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Der ultimative Leitfaden für österreichische Anleger (Christian Drastil)


Autor:
Christian Drastil

Der Namensgeber des Blogs. Ich funktioniere nach dem Motto "Trial, Error & Learning". Mehrjährige Business Pläne passen einfach nicht zu mir. Zu schnell (ver)ändert sich die Welt, in der wir leben. Damit bin ich wohl nicht konzernkompatibel sondern lieber ein alter Jungunternehmer. Ein lupenreiner Digital Immigrant ohne auch nur einen Funken Programmier-Know-How, aber - wie manche sagen - vielleicht mit einem ausgeprägten Gespür für Geschäftsmodelle, die funktionieren. Der Versuch, Finanzmedien mit Sport, Musik und schrägen Ideen positiv aufzuladen, um Financial Literacy für ein grosses Publikum spannend zu machen, steht im Mittelpunkt. Diese Dinge sind mein Berufsleben und ich arbeite gerne. Der Blog soll u.a. zeigen, wie alles zusammenhängt und welches Bigger Picture angestrebt wird.
Christian Drastil

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15.10.1998, 4715 Zeichen

Für den Privatanleger gestaltet sich der Zugang zu Veranlagungen äußerst schwierig. Fehlende Transparenz und ein Mangel an Vergleichen sind die Haupthindernisse. Mit dem "Factbook Vermögensveranlagung" werden diese weitgehend ausgeräumt.

Wien. "Das Factbook Vermögensveranlagung wird zur Entmystifizierung des Marktes beitragen." Mit diesen starken Worten stellte Herausgeber Walter Springer am Mittwoch sein neuestes Werk vor. Doch der 330 starke Wälzer, nach dem "Factbook Beteiligungskapital" der zweite Band aus der Factbook-Reihe von Springers Agentur Kapitalmarkt Österreich, wird diesen Worten tatsächlich gerecht.

>> "Gläserne" Anbieter <<

Der Anleger erhält einen kompletten Überblick über den österreichischen Veranlagungsmarkt und findet Details über Anbieter und Produkte. "Wir garantieren dabei volle Objektivität", sagt Springer. Aufgelistet sind beispielsweise sämtliche in- und ausländischen Investmentfonds, Lebensversicherungen und Pensionskassen. Und das alles mit Adressen, Ansprechpartnern, Investitionsgrenzen und etlichen Links (siehe dazu auch Kasten).

>> Börse zollt Beifall <<

"Das ist genau das, was wir uns dringend gewünscht haben. Ein sehr ausgereiftes Produkt", sagte Börse-Chef Christian Imo gestern bei der Factbook-Präsentation. Imo verwies in diesem Zusammenhang auf eine deutsche Studie, nach der die "fehlende gute Infrastruktur des deutschen Kapitalmarkts beim Bruttoinlandsprodukt Einbußen von etwa fünf Prozent gegenüber entwickelten Kapitalmärkten wie etwa Großbritannien", bewirke. In Österreich wären es wohl deutlich mehr als die besagten fünf Prozent, so Imo. Doch mit dem Factbook zur Vermögensveranlagung in Österreich hätten jetzt sowohl private wie auch institutionelle Anleger, aber auch Wirtschaftstreuhänder, Wirtschaftsanwälte, Notare und Finanzberater einen guten Leitfaden zur Hand.

Sollten sich auch einige Privatanleger in das Factbook vertiefen, so dürfte das Werk auch zu einer Pflichtlektüre für Bankberater werden. Dem Niveau der Beratungsgespräche in Österreich würde das sicher gut tun. Angesichts der steigenden Zahl von Anbietern und Produkten auch in Österreich sowie des blühenden Markts für professionelle Vermögensveranlagung sei der Privatkunde mit diesen "yellow pages" - Springer zufolge - besser in der Lage, sich eine "Zweitmeinung" zu bilden und dem Berater umfassendere Fragen zu stellen.

>> Markt wächst massiv <<

Denn trotz der jüngsten Kursrückgänge an den Aktienbörsen wächst der Markt für professionelle Vermögensverwaltung in Österreich massiv. Die private Geldvermögensbildung werde heuer rund 250 Milliarden Schilling betragen, etwa 200 Milliarden werden laut Springer in der Vermögensverwaltung heimischer Banken und rund 375 Milliarden Schilling in österreichischen Lebensversicherungen veranlagt (siehe Grafik). Nach wie vor hoch sind die Einlagen auf Sparbüchern (1.600 Milliarden Schilling), doch der Trend gehe zu höherwertiger Veranlagung, wie die steigenden Volumina bei Investmentfonds anzeigen. Zur Jahresmitte 1998 wiesen die österreichischen Fondsgesellschaften ein Volumen von rund 680 Milliarden S auf. Vor allem seitdem die private Altersvorsorge so stark in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten ist, besteht massiver Bedarf an Transparenz durch Information. Transparenz erhöhe nicht zuletzt auch den Wettbewerb.

Die Vorarbeiten zu diesem zweiten Factbook dauerten ein Jahr. Zu beiden Factbooks soll es künftig aktualisierte Fassungen auf CD-ROM sowie im Internet geben. Dies wird allerdings frühestens im Jahr 1999 der Fall sein.

>> Tabellen <<

Allen Angaben in Schilling

Marktvolumen der organisierten Vermögensveranlagung in Österreich

Inländische Investmentfonds 680 Mrd.

Vermögensveranlagung der

österreichischen Lebensversicherungen 375 Mrd.

Sozialkapital* (Betriebliche Alters-

vorsorge) 300 Mrd.

Vermögensverwaltung der Banken 200 Mrd.

* beinhaltet Lebensversicherungen (ca. 30 Mrd), Pensionskassen (über 50 Mrd.), Dotierte Direktzusagen/Pensionsrückstellungen (ca. 220 Mrd.)

Eckdaten des österreichischen Finanzmarktes

Zuwachs des privaten Geldvermögens

1995 249,8 Mrd.

1996 197,5 Mrd.

1997 169,0 Mrd.

1998 252,2 Mrd.

Geldvermögen des privaten Sektors: 3.500 Mrd. ATS

Wie die Österreicher ihr Vermögen anlegen

Privatvermögen (Immobilien, Betriebe, Finanzanlagen) 6.000 Mrd.

Vermögenswerte auf Kundendepots österr. Banken 2.780 Mrd.

Inländischer Rentenumlauf (Einmal- und Daueremissionen 1.750 Mrd.

Stand der Spareinlagen 1.600 Mrd.

Marktkapitalisierung der Wr. Börse 400 Mrd.

Quelle: Kapitalmarkt Österreich, Dr. Springer/OenB/Wr. Börse AG

Bildtext: Börse-Chef Christian Imo: "Das Factbook ist ein sehr ausgereiftes Werk. 19 Prozent der Österreicher sind an Aktien interessiert. Eine große Zielgruppe für uns und das Factbook"

(15.10.1998)

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    Zuwachs des privaten Geldvermögens

    1995 249,8 Mrd.

    1996 197,5 Mrd.

    1997 169,0 Mrd.

    1998 252,2 Mrd.

    Geldvermögen des privaten Sektors: 3.500 Mrd. ATS

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      Gesellschaft und Wirtschaft : bildstatistisches Elementarwerk
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      1958
      Geibi Shuppan