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01.08.2012, 3139 Zeichen

"Legendäre Tennismomente im TV (mit Hans Huber im Stiegenhaus)

Also mein Nachbar ist Hans Huber. Ja, „der“ Hans Huber, die Sportreporterlegende. Und wie es in einer guten Nachbarschaft halt so ist, sucht man neben all den nachbarschaftlichen To Do`s auch immer wieder das Gespräch. Und das fällt zwei wirklich sportverrückten Menschen naturgemäss sehr leicht. Was haben wir in all den Jahren nicht schon über – vorwiegend – Fussball gesprochen. Nachdem der Nachbar mich zuletzt auf meine Kolumne in Happy Tennis (man kann nichts verheimlichen!) angesprochen hatte, hat sich unser Stiegenhaustalk trotz Fussball-EM zunehmend auf Tennis verlagert. Dass Nadal mit nunmehr sieben Paris-Titeln sogar den grossen Björn Borg überflügelt hat, ist freilich eine Sache für die Geschichtsbücher. Respekt, da waren wir uns einig. Irgendwie sind wir dann auf die legendärsten TV-Momente im Tennis zu sprechen gekommen und – frage nicht – da gibt’s dann fast Ende nie. Als Österreicher ist man sich einig, dass der Paris-Sieg von Thomas Muster aus dem Jahr 1995 einfach ein Highlight ist, auch wenn das 7:5, 6:2, 6:4 gegen Michael Chang selbst eine klare und unspektakuläre Sache war. Man müsse Musters Jahr 1995 vielmehr gesamthaft betrachten, er gewann auf Sand 40 Spiele in Serie, besiegte im Monte-Finale Boris Becker, nachdem er einen Tag zuvor gegen Andrea Gaudenzi zusammengebrochen war. Dazu im Herbst der Sieg gegen Pete Sampras, der letztendlich den Weg zur Nr.1 ebnete. Was Huber ebenfalls zu seinen Highlights zählt, ist der 1. Wimbledon-Sieg Boris Beckers. Der Deutsche hatte 1985 im Alter von nur 17 Jahren als erster ungesetzter Spieler, als erster Deutscher und als jüngster Sieger überhaupt im Rasen-Mekka triumphiert. Tja, und dann bleibt vielleicht noch das grösste Tennis-Duell aller Zeiten, Björn Borg vs. John McEnroe, das von der Intensität her wohl nur mit den Aufeinandertreffen der Schachgiganten Bobby Fischer und Boris Spasski zu vergleichen ist. Es ist passend und beruhigend, dass die Head-to-Head-Bilanz zweier herausragender Persönlichkeiten mit 7:7 ein Unentschieden liefert. Alles andere wäre ungerecht. Es ist auch bezeichnend, dass McEnroe nach dem überraschenden Karriere-Ende von Borg in ein tiefes Loch gefallen ist, wie der Biograph des Amerikaners schreibt. Für mich persönlich ist das Duell McEnroe-Borg in seiner gesamten Dimension letztendlich die Nr.1. Unerwähnt lassen möchte ich auch nicht ein singuläres Ereignis aus der jüngeren Vergangenheit: John Isner besiegte im Wimbledon-Turnier 2010 Nicolas Mahut mit 6:4, 3:6, 6:7 (7:9), 7:6 (7:3), 70:68, das Match brauchte drei Turniertage, dauerte mehr als 11 Stunden und „riecht“ nach Rekord für die Ewigkeit. Ich habe übrigens auch noch auf Facebook die Frage nach den legendärsten TV-Momenten im Tennis aufgeworfen: Da kamen dann noch Dinge wie der begeisternde zweite Frühling von Jimmy Connors, die legendäre Rivalität zwischen Chris Evert-Lloyd und Martina Navratilova, die Tragödie um Monica Seles sowie die eine oder andere TV-Konfrontation der österreichischen Daviscup-Musketiere aus den Neunzigern."

(für http://www.happy-tennis.com/ausgabe/003)



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