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04.01.2012, 3347 Zeichen

(Autor: Hans Huber) Es blieb ein Wintermärchen, dieses Sportjahr 2011. Voll mit Schneeköniginnen und Schanzenprinzen, aber nur mit einem stürmischen Happy End im Sommer für Graz. Unterschiedlicher könnte die Bilanz kaum ausfallen. Im Schnee die jubelnden Sieger auf dem grünen Rasen enttäuschte Hoffnungsträger, die zwar für volle Häuser aber zu wenig gefüllte Punkte- Konten in der EM-Qualifikation sorgten.

Umso eindrucksvoller schärft sich die Erinnerung an die goldene Speedqueen Liz Görgl, an die unglaubliche Marlies Schild und an Anna Fenninger, die in Garmisch die Gunst der Stunde nützten und ein Rekordergebnis einfuhren. Die Damen übertrumpften diesmal die Herren mit vier Mal Gold und einmal Silber bei weitem und bewiesen damit, dass sie in diesem Jahr das starke Geschlecht bei den Alpinen waren.

Übertroffen wurden sie vielleicht nur noch von den Höheflügen auf Schanzen und Loipen. Die Weitenjäger Morgenstern und Schlierenzauer durften sich über je zwei Goldene im Einzel und mit der Mannschaft freuen und die nordischen Kombinierer bewiesen starken Teamgeist: zweimal Gold mit der Mannschaft, auch als Abschiedsgeschenk für einen ganz Großen: Felix Gottwald, der seine Karriere endgültig beendete.

Abrupt geendet haben im Fußball zwei Trainer –Engagements. Jene von Peter Pacult nach einer Komödie der Irrungen und Verwirrungen bei Rapid und jene von Didi Constantini beim ÖFB. Ohne den Respekt zu allen anderen großen Leistungen im österreichischen Sportjahr 2011 zu verhehlen, ist dies der Sprung zum zweiten großen TV-Quotenbringer, dem Fußball. In einer Meisterschaft, in der die Favoriten beinahe den Eindruck machten, den Meistertitel gar nicht ernsthaft und Rapid seinen Erfolgstrainer Peter Pacult unter kuriosen Umständen, nach Leipzig ziehen ließ, stürmte plötzlich Sturm als erster über Ziellinie. Immerhin konnte sich Salzburg mit der Qualifikation in die K.o Phase der Europa-League auf internationaler Ebene zumindest als österreichischer Spitzenklub positionieren. Und bei aller Kritik am Niveau der österreichischen Bundesliga: in der Europa –Wertung haben sich die österreichischen Klubs verbessert, voraussichtlich einen zweiten Platz in der Champions- League -Qualifikation ( einen Platz mehr in den europäischen Bewerben) erobert. Vielleicht gelang sogar die Basis für einen Fix –Platz in der Königsklasse des Klubfußballs…

Das macht Hoffnung, so wie auch bei der Nationalmannschaft einige Faktoren für eine verbesserte Bilanz im Jahr 2012 sprechen. Eine Fülle von jungen Spielern, die meist schon als Legionäre anreisen, gibt durchaus Anlass zu neuem Optimismus. Ein Team, das in seiner Grundkonzeption noch von Didi Constantini zusammengestellt wurde. Die Bilanz von 10 Spielen mit nur zwei Siegen und die hoffnungslose Ausgangsposition in der EM-Qualifikation ließen die im Fußball üblichen Mechanismen greifen.

Mit Marcel Koller wurde ein Schweizer mit guten Referenzen, gegen den Widerstand einiger Kritiker installiert. Sein bisheriger Auftritt erscheint- trotz des 1:2 in der Ukraine- durchaus erfolgversprechend. Und der Sturmlauf sollte allein sportlichem Terrain vorbehalten sein. Einen Auftritt der Schande wie den Platzsturm der Rapid-„Fans“ beim Derby gegen die Austria will in Zukunft niemand mehr erleben. Denn der Sport soll das bleiben was er ist: eine schöne, wenn auch wichtige Nebensache…





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