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16.01.2012, 2423 Zeichen

Sandra Lüth, Geschäftsführerin der Börse Hamburg und der Börse Hannover (die jüngste Börsechefin in Europa), kommentiert die Finanztransaktionssteuer-Pläne. Ich unterschreibe diesen Beitrag. Hier das Statement, voila ...

"Die aktuell diskutierte und noch nicht in Gänze ausgestaltete Idee einer Finanztransaktionssteuer, die sich lediglich auf die Euro-Zone erstrecken soll, wird von uns abgelehnt.

Mit der Finanztransaktionssteuer werden Spekulationen per se nicht unterbunden. Ein Engagement, das nicht weltweit einheitlich ist, könnte zwar zu Wettbewerbsverzerrungen führen, aber ausufernde Spekulationen wären dennoch weltweit möglich. Hinzu kommt, dass die Steuer von 0,1 Prozent auf Aktien- und Anleihengeschäfte sowie 0,01 Prozent auf Transaktionen mit Derivaten zunächst zwar gering erscheint. Sie ist jedoch eine zusätzliche Kostenkomponente. Viele Bürger sind ohnehin schwer für Aktien, Anleihen oder Investmentfonds zu begeistern, obwohl für die Vermögensbildung oder Altersvorsorge heutzutage kapitalmarktorientiertes Sparen notwendig ist.

Zudem dürfen auch die Transaktionen innerhalb von Anlageprodukten nicht vergessen werden: Auf der Ebene eines Fonds zum Beispiel werden viele einzelne Transaktionen durchgeführt, deren Kosten am Ende wieder auf den einzelnen Anleger umgelegt werden - in der Regel ist das der Privatanleger.

Nicht zuletzt würde in den Handel an den Börsenplätzen stark eingegriffen werden. Es gäbe Wettbewerbsnachteile:  Die Börsen haben die Aufgabe, Kundenaufträge jederzeit auszuführen. Damit dies unabhängig von der Marktlage an der jeweiligen Börse möglich ist, haben sich die Makler immer weiter zu Liquiditätsspendern entwickelt, sie treten also zunächst selbst als Kontrahent ein - zum Nutzen des Kunden. Nur so können Kundenaufträge schnellst- und bestmöglich ausgeführt werden. Anschließend reichen die Makler zum Teil Aufträge an Dritte weiter, um ihr Risiko zu reduzieren. Dies ist üblich und notwendig, es entstehen jedoch zwei Transaktionen für ein originäres Geschäft.

Abschließend halten wir fest: Wenn es um die bloße Gegenfinanzierung der finanziellen Unterstützung des Bankensektors durch den Staat geht, gibt es sicherlich bessere und vor allem verursachergerechtere Möglichkeiten. In Deutschland ist es wichtig, Anleger nicht von Wertpapieren fern zu halten, sondern ihnen vielmehr deren Nutzen für die eigene Altersvorsorge und für die Realwirtschaft nahezubringen."

 



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    Finanztransaktionssteuer: Die jüngste Börsechefin hat ... recht


    16.01.2012, 2423 Zeichen

    Sandra Lüth, Geschäftsführerin der Börse Hamburg und der Börse Hannover (die jüngste Börsechefin in Europa), kommentiert die Finanztransaktionssteuer-Pläne. Ich unterschreibe diesen Beitrag. Hier das Statement, voila ...

    "Die aktuell diskutierte und noch nicht in Gänze ausgestaltete Idee einer Finanztransaktionssteuer, die sich lediglich auf die Euro-Zone erstrecken soll, wird von uns abgelehnt.

    Mit der Finanztransaktionssteuer werden Spekulationen per se nicht unterbunden. Ein Engagement, das nicht weltweit einheitlich ist, könnte zwar zu Wettbewerbsverzerrungen führen, aber ausufernde Spekulationen wären dennoch weltweit möglich. Hinzu kommt, dass die Steuer von 0,1 Prozent auf Aktien- und Anleihengeschäfte sowie 0,01 Prozent auf Transaktionen mit Derivaten zunächst zwar gering erscheint. Sie ist jedoch eine zusätzliche Kostenkomponente. Viele Bürger sind ohnehin schwer für Aktien, Anleihen oder Investmentfonds zu begeistern, obwohl für die Vermögensbildung oder Altersvorsorge heutzutage kapitalmarktorientiertes Sparen notwendig ist.

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