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Battle: Bulle Matejka vs. Bär Rosinger #gabb

Autor:
Christian Drastil

Der Namensgeber des Blogs. Ich funktioniere nach dem Motto "Trial, Error & Learning". Mehrjährige Business Pläne passen einfach nicht zu mir. Zu schnell (ver)ändert sich die Welt, in der wir leben. Damit bin ich wohl nicht konzernkompatibel sondern lieber ein alter Jungunternehmer. Ein lupenreiner Digital Immigrant ohne auch nur einen Funken Programmier-Know-How, aber - wie manche sagen - vielleicht mit einem ausgeprägten Gespür für Geschäftsmodelle, die funktionieren. Der Versuch, Finanzmedien mit Sport, Musik und schrägen Ideen positiv aufzuladen, um Financial Literacy für ein grosses Publikum spannend zu machen, steht im Mittelpunkt. Diese Dinge sind mein Berufsleben und ich arbeite gerne. Der Blog soll u.a. zeigen, wie alles zusammenhängt und welches Bigger Picture angestrebt wird.
Christian Drastil

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25.06.2018, 8000 Zeichen

Im Börse Social Network Club Bereich http://www.boerse-social.com/postings haben wir das 1. Battle ausgetragen: Matejka vs. Rosinger Wird es künftig anlassbezogen immer wieder geben. Ich finde, die beiden haben das super gemacht ...

Christian DrastilAuftakt zu den „Battles“ im Rahmen des Börse Social Network Club ist eine Diskussion zweier Investoren, die in den vergangenen Quartalen viel Alpha erzielt haben:  Wolfgang Matejka mit dem Mozart One und  Gregor Rosingermit dem Rosgix-Index. Aktuell ist Matejka weiter optimistisch und Rosinger eher pessimistisch. Wie geht es weiter, meine Herren? Und im Speziellen natürlich an der Wiener Börse? 

Gregor Rosinger: Unser Rosinger Global Investments Index liegt seit 1. Januar 2015 mit 125% im Plus, da gilt "safety first"....denn in der Langfrist-Performance ist es ein Riesen-Vorteil bei Crashes und starken Korrekturen nicht dabei gewesen zu sein, zumindest nicht mit Long-Positionen. Und so negativ sind wir auch wieder nicht eingestellt, sonst wären im Rosgix schon Put Optionen usw. enthalten, denn wir dürfen auch das. Wie halten Sie das im Mozart One, Herr Matejka ? 

Wolfgang Matejka: Es sind generell schwierige Märkte geworden, da sich in die politischer agierenden Börsen auch die regulatorischen Eingriffe stärker bemerkbar machen. Das bringt etwas Unruhe ins fundamental gesteuerte Bild weil immer wieder starke Verschiebungen bei der Allokation erfolgen denen man mehr oder minder ausgesetzt ist. Danach sind die Märkte aber "Sauber" und billig. Da gilt es zuzugreifen, denn wenn dieser Prozess einmal beendet ist geht der fundamentale Zug wieder los und so wie es derzeit konjunkutrell aussieht, eindeutig nach oben. Im Mozart wird daher auf den Kontakt zu den einzelnen Unternehmen mehr Augenmerk gelegt. Die Story darf nicht aus den Augen verloren gehen. Liquidität ist sicher wichtig, wird am Ende aber fundamental überlagert werden. Übergewichtet sind noch defensive Werte wogegen Financials immer wieder stärker gehandelt werden. Zykliker bleiben untergewichtet. Da sind die Handelskonflikte ein nicht zu kalkulierender Unsicherheitsfaktor. 

Rosinger: Grundsätzlich sehe ich auch die Konjunktur (noch) positiv, gerade protektionistische Maßnahmen bringen es oft mit sich, dass kurzfristig Investitionen in Inlandskapazitäten vorgenommen werden müssen, sowas kann einen Konjunkturzyklus etwas verlängern.  Meine Betounung liegt auf "etwas". Es gibt aber eine Reihe von "Baustellen" die zu wirklichen Verwerfungen an den Finanzmärkten führen können: Italien inkl. Androhung von Euro-Ausstieg, ITAL-Exit oder was auch immer. Dann Deutsche Target 2 Salden die alles andere als werthaltig sind, wenn die Euro-Zone und/oder EU sich "verkleinern". Dazu die deutsche Regierungskrise/Merkel-Seehofer, die Türkei mit der Lira-Schwäche und der gute alte Brexit,  den viele Investoren schon vergessen haben.

Matejka: Das ist natürlich völlig korrekt. Mir erscheinen diese "Unsicherheiten" naturgemäß aber schon ziemlich in die Märkte gepreist worden zu sien wogegen die positiven Überraschungen es noch nicht sind. Eine Lösung der Flüchtlingskrise liegt beispielsweise im Interesse Aller, auch der Populisten, damit sie been eine "Lösung" präsentieren nachdem sie ja mehr Macht als vorher nun haben. Deren noch relativ instabile Position fordert aber wirkliche Lösungsansätze die auch weiter tragen weil ja sonst die sofortige Kritik die Oberflächlichkeit enttarnt. Es kann dadurch ja wirklich zu einer Konzentration innerhalb der EU kommen die auch auf Finanzen, Aussnepolitik und Investitionspolitk abfärbt. Das wäre dann sofort ein dickes Plus und endlich eine Karte die man auch weit größeren externen "Partnern" wie bspw der USA zeigen kann damit die nicht mehr alle Einzelnen versucht gegeneinander auszuspielen. 

Rosinger: Ich sehe diese Lösungsansätze derzeit noch weit und breit nicht, aber ich sehe dass Seehofer mit seiner Linie die relative Mehrheit der Deutschen hinter sich hat. Ich preise auch bereits ein Szenario eines Europas ein, das sich wieder mehr in Richtung eines Wirtschaftsbündnisses wie es die EFTA war hin entwickelt. Das würde auch vom Großteil der Bevölkerung mitgetragen. Es muss nicht so kommen - aber derzeit preise ich es in meinen Risikoüberlegungen als eine der positiveren Varianten ein, Ich schließe aber auch nicht aus, dass der Euro und die EU in einigen Jahren viel weniger Mitglieder haben werden... 

Matejka:  Das ist nicht unlogisch und für viele auch konsequent. Bin mir sicher, dass obwohl die ersten Politiker in Brüssel jene warenm die man zu Hause nicht wollte (ausßer die Franzosen die habe ihre besten Leute geschickt gehabt) inzwischen schon mehr Politverständnis herrscht, es wird aber einer gemeinsamen Orientierung bedürfen um die Kraft Europas zu bündeln. Und das geht am Ende nur und einzig und allein mit den Nachbarstaaten. Hier müsste endlich einmal ein EU-Auftritt passieren der diese Nachbarn anspricht und versucht einzubinden. Weil dann wird an den Kapitalmärkten gerechnet was denn das alles bedeuten und bringen könnte. Hatten wir ja schon einmal mit Österreich und dem Osteuropa-Wunder. Bin jetzt nicht der "Grund-Optimist" aber was wäre wenn wir plötzlich "Eurobonds", eine schwächelnde Türkei mit Hilfeanspruch der von der EU auch gegeben wird, Gespräche mit Russland auf Augenhöhe, ein Brexit der UK das Gesicht lässt, ein Italien dessen Innenpolitik der Transparenz gehorcht und eine deutsche Politik die sich wieder etwas getraut hätten. Naja, vielleicht doch Optimist ;-)    Das Interessante daran ist, dass es so offen vor uns liegt was wichitg wäre. Spannend werden aber in Euroland immer mehr die Small und Mid Caps. Deren Schicksal ist in der ersten Jahreshälfte oft enorm mit regulativen Veränderungen und Beschränkungen verbunden gewesen weshalb sich viele mit Kursrückgängen trotz guter Fundamentals konfrontiert sahen. Das dreht schön langsam weil die Opportunität über die geringere Liquidität bewertungsbedingt gerade gewinnt. Ich erwarte daher eine Outperformance dieser Märkte in der zweiten Jahreshälfte gegenüber den "normalen" Large Caps. 

Rosinger: Ich setze generell auf "Spezialsituationen", Immofinanz ist da auch dabei.  Generell hatte ich noch nie Bedenken, in wenig gehandelten marktengen Werten investiert zu sein, das bin ich auch jetzt, z.B. bei Dr. Bock Industries, Gurktaler Stämme und Vorzüge, usw. Dr. Bock ist im Rosgix enthalten, Gurktaler aktuell nicht. Im Rosgix habe ich derzeit aber 79% verzinste Parkposition in teils sehr kurzlaufenden Zero-Bonds, das ist eine verzinste Parkposition um Risiko herauszunehmen und die vergangene Performance nicht zu gefährden.

Matejka: Sehr kluge Strategie, weil man da ziemlich flexibel bleibt. Kann man in den meisten Publikumsfonds naturgemäß nicht umsetzen wegen der Fondsbestimmungen. 

Rosinger: Ich weiß, die 79% sind zwar 3 Zero-Bonds, aber in einem Publikumsfonds wäre es eine zu starke Gewichtung der Einzelwerte. Wieviel Liquiditätsanteil fahren Sie aktuell im Mozart One ? Wollen Sie diesen in der nächsten Zeit verändern? 

Matejka: Nicht mehr als 5%. Ich sehe derzeit mehr die Chance ... 

Rosinger: Das ist mutig. Spannend unsere unterschiedliche Sichtweise: Sie als "Parkring-Bulle" und ich als "Schönbrunner Ötscher-Bär" und doch performen wir besser als die meisten anderen.. Es liegt wahrscheinlich daran, dass wir unsere jeweilige Strategie konsequent verfolgen und wissen was wir tun... 

Matejka: haha :-) ja das ist ein tolles Schlussstatement Herr Rosinger :-) 

Rosinger: ...eigentlich ja.  Als Schönbrunner Bär werde ich mich in Kürze zum Ötscher-Bären verwandeln und dort durch die Tormäuer streifen um Inspiration für die nächste Handelswoche zu bekommen, vielleicht sehe ich ja ein paar Kühe auf einer Weide stehen und wenn ein Bulle dabei ist könnte es ja sein, dass ich seinen Geist auf mich wirken lassen. Wer weiß ? 

Matejka: Vielen Dank! Ebenso und schönes Wetter! Vielleicht gehen sich ja auch die Ötscherhöhlen aus :-) Alles Gute! Die Diversifikation im Portfolio hilft naturgemäß auch. 

Drastil: Danke, Männer, für dieses hervorragende Battle #1! 


(25.06.2018)

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    Matejka: Das ist natürlich völlig korrekt. Mir erscheinen diese "Unsicherheiten" naturgemäß aber schon ziemlich in die Märkte gepreist worden zu sien wogegen die positiven Überraschungen es noch nicht sind. Eine Lösung der Flüchtlingskrise liegt beispielsweise im Interesse Aller, auch der Populisten, damit sie been eine "Lösung" präsentieren nachdem sie ja mehr Macht als vorher nun haben. Deren noch relativ instabile Position fordert aber wirkliche Lösungsansätze die auch weiter tragen weil ja sonst die sofortige Kritik die Oberflächlichkeit enttarnt. Es kann dadurch ja wirklich zu einer Konzentration innerhalb der EU kommen die auch auf Finanzen, Aussnepolitik und Investitionspolitk abfärbt. Das wäre dann sofort ein dickes Plus und endlich eine Karte die man auch weit größeren externen "Partnern" wie bspw der USA zeigen kann damit die nicht mehr alle Einzelnen versucht gegeneinander auszuspielen. 

    Rosinger: Ich sehe diese Lösungsansätze derzeit noch weit und breit nicht, aber ich sehe dass Seehofer mit seiner Linie die relative Mehrheit der Deutschen hinter sich hat. Ich preise auch bereits ein Szenario eines Europas ein, das sich wieder mehr in Richtung eines Wirtschaftsbündnisses wie es die EFTA war hin entwickelt. Das würde auch vom Großteil der Bevölkerung mitgetragen. Es muss nicht so kommen - aber derzeit preise ich es in meinen Risikoüberlegungen als eine der positiveren Varianten ein, Ich schließe aber auch nicht aus, dass der Euro und die EU in einigen Jahren viel weniger Mitglieder haben werden... 

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    Matejka: haha :-) ja das ist ein tolles Schlussstatement Herr Rosinger :-) 

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