15.10.2013, 2138 Zeichen
Unsicherheitsfaktoren gibt es aktuell eigentlich zu Genüge. Sei es die Suche nach einer Koalition hierzulande oder aber auch der nach wie vor andauernde US-Haushaltsstreit. Dennoch ziehen die Notierungen an den Aktienmärkten weiter an – auf den ersten Blick nicht ganz nachvollziehbar. Mag man doch an der Börse nichts weniger als Unsicherheit!
Es wird schon werden!
Abgesagte Reisen von Mitgliedern der Regierung? Geschlossene Nationalparks oder Bibliotheken? Oder auch aufgeschobene Veröffentlichungen von Behörden? Was man von einer Bananenrepublik erwartet, lässt sich auch in den USA machen! Seit einiger Zeit streiten sich die beiden politischen Lager in den Vereinigten Staaten – und sind damit auch für die Handlungsunfähigkeit des Landes verantwortlich. Bereits Anfang Oktober wurde daher ein Ausgabenstopp verhängt, so dass alle nicht extrem notwendigen Staatsausgaben zunächst aufgeschoben wurden. Mit dem nächsten Donnerstag rückt nun ein wichtiger Termin näher, der auch an der Börse mehr und mehr sehnsüchtig erwartet wird. Dann nämlich wird die Schuldenobergrenze erreicht. Um nicht bediente Kupons einer US-Staatsanleihe zu verhindern, müssten sich die beiden Streitparteien zuvor einigen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass ein Kompromiss in letzter Minute erfolgen wird. Zumindest rechnen die Akteure an den Börsen damit, was sich an der Kursentwicklung ablesen lässt. Allerdings sollte man dennoch vorsichtig mit dem Geschehen umgehen! Schließlich dürfte auch diese Anhebung der Schuldenobergrenze wieder nur eine Übergangslösung darstellen, so dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis zunächst der nächste „Government Shutdown“ und dann auch wieder das Erreichen der Schuldenobergrenze ansteht.
Auf Bernanke folgt Yellen
Etwas Unsicherheit ist mit der Nominierung des nächsten Notenbankchefs gewichen. So steht die Nachfolgerin von Ben Bernanke – Janet Yellen – wie ihr noch amtierender Vorgänger für eine expansive Geldpolitik, so dass sich die Märkte nicht unbedingt auf einen herben Übergang einstellen müssen. Von dieser Seite aus bleibt der Geldhahn daher aller Voraussicht nach erst einmal noch geöffnet.
Was noch interessant sein dürfte:
„Sell in may“ – auch in diesem Jahr eine wahre Regel? (Stephan Feuerstein)
Niedrige Zinsen = Hirn ausschalten und kaufen? (Stephan Feuerstein)
Link-Mix vor Marktstart, 16.10.: Immofinanz, Erste Group, OMV, Uniqa, Henkel, adidas
Link-Mix vor Marktstart, 15.10.: Flughafen, Immofinanz, BWT, Evotec, BMW, Henkel
Kapitalmarkt-stimme.at daily voice: Erwin Hof (Wiener Börse) lässt Buy & Hold gegen Sell in May antreten, hier am Beispiel ATX TR
Aktien auf dem Radar:Telekom Austria, AT&S, Flughafen Wien, Amag, CPI Europe AG, voestalpine, Oberbank AG Stamm, Verbund, OMV, CA Immo, Zumtobel, Polytec Group, Rosenbauer, Semperit, BKS Bank Stamm, EuroTeleSites AG, Österreichische Post, Allianz, Rheinmetall, Continental, Porsche Automobil Holding, Fresenius Medical Care, Fresenius, Zalando, Deutsche Boerse, Brenntag, adidas, Commerzbank, Infineon, MTU Aero Engines, SAP.
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