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Was Privatanleger vom norwegischen Staatsfonds lernen können (Christoph Scherbaum)

Autor:
Christoph Scherbaum

Die Börsenblogger ist das einfache und direkte Sprachrohr von Journalisten und deren Kollegen, die teils schon mit jahrzehntelanger Arbeits- und Börsenerfahrung aufwarten können. Auch als professionelle Marktteilnehmer. Letztlich sind wir alle Börsenfans. Aber wir vertreten in diesem Blog auch eine ganz simple Philosophie: Wir wollen unabhängig von irgendwelchen Analysten, Bankexperten oder Gurus schreiben, was wir zum aktuellen (Börsen-)Geschehen denken, was uns beschäftigt. Das kommt Ihnen, dem Leser, zu Gute.

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Der norwegische Staatsfonds gilt vielen Langfristanlegern als großes Vorbild. Nun entscheidet sich die Regierung für eine Erhöhung der Aktienquote. Privatanleger können davon einiges lernen.

Seit langem kann der norwegische Staatsfonds durch seine kluge Anlagepolitik für gute Laune unter den Norwegern sorgen. Grundsätzlich wird der norwegische Staatsfonds aus den Einnahmen der Ölförderung in der Nordsee gespeist. Der inzwischen rund 800 Mrd. Euro schwere Fonds soll die langfristige Prosperität des Landes sichern.

Damit jedoch bereits jetzt Geld aus der Ölförderung an die Norweger fließt, darf der Staat wiederum pro Jahr bis zu 4 Prozent des Vermögens entnehmen. Das heißt, sobald die Rendite unter 4 Prozent fällt, geht es an die Substanz des Fonds. In Niedrigzinszeiten sind hohe Renditen also durchaus elementar.

Um diesem Problem zu begegnen hat sich die Regierung Experten zu Rate gezogen, die zum einen eine Erhöhung der Aktienquote von 60 auf 70 Prozent und zum anderen eine Absenkung der Entnahmequote auf 3 Prozent vorgeschlagen haben. Die Umsetzung dieser Vorschläge ist nur noch Formsache. Dennoch gibt es auch Kritik.

Der norwegische Ökonom Knut Anton Mork äußert sich in einem lesenswerten Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kritisch über die Sorglosigkeit der Norweger in Bezug auf die Erhöhung der Aktienquote. Der Grund ist einfach:

„Weil der Fonds mittlerweile eine solche kritische Größe erreicht hat, dass er mit einem Teil seiner Erträge 15 Prozent der jährlichen Staatsausgaben finanziert.“ Sinkt nun die Rendite, hätte dies direkte Auswirkungen auf den Staatshaushalt Norwegens. Die Kritik ist also eher volkswirtschaftlich, denn finanzwirtschaftlich.

Der Reihe nach: Ziel des Fonds ist die Zukunftssicherung Norwegens. Dazu muss sowohl ein Kapitalstock aufgebaut (durch die Öleinnahmen), als auch Rendite erwirtschaftet werden, die wiederum direkt in den Staatshaushalt fließt. Vor diesem Hintergrund ist die Kritik durchaus nachvollziehbar. Mit Aktien lässt sich keine regelmäßige Auszahlung aus einem Fondsvermögen ohne Schwankungen darstellen. Aber Privatanleger dürften selten in diese Art der Bredouille kommen.

Hohe Aktienquoten sind bei langfristigem Zeithorizont unverzichtbar. Anders funktioniert ein Vermögensaufbau in Zeiten von Niedrigzinsen nicht. Daher sollte sich Privatanleger von den angesprochenen, kurzfristigen Risiken (Aktienmärkte schwanken nun mal) nicht in die Irre führen lassen.

Erst wenn es eines Tages wirklich um die kontinuierliche Auszahlung aus einem Depotvermögen geht, sollte man die Zusammensetzung überarbeiten. Kontinuierliche Zins- bzw. Dividendenzahlungen sind dann elementar. Aber das ist dann auch keine Vermögensaufbau mehr, sondern Vermögensverzehr.

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(03.04.2017)

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