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Gold/Kupfer-Verhältnis zeigt es: Der Zinsanstieg kommt! (Gastautor, Christoph Scherbaum)

Bild: © (www.shutterstock.com), Kupfer, Kupferspulen, http://www.shutterstock.com/de/pic-152041094/stock-photo-c...

Autor:
Christoph Scherbaum

Die Börsenblogger ist das einfache und direkte Sprachrohr von Journalisten und deren Kollegen, die teils schon mit jahrzehntelanger Arbeits- und Börsenerfahrung aufwarten können. Auch als professionelle Marktteilnehmer. Letztlich sind wir alle Börsenfans. Aber wir vertreten in diesem Blog auch eine ganz simple Philosophie: Wir wollen unabhängig von irgendwelchen Analysten, Bankexperten oder Gurus schreiben, was wir zum aktuellen (Börsen-)Geschehen denken, was uns beschäftigt. Das kommt Ihnen, dem Leser, zu Gute.

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02.09.2017, 3487 Zeichen

Seitdem Bill Gross als Bond-König entthront wurde, gilt Jeffrey Gundlach als neuer Bond-König. Er glaubt, dass die Zinsen bald ansteigen werden – mit gutem Grund.

Manchmal sind die einfachen Indikatoren die besten. Das dachte sich wohl auch Jeffrey Gundlach, als er sich unlängst auf einen der zuverlässigsten Indikatoren berief, die die Zinsen vorhersagen. Im Kern geht es dabei um den Gold- und Kupferpreis.

Grafik 1 zeigt Gold und Kupfer seit 1988. Beide Rohstoffe wurden auf den Wert von 100 im Jahr 1988 normiert, sodass sie sich besser vergleichen lassen. Im Großen und Ganzen lässt sich feststellen, dass Gold und Kupfer ähnlich verlaufen. Unter hoher Schwankungsbreite ging es bis 2001 bergab. Danach folgte eine Rohstoffrallye (nicht nur bei Metallen), die ihresgleichen suchte. 2011 war damit allerdings endgültig Schluss.

Auf den ersten Blick sieht man nur, dass Gold und Kupfer parallel verlaufen. Der Kupferpreis ist dabei allerdings deutlich volatiler. Was aber hat das mit den Zinsen zu tun und wie lassen sich die Zinsen so überhaupt prognostizieren?

Die Prognosekraft der Metalle liegt im Verhältnis, welches sie zueinander haben. Das Verhältnis von Kupfer zu Gold ist in Grafik 2 dargestellt. Es zeigt sich eine fast schon unheimliche Korrelation zwischen diesem Verhältnis und den Zinsen der 10-jährigen US-Anleihen.

In der Historie gab es immer wieder kurzfristige Abweichungen. Letztendlich setzte sich die Prognosekraft aber immer wieder durch. Seit 2008 sind beide Zeitreihen kaum noch voneinander zu unterscheiden. Da wird man dann hellhörig, wenn es zu einer Divergenz kommt.

Eine solche Divergenz sehen wir gerade. Die Zinsen sind nach der Rallye nach Trumps Wahl zum Präsidenten wieder gesunken. Das Kupfer/Gold Verhältnis hingegen steigt weiter. Für gewöhnlich folgen die Zinsen früher oder später diesem Verhältnis. Es ist also nur eine Frage der Zeit bis die Zinsen steigen werden. In der Theorie. Die Theorie ist durch die Historie gut untermauert. Doch wer sagt eigentlich, dass es hier einen kausalen Zusammenhang gibt?

Das Verhältnis selbst bringt die Zinsen nicht in Bewegung. Es ist das, was das Verhältnis aussagt, was die auf die Zinsen wirkt. Kupfer ist ein Industriemetall. Es wird vor allem dann gebraucht, wenn die Wirtschaft gut läuft. Ist die Nachfrage hoch, steigen auch die Preise.

Gleichzeitig, wenn die Wirtschaft läuft, ist die Unsicherheit niedrig. Das spricht gegen Gold. Trotzdem steigen beide Metalle parallel an und fallen auch gemeinsam. Das liegt daran, dass Gold auf Inflation reagiert. Inflation wird von Rohstoffen getrieben. Erst steigen die Preise von Rohstoffen wie Kupfer, dann folgt die Inflation und im Zuge dessen kann auch Gold steigen – nur nicht so stark wie Kupfer.

Kritiker bemängeln, dass Kupfer für die US-Wirtschaft nicht relevant genug ist, um als Indikator zu fungieren. Das stimmt, allerdings sind Rohstoffe miteinander hochkorreliert. Es steigt derzeit nicht nur der Kupferpreis. Man muss sich nur die Preise für Eisenerz, Zink, Kohle usw. ansehen. Davon brauchen die USA insgesamt recht viel. Die Aussagekraft des Indikators ist nach wie vor gegeben. Derzeit ist die Aussage klar: die Zinsen sollten steigen. Persönlich glaube ich es trotzdem erst, wenn ich es sehe.

Autor: Clemens Schmale, Finanzmarktanalyst bei GodmodeTrader.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

 


(02.09.2017)

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Bildnachweis

1. Kupfer, Kupferspulen, http://www.shutterstock.com/de/pic-152041094/stock-photo-copper-cable-factory.html , (© (www.shutterstock.com))   >> Öffnen auf photaq.com

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    Grafik 1 zeigt Gold und Kupfer seit 1988. Beide Rohstoffe wurden auf den Wert von 100 im Jahr 1988 normiert, sodass sie sich besser vergleichen lassen. Im Großen und Ganzen lässt sich feststellen, dass Gold und Kupfer ähnlich verlaufen. Unter hoher Schwankungsbreite ging es bis 2001 bergab. Danach folgte eine Rohstoffrallye (nicht nur bei Metallen), die ihresgleichen suchte. 2011 war damit allerdings endgültig Schluss.

    Auf den ersten Blick sieht man nur, dass Gold und Kupfer parallel verlaufen. Der Kupferpreis ist dabei allerdings deutlich volatiler. Was aber hat das mit den Zinsen zu tun und wie lassen sich die Zinsen so überhaupt prognostizieren?

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    In der Historie gab es immer wieder kurzfristige Abweichungen. Letztendlich setzte sich die Prognosekraft aber immer wieder durch. Seit 2008 sind beide Zeitreihen kaum noch voneinander zu unterscheiden. Da wird man dann hellhörig, wenn es zu einer Divergenz kommt.

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    Gleichzeitig, wenn die Wirtschaft läuft, ist die Unsicherheit niedrig. Das spricht gegen Gold. Trotzdem steigen beide Metalle parallel an und fallen auch gemeinsam. Das liegt daran, dass Gold auf Inflation reagiert. Inflation wird von Rohstoffen getrieben. Erst steigen die Preise von Rohstoffen wie Kupfer, dann folgt die Inflation und im Zuge dessen kann auch Gold steigen – nur nicht so stark wie Kupfer.

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