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24.09.2017

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In den nächsten Tagen stehen wieder einige relevante Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an. Den Auftakt macht am Dienstag das Verbrauchervertrauen des Conference Board. Wir gehen von einem kräftigen Rückgang aus und sind deutlich pessimistischer gestimmt als der Konsens. Anders als das Konsumentenvertrauen der Universität von Michigan wird die Umfrage des Conference Board stark durch die Entwicklung am Arbeitsmarkt bestimmt. Der starke Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe von 235.000 auf 298.000 Anfang September im Zuge der Hurrikans Harvey und Irma spricht für eine deutliche Stimmungseintrübung. Optimistischer als der Konsens sind wir dagegen bei den Zahlen zum Auftragseingang langlebiger Güter für August (Mi). Die vorliegenden Daten zu den Bestellungen bei Boeing lassen für den Bereich zivile Luftfahrt ein kräftiges Plus erwarten. Obwohl der Auftragseingang ohne Berücksichtigung des Transportsektors gegenüber Juli stagniert haben dürfte, rechnen wir daher für den gesamten Auftragseingang mit einem Zuwachs um 2,1 % p.m. Besonderes Augenmerk dürften die Marktakteure schließlich auch auf die Zahlen zu den persönlichen Konsumausgaben für August richten (Fr). Die bereits vorliegenden Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen deuten auf einen minimalen Anstieg um 0,1 % p.m. hin. Da wir für den Deflator des privaten Konsums im Vormonatsvergleich ein deutliches Plus von 0,3 % erwarten, dürften die persönlichen Konsumausgaben in realer Rechnung um 0,2 % p.m. gesunken sein. In den nächsten Monaten sollte der private Konsum wegen der Wiederaufbauarbeiten nach den verheerenden Wirbelstürmen aber kräftig zulegen.

Das Ergebnis der FOMC-Zinssitzung vom 20. September entsprach genau unseren Erwartungen. Die Notenbank gab den Beginn der Reduzierung ihres Anleiheportfolios ab Oktober bekannt. Zudem wurde für Dezember eine weitere Zinsanhebung signalisiert. 2018 soll der Leitzins unverändert um weitere 75 Basispunkte steigen. Der Markt reagierte auf dieses aus seiner Sicht eher „falkenhafte“ Ergebnis mit einem Renditeanstieg von 2 bis 4 Basispunkten über das gesamte Laufzeitenspektrum bei amerikanischen Staatsanleihen. Gemäß Fed Funds Futures liegt die Wahrscheinlichkeit eines Zinsschrittes im Dezember nun bei 64 %. Vor zwei Wochen waren es noch 21 %. Wir sehen eine Zinsanhebung im Dezember als sehr wahrscheinlich an. Vor allem da zur Zinssitzung am 13. Dezember schon alle Oktober- sowie einige Novemberdaten zu wichtigen Konjunkturindikatoren vorliegen. Diese dürften nach den zu erwartenden sehr schwachen Septemberdaten in Summe sehr gut ausfallen. Für die Rendite 10-jähriger US Staatsanleihen sehen wir zunächst kein weiteres Aufwärtspotenzial, da die nächsten Wochen wie gesagt von teils äußerst schwachen Konjunkturdaten geprägt sein werden. Die von uns für Dezember erwartete Zinsanhebung dürfte dann zu einem leichten Renditeanstieg führen.

In Sachen Steuerreform gibt es neue Entwicklungen in Washington. Führende republikanische Senatoren haben sich darauf verständigt, durch eine Senkung der Steuersätze bedingte Steuerausfälle von bis zu USD 1,5 Bio. über die nächsten zehn Jahre in Kauf zu nehmen. Das heißt, die beabsichtigte Steuerreform müsste keine Ausgabenkürzungen beinhalten, um die durch die Senkung der Steuersätze zu erwartenden Einnahmeausfälle zu kompensieren. Zwar sollen die erwarteten Steuerausfälle durch das Schließen von Steuerschlupflöchern und die Verringerung der abzugsfähigen Ausgaben begrenzt werden, allerdings ist jetzt schon klar, dass trotzdem ein großes Loch bei den Einnahmen verbleiben würde. Um dennoch eine Steuerreform verabschieden zu können, die die Staatsverschuldung wie von Donald Trump im Wahlkampf versprochen nicht erhöht, will man sich offenbar eines Tricks bedienen. Angeblich bereitet das Weiße Haus eigene Konjunkturprognosen vor, denen zufolge die geplanten steuerlichen Entlastungen zu einem deutlich stärkeren Anstieg der Wirtschaftsleistung führen sollen. In Folge der stärkeren Zunahme des Bruttoinlandsproduktes würden demzufolge auch die Steuereinnahmen so stark steigen, dass die durch die niedrigeren Steuersätze ausgelösten Einnahmeausfälle vollständig wettgemacht würden. Das Problem daran ist, dass das nur auf dem Papier funktioniert. Als Präsident Reagan Anfang der 1980er Jahre die Einkommenssteuersätze massiv senkte, versprach er ebenfalls, die erwarteten Steuerausfälle würden sich wegen des zu erwartenden höheren Wachstums selbst finanzieren (Voodoo Economics). Tatsächlich ließ sich keine nachhaltig stärkere Zunahme der Wirtschaftsleistung beobachten. Dafür verdoppelte sich die Staatsverschuldung gemessen am nominalen Bruttoinlandsprodukt innerhalb der folgenden zehn Jahre von 33 % auf 61 %.

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