17.08.2017, 6533 Zeichen
- Fortgesetzt hat sich gestern die Erholungstendenz bei den wichtigsten europäischen Aktienmärkten, die allesamt mit Zuwächsen den Tag beschließen konnten. Die Nordkorea-Krise rückte weiter in den Hintergrund, während positive Konjunkturdaten den Investoren die nötigen Impulse geben konnten. In Italien lag beispielweise die Wirtschaft im zweiten Quartal erneut auf Wachstumskurs. Am stärksten gefragt war in Europa wieder einmal der Minensektor, der Branchenindex konnte ein Plus von 2,5% erreichen. Gestützt wurde der Sektor vor allem durch steigende Preise bei Industrierohstoffen, am eindrucksvollsten war die Performance bei Glencore mit einem Gewinn von 4,0%. Als schwächster Sektor rangierte gestern Telekom mit einem Minus von 0,1% am Ende der Kurstabelle. Intesa Sanpaolo war Spitzenreiter im EuroStoxx50 mit 2,2% Gewinn nach einer Kaufempfehlung und Anhebung des Kurszieles durch HSBC. Siemens profitierte ebenfalls von einem optimistischen Analystenkommentar und gewann 2,1% dazu. Auch FiatChrysler konnte weiter deutlich zulegen, nachdem der Autokonzern einer Partnerschaft mit BMW und Intel zur Entwicklung des autonomen Fahrens beigetreten ist stand am Ende des Handels ein Zuwachs von 2,6%.
- Nach der Feiertagspause war auch die Wiener Börse freundlich gestimmt und konnte im Rahmen des europäischen Umfeldes dazugewinnen. Vor den heute anstehenden Unternehmenszahlen war gestern die Meldungslage eher dünn. Herausragend die Bankentitel, Raiffeisen zog knapp 3,8% an, Erste Group verbesserte sich um 1,4%. Abgeben mussten hingegen die Versicherer, wo es nach den jüngsten Zuwächsen zu Gewinnmitnahmen kam, Uniqua schloss 1,4% tiefer, VIG büßte 0,4% ein. Semperit konnte im Vorfeld der Ergebnisvorlage 3,0% zulegen, auch Wienerberger und Mayr-Melnhof waren gesucht. Do&Co musste hingegen dem großen Zugewinn vom Montag Tribut zollen und schloss 0,5% tiefer.
- Die Wall Street hat am Mittwoch kaum auf Signale für eine weiterhin recht lockere US-Geldpolitik reagiert und wenig verändert geschlossen. Die Veröffentlichung des Protokolls der vergangenen US-Notenbanksitzung belastete den US-Dollar und ließ die Renditen am US-Anleihemarkt fallen, die Anleger an den Aktienmärkten beeindruckten die Neuigkeiten aber offenbar wenig. Darin wurde eine weitere lockere Geldpolitik signalisiert, da viele Mitglieder des FOMC davon ausgehen, dass die Inflation länger unter der Zwei-Prozent-Marke verharren wird. Die unerwartet schwachen Zahlen die Bautätigkeit betreffend belasteten die Kurse kaum. Cisco konnte gestern 0,8% zulegen, nach der Zahlenpräsentation nach Handelsschluss, die die Erwartungen ziemlich genau trafen, musste die Aktie aber im nachbörslichen Handel 2,4% abgeben.
- Für die Ölpreise ging es wieder einmal nach unten, die US-Lagerbestände waren bei weitem nicht so stark zurückgegangen wie erwartet worden war. Brent schloss 1,6% tiefer, WTI gab rund 1,0% ab. Der US-Dollar wurde durch das Fed-Protokoll belastet, im späten Handel wurde der Greenback bei rund 1,177 zum Euro gehandelt. Gold konnte von dieser Dollar-Schwäche profitieren und zulegen, gegen Abend kostete eine Unze des Edelmetalls rund 1.282 US-Dollar.
- Vorbörslich sind die europäischen Börsen leicht negativ indiziert. Die asiatischen Märkte schließen uneinheitlich. Von der Makroseite werden einige US-Daten gemeldet. Von der Unternehmensseite meldeten heute Früh Mayr-Melnhof, Semperit und Wienerberger (Details siehe unten). Im Tagesverlauf wird noch DO&CO berichten.
Unternehmensnachrichten
Wienerberger AG
Der heimische Baumaterialkonzern legte heute Morgen die Ergebnisse für das zweite Quartal vor. Der Umsatz lag dabei mit €869,1Mio. knapp über dem Vorjahreswert, während das EBITDA um 4,1% angehoben werden konnte auf €144Mio. Vor allem das Ziegelgeschäft in Europa (Bereich Clay Building Materials Europe) konnte Zugewinne verzeichnen, während das internationale Projektgeschäft wie auch in den Vorquartalen auf dem Ergebnis des Bereichs Pipes & Pavers lastete. Insgesamt lag das Betriebsergebnis mit €91,5Mio. um 6% über dem Vorjahreswert, während das Nettoergebnis nach Minderheiten bei €59,2Mio. lag nach €50,9Mio. im Vorjahr. Für den Rest des Jahres geht das Unternehmen von einer Fortsetzung der aktuellen Dynamik aus, dementsprechend wird das FY17E EBITDA weiterhin bei €415Mio. gesehen.
Q2/17: Umsatz: €869,1Mio. (888,8e); EBITDA: €144Mio. (145,3e); EBIT: €91,5Mio. (97,8e) Nettoergebnis nach Minderheiten: €59,2Mio. (60,4e)
Semperit AG
veröffentlichte heute Morgen die Ergebnisse für das zweite Quartal, die wie bereits vorab angekündigt stark von Einmaleffekten geprägt waren. Der Umsatz stieg dabei um 6% im Jahresvergleich auf €232,3Mio., getrieben durch höhere Preise und bessere Absatzmengen. Das EBITDA sank jedoch aufgrund höherer Rohstoffpreise und sonstiger Aufwendungen auf €2,9Mio. nach €26,1Mio. im Vorjahr. Insgesamt wurden Sondereffekte von €36,7Mio. verbucht, wodurch das EBIT mit €-32Mio. deutlich negativ war. Auch ohne diese Sondereffekte wäre das EBIT jedoch stark zurückgegangen auf €4,6Mio. nach €17,6Mio. im Vorjahr. Dementsprechend sank das Nettoergebnis auf €-41,6Mio. nach €7,7Mio. im Q2/16. Aufgrund der hohen Volatilität der Rohstoffpreise und der internen Turbulenzen hat das Unternehmen nach wie vor eine geringe Visibilität. Wie bereits vorab bekannt gegeben dürfte das bereinigte EBIT für 2017 jedoch deutlich unter dem Vorjahreswert liegen.
Q2/17: Umsatz: €232,3Mio. (229,4e); EBITDA: €2,9Mio. (3,1e); EBIT: €-32Mio. (-31e) Nettoergebnis: €-41,6Mio. (-34,7e)
Mayr-Melnhof
meldete heute Früh Zahlen zum ersten Halbjahr, welches leicht unter Erwartungen ausfiel. Das Periodenergebnis (Nettogewinn) ist um 10,6 Prozent auf 71,9 Mio. Euro gefallen. Das operative Ergebnis (EBIT) war mit 7,9 Prozent rückläufig und betrug 102,1 Mio. Euro. Die Umsatzerlöse stagnierten bei 1,15 Mrd. Euro (+0,7 Prozent).
Für das Gesamtjahr ist das Unternehmen allerdings positiv gestimmt. Das Bestellverhalten verfestige sich. "Ziel für 2017 bleibt es, bestmöglich an das Ergebnis von 2016 anzuschließen", schreibt die Firma im Ausblick.
Im ersten Halbjahr verzeichnete Mayr-Melnhof nach heutigen Angaben eine "hohe Kapazitätsauslastung", wodurch Umsatz und Menge an das Vorjahr anknüpfen konnten. Das Ergebnis sei aber "erwartungsgemäß" unter dem Vorjahr gelegen. In der Kartondivision werde der starke Preisanstieg bei Altpapier erst sukzessive durch höhere Kartonpreise kompensiert. In der Packagingdivision sei das Ergebnis im zweiten Quartal des Vorjahres durch einen vorteilhaften Produktmix erhöht gewesen.
BörseGeschichte Podcast: Gerald Grohmann vor 10 Jahren zum ATX-25er
BMW
Uhrzeit: 13:04:42
Veränderung zu letztem SK: 0.37%
Letzter SK: 92.02 ( -0.63%)
Cisco
Uhrzeit: 13:02:16
Veränderung zu letztem SK: -0.24%
Letzter SK: 63.69 ( -0.11%)
Glencore
Uhrzeit: 13:02:40
Veränderung zu letztem SK: 0.02%
Letzter SK: 5.21 ( 0.17%)
Gold Letzter SK: 5.21 ( 1.43%)
Intel
Uhrzeit: 13:03:07
Veränderung zu letztem SK: -0.13%
Letzter SK: 39.21 ( 10.80%)
Mayr-Melnhof
Uhrzeit: 13:02:15
Veränderung zu letztem SK: 1.12%
Letzter SK: 93.50 ( -2.91%)
Semperit
Uhrzeit: 13:02:15
Veränderung zu letztem SK: 0.00%
Letzter SK: 13.44 ( 2.44%)
Siemens
Uhrzeit: 13:03:47
Veränderung zu letztem SK: 0.33%
Letzter SK: 254.20 ( 0.95%)
VIG
Uhrzeit: 13:03:24
Veränderung zu letztem SK: -0.22%
Letzter SK: 66.80 ( -2.34%)
Wienerberger
Uhrzeit: 13:02:15
Veränderung zu letztem SK: 0.71%
Letzter SK: 29.72 ( 0.07%)
Bildnachweis
1.
Aktien auf dem Radar:Polytec Group, Addiko Bank, UBM, RHI Magnesita, Zumtobel, Agrana, Rosgix, CA Immo, DO&CO, SBO, Gurktaler AG Stamm, Heid AG, OMV, Wolford, Palfinger, Rosenbauer, Oberbank AG Stamm, BTV AG, Flughafen Wien, BKS Bank Stamm, Josef Manner & Comp. AG, Mayr-Melnhof, Athos Immobilien, Marinomed Biotech, Amag, Österreichische Post, Verbund, Wienerberger, Merck KGaA, Continental, Fresenius Medical Care.
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Die börsenotierte BKS Bank mit Sitz in Klagenfurt, Österreich, beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter und betreibt ihr Bank- und Leasinggeschäft in den Ländern Österreich, Slowenien, Kroatien und der Slowakei. Die BKS Bank verfügt zudem über Repräsentanzen in Ungarn und Italien. Mit der Oberbank AG und der Bank für Tirol und Vorarlberg AG bildet die BKS Bank AG die 3 Banken Gruppe.
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