schwächephase, die sich gleich an die Rede Trumps Anfang März anschloss, in einigen Beiträgen hingewiesen. Spätestens seitdem scheint sich die Outperformance auf einige Sektoren zu konzentrieren und nicht auf den Gesamtmarkt.

Die US-Quartalssaison, die sich nun dem Ende neigt, ist positiv ausgefallen. Die im Schnitt erzielte Steigerung der Ergebnisse der S&P 500 Unternehmen betrug bis dato 15 %. Erwartet wurden nur ca. 10 %. Das ist ein deutlicher Widerspruch zu den kürzlich schwächelnden Konjunkturdaten und lässt auf weitere, mittelfristige Stabilität im US-Aktienmarkt schließen.

Ohne Korrekturen geht es aber in keinem Trend und der panikartige Abverkauf in dieser Woche, hat die Schwächetendenz unter der Decke, wie so oft, meiner Meinung nach nur verstärkt. Eine Korrektur im Umfang von 5 % ist normal und gesund. Wer jetzt panisch wird, hat in der Zeit der steilen Rally einfach nur vergessen, wie sich das Ganze anfühlen kann.

Kommt ein starker Aktien-Absturz wenn Trump scheitert?

Ob nun eine Amtsenthebung Trumps die richtige Schlussfolgerung ist, das glaube ich nicht einmal. Denn, dafür liegen meiner Meinung nach noch keine Vorwürfe vor, die auf illegale Machenschaften Trumps schließen würden. Das kann sich sicherlich noch ändern, darüber jetzt aber zu spekulieren ist unnötig.

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Debatte, der vergessen wird ist, dass es für eine Amtsenthebung, bzw. Vertrauensfrage mehr Gegner innerhalb der eigenen Partei braucht. Trumps Unterstützung ist jedoch seit seiner Wahl stetig gestiegen. Daher ist auch das bis dato unwahrscheinlich.

Nein, meiner Meinung nach wurden hier nun die letzten Optimisten, die an den Plänen Trumps die Wirtschaft anzukurbeln erwartungsgemäß festhielten, kalt erwischt und warfen das Handtuch.  Denn, auch eine Gesundheitsreform scheint nun in weitere Ferne gerückt zu sein. Erwartungen an einen eventuellen neuen US-Dollar Trend, führen möglicherweise ebenfalls zu Umschichtungen innerhalb der Asset-Klassen.

Aber, es sind letztendlich alles Spekulationen und ich denke in der nächsten Woche wissen wir mehr, was die politischen Angelegenheiten in den USA angeht. Die Frage, in wie fern die Rally nur aus Erwartungen an stimulierende Maßnahmen bestand, wird schnell beantwortet werden, wenn sich die Ereignisse überschlagen.

Spricht die Markttechnik für einen Aktien-Absturz?

Schauen wir noch kurz in die Markttechnik. Für den US-Dollar Index werden die nächsten Tage die Entscheidung bringen. Meiner Meinung nach, befindet sich der US-Dollar Index weiterhin im Aufwärtstrend. Das wird sich jedoch ändern sofern der 100-Wochendurchschnitt nachhaltig unterschritten wird. Hier fehlt allerdings noch ein Schlusskurs auf Wochenbasis darunter.

US Dollar Index Trend

Im S&P 500 Index haben die Bullen mustergültig einen Angriff an der ersten wichtigen Unterstützung vorgenommen. Die Gerüchteküche brodelt. Angeblich soll ein Zerohedge-Artikel für die steile Erholung gesorgt haben, demnach Comey seine Aussage hinsichtlich der Vorwürfe gegen Trump wieder revidierte. Wen interessiert`s?

Mittel- bis langfristig werden die fundamentalen Faktoren dazu beitragen, dass sich der Aktien-Absturz entweder fortsetzt oder eben nicht. Konzentrieren wir uns lieber darauf. Auswirkungen einer politischen Krise a la Brasilien, halte ich für unwahrscheinlich, denn hier geht es nur um interne Streitigkeiten, keine Korruption oder dergleichen.

S&P 500 Index Chartanalyse

 

Viel Erfolg!

David Iusow


Dieser Beitrag von tradingundinvestments wurde von trading-treff.de zur Verfügung gestellt. Dort gibt es Analysen, Wissen und Emotionen zum Trading.

Unter 2i-Services verbirgt sich der selbstständige Händler und Marktanalyst David Iusow. Neben diesen Tätigkeiten fungiert David Iusow zudem als Berater und Online-Redakteur.


(20.05.2017)

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Wiener Börse Party #1081: ATX deutlich über den alten Rekorden, Big Day für Strabag und auch Addiko Bank, 25.000 bei Boris Nemsic




Dow Jones Letzter SK:  0.00 ( -0.83%)
Nasdaq Letzter SK:  0.00 ( 0.00%)
S&P 500 Letzter SK:  0.00 ( 0.41%)


 

Bildnachweis

1. blaues Auge, Auge, Schmerz, davonkommen, crash, Unfall, verletzt, aua, http://www.shutterstock.com/de/pic-106680602/stock-photo-eye-injury-male-with-black-eye-isolated-on-white-man-after-accident-or-fight-with-bruise.html

Aktien auf dem Radar:Kapsch TrafficCom, EuroTeleSites AG, RHI Magnesita, Austriacard Holdings AG, Zumtobel, Agrana, CA Immo, Polytec Group, voestalpine, Addiko Bank, DO&CO, Bajaj Mobility AG, RBI, Strabag, Wiener Privatbank, BKS Bank Stamm, Athos Immobilien, Oberbank AG Stamm, SW Umwelttechnik, Amag, EVN, CPI Europe AG, OMV, Österreichische Post, Telekom Austria, Verbund, UnitedHealth, Bayer, Continental, Fresenius Medical Care, RWE.


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    Die Marktbreite hat sich in den letzten Wochen etwas abgeschwächt. Um das zu erkennen brauchen Sie in der Regel keine A/D-Line, sondern einfach nur den Vergleich zwischen der Entwicklung der drei Indizes S&P 500 , Dow Jones und NASDAQ zu ziehen. Und hier hat der Dow Jones Index eindeutig Schwächesignale ausgesendet, da er seit März partout nicht schaffte auf ein neues Allzeithoch zu steigen.

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