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12.11.2012, 2275 Zeichen

Lange haben alle darauf gewartet. Jetzt ist er da: Der Bericht der "Troika", also der drei wichtigsten Geldgeber Griechenlands, über die athener Sparbemühungen. Und er fällt freundlich positiv aus: Die Abgeordneten von Internationalem Währungsfonds, EU und Europäischer Zentralbank attestieren den Griechen dabei Fortschritte. Doch die Glaubwürdigkeit dieses Berichtes wird von Beobachtern angezweifelt. Denn politisch hat sich Europa längst auf weitere Hilfen für das tief verschuldete Land festgelegt. Und der dazu passende Bericht ließ lange auf sich warten.

Zwei Jahre mehr Zeit und frisches Geld werden die Griechen nun von den internationalen Geldgebern erhalten. Ob die Probleme des Landes damit in den Griff zu bekommen sind, ist aber mehr als fraglich. Immer noch ist die Wirtschaft auf Schrumpfkurs und gerade wurde wieder ein neues Sparpaket verabschiedet, das die Krise weiter verschärfen dürfte. Das Ganze wie immer begleitet von den Protesten zehntausender Menschen in Athen.

Dass Griechenland sich aus eigener Kraft so sanieren kann, gilt unter Fachleuten inzwischen als ziemlich unwahrscheinlich. Doch vermutlich geht es tatsächlich auch eher um den Rest Europas und die Stabilität des Euro. Zum Beispiel um Portugal. Vor Ihrem Besuch dort lobte Bundeskanzlerin Merkel die Refombemühungen dort Landes und betonte, dass sie in Portugal keine Notwendigkeit für ein zweites Sparpaket sieht.

Und tatsächlich gibt es erste zarte Anzeichen, dass die Therapie bei einigen angeschlagenen europäischen Schuldenpatienten allmählich erste positive Wirkungen zeigt. Für Griechenland gilt das meiner Ansicht nach nicht. Denn diese Land ist tatsächlich eine Ausnahme in Europa. Zwar zeigt auch diese Land die Symptome einer schwerwiegenden Verschuldung. Die Krankheit geht hier aber wesentlich tiefer: Die Defizite in der Verwaltung, die tief verwurzelte Korruption und die mangelhaften Wirtschaftsstrukturen machen es so gut wie unregierbar und damit unreformierbar.

Tiefergehende Maßnahmen und Hilfen von der EU wollen aber weder die Griechen noch die anderen europäischen Partner.  Das bedeutet aber auch, dass Griechenland weiter mit den falschen Therapien behandelt wird. Mindestens bis zum nächsten Troikabericht.

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    Wahrheit oder Lüge? Der Troika-Griechenlandbericht ist da (Gisela Baur)


    12.11.2012, 2275 Zeichen

    Lange haben alle darauf gewartet. Jetzt ist er da: Der Bericht der "Troika", also der drei wichtigsten Geldgeber Griechenlands, über die athener Sparbemühungen. Und er fällt freundlich positiv aus: Die Abgeordneten von Internationalem Währungsfonds, EU und Europäischer Zentralbank attestieren den Griechen dabei Fortschritte. Doch die Glaubwürdigkeit dieses Berichtes wird von Beobachtern angezweifelt. Denn politisch hat sich Europa längst auf weitere Hilfen für das tief verschuldete Land festgelegt. Und der dazu passende Bericht ließ lange auf sich warten.

    Zwei Jahre mehr Zeit und frisches Geld werden die Griechen nun von den internationalen Geldgebern erhalten. Ob die Probleme des Landes damit in den Griff zu bekommen sind, ist aber mehr als fraglich. Immer noch ist die Wirtschaft auf Schrumpfkurs und gerade wurde wieder ein neues Sparpaket verabschiedet, das die Krise weiter verschärfen dürfte. Das Ganze wie immer begleitet von den Protesten zehntausender Menschen in Athen.

    Dass Griechenland sich aus eigener Kraft so sanieren kann, gilt unter Fachleuten inzwischen als ziemlich unwahrscheinlich. Doch vermutlich geht es tatsächlich auch eher um den Rest Europas und die Stabilität des Euro. Zum Beispiel um Portugal. Vor Ihrem Besuch dort lobte Bundeskanzlerin Merkel die Refombemühungen dort Landes und betonte, dass sie in Portugal keine Notwendigkeit für ein zweites Sparpaket sieht.

    Und tatsächlich gibt es erste zarte Anzeichen, dass die Therapie bei einigen angeschlagenen europäischen Schuldenpatienten allmählich erste positive Wirkungen zeigt. Für Griechenland gilt das meiner Ansicht nach nicht. Denn diese Land ist tatsächlich eine Ausnahme in Europa. Zwar zeigt auch diese Land die Symptome einer schwerwiegenden Verschuldung. Die Krankheit geht hier aber wesentlich tiefer: Die Defizite in der Verwaltung, die tief verwurzelte Korruption und die mangelhaften Wirtschaftsstrukturen machen es so gut wie unregierbar und damit unreformierbar.

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