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Martin Schaller (RLB Steiermark) zu RBI, KESt und Politik

Magazine aktuell


#gabb aktuell



15.11.2012, 5734 Zeichen

About: Für den Börse Express war ich am 9.11. bei der RLB Steiermark zu Gast und führte dort Roundtable und Roadshow mit Amag, Andritz, Pankl und THI durch. Der komplette Talk im Zusammenhang findet sich HIER. Das u.a. Bilderset mit freundlicher Genehmigung des BE/Martina Draper. Insgesamt 115 Bilder unter http://www.boerse-express.com/cat/diashow/slidepage/680574 bzw. http://www.boerse-express.com/cat/diashow/slidepage/680573 .

Anbei Sager von RLB Steiermark-Vorstand Martin Schaller.

Herr Schaller, Ihr Bruder, Ex-Börsechef Heinrich Schaller, startete im 1. Halbjahr als Vorstand bei der RLB OÖ. Sie sind von Oberösterreich in die Steiermark gewechselt. Wie haben Sie sich im Vorstand der RLB Steiermark eingelebt? 

Martin Schaller: Richtig, ich war die vergangenen elf Jahre bei der RLB OÖ, dort für das Treasury und Wertpapiergeschäft zuständig, davor in Wien bei der Creditanstalt und der Bank Austria. Ich freue mich sehr, dass ich nun bei der RLB Steiermark für das Treasury, die Vertriebssteuerung, Versicherungen und Bausparen zuständig sein darf. Ja, ich bin gerade dabei, mich einzuleben. Es geht mir sehr gut dabei, es gibt spannende Herausforderungen für uns in der nächsten Zeit.

Wir sind heute beim Wertpapierberatertag der RLB Steiermark. Bitte ein paar Worte zu dieser Veranstaltung. 

Schaller: Wir führen diesen Wertpapierberatertag schon seit Jahrzehnten durch, es ist eine bewährte Veranstaltung. Es geht um aktuelle Themen in der Beratung, gerade in Zeiten wie diesen – die Unsicherheiten sind ja doch sehr gross – ist es meines Erachtens nach wichtig, dass man sich mit den Beratern trifft und Aktuelles bespricht. Heute Vormittag war Peter Brezinschek von Raiffeisen Research am Rednerpult, er hat einen interessanten Überblick über Aktien, Zinsen, Konjunktur und Volkswirtschaft gegeben.

Hat er auch auf seine Erfahrungen mit dem Hurrikan Sandy Bezug genommen? Er war ja offenbar mittendrin und hat in der Vorwoche dazu auch einen vielbeachteten Blog geschrieben … 

Schaller: Er hat kurz darauf Bezug genommen, sich aber dann wieder den Zinsen und Aktien zugewendet. Das war sehr interessant. Am Nachmittag haben wir dann die Roadshow mit Ihnen, da freue mich sehr auf die Vorträge aus erster Hand.

Ja, wir sind zum 4. Mal hier, es ist insgesamt die 40. Roadshow-Veranstaltung. Wir haben heute gut performende Unternehmen unter den Präsentatoren, aber die Nr. 1 an der Wiener Börse ist heuer die RBI. Ich muss Ihnen die Frage stellen: Haben die Kunden ordentlich RBI im Depot? 

Schaller: Es freut uns ganz besonders, weil ja auch die RLB Steiermark indirekt nicht unwesentlich an der RBI beteiligt ist. Wir sind davon überzeugt. Natürlich haben auch die Kunden die Aktie nicht unerheblich im Depot. Wir freuen uns, dass es da heuer eine sehr starke Performance gibt. Natürlich muss man gerade als Eigentümer bei der Beratung hier sehr vorsichtig sein, aber die Kunden kommen ja selbst oft mit Kaufwünschen und gutem Timing.

Ist die „österreichische Aktie“ ein grosses Thema bei Ihren Wertpapierberatern in der Steiermark? Bzw. interessiert mich, wie es abgebildet wird, direkt oder über Fonds/Zertifikate? 

Schaller: Wir empfehlen breite Streuung über Fonds. Es gibt aber Leute, die sich gerne intensiver mit Einzeltiteln beschäftigen, da beraten wir natürlich gerne. Wer sich nicht täglich damit befasst, ist bei Fonds besser aufgehoben. Die Fonds haben ja heuer sehr gut performt, die Raiffeisen-Fonds sind ganz vorne dabei.

Die Broker berichten über gewaltige Rückgänge beim Ordervolumen rund um österreichische Aktien wegen der KESt. Wie sieht das bei Ihnen aus? 

Schaller: Natürlich sind wir nicht glücklich über die WP-KESt, man muss sich fragen, ob die Politik überhaupt an einem funktionierenden Kapitalmarkt interessiert ist. Auch bei uns sind die Umsätze zurückgegangen. Neben der steuerlichen Kompenente spielen auch die Unsicherheiten an den Märkten mit. Die Politik ist gefordert, wieder Vertrauen zu schaffen. Man muss auch sagen, dass es bei Renten, Fonds, eigenen Emissionen viel besser aussieht als bei Aktien.

Wie hat sich Ihre Asset Allocation seit Jahresbeginn verändert? Empfehlen Sie wieder mehr Aktien? 

Schaller: Ja, eine Umgewichtung stärker in Richtung Aktien sehen wir. Euphorie ist nicht angebracht, Optimismus aber sehr wohl.

In welcher Asset Klasse sollte man momentan eher vorsichtig sein? 

Schaller: Wir sagen, dass die breite Streuung wichtig ist. Sie erwähnten zuerst die erfreuliche Entwicklung der Bankaktien. Ich glaube, dass es schon so ist, dass Qualität, die zuvor stark gefallen ist, Chance auf Comebacks hat. Breite Streuung steht aber über allem.

Wie ist das Jahr für die Bank gelaufen bzw. auch ein kleiner Ausblick von Ihnen ...

Schaller: Das Jahr ist angesichts der wirtschaftlichen, globalen, rechtlichen Rahmenbedinungen sehr gut gelaufen. Wir werden als Regionalbank erkannt, das Vertrauen der Kunden ist da. Wenn es unseren Kunden gut geht, geht es uns auch gut. Für das kommende Jahr bin ich, was den Gesamtmarkt betrifft, ein wenig optimistischer als meine Vorredner. Vorsichtig optimistisch. Ich möchte gar nicht, dass der ATX morgen wieder auf 5000 Punkten ist, die extreme Volatilität gehört hoffentlich der Vergangenheit an. Wir sind interessiert daran, dass sich der Markt hoffentlich in vernünftigem Ausmass nach oben bewegt. Wir haben gesehen, wohin Blasen führen. In Österreich gibt es sehr sehr viele gute Unternehmen, wie wir sie auch heute hier zu Gast haben. Österreich ist Profiteur des Euro, das muss gesagt werden. Wir können als Österreicher sehr stolz auf den Euro sein, wir brauchen diese Währung auch in Zukunft. Ein bisschen mehr Rückenwind aus der Politik ware sehr positiv und wünschenswert.

Sie haben Bilder für uns? Mail an: me@christian-drastil.com.





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    Martin Schaller: Richtig, ich war die vergangenen elf Jahre bei der RLB OÖ, dort für das Treasury und Wertpapiergeschäft zuständig, davor in Wien bei der Creditanstalt und der Bank Austria. Ich freue mich sehr, dass ich nun bei der RLB Steiermark für das Treasury, die Vertriebssteuerung, Versicherungen und Bausparen zuständig sein darf. Ja, ich bin gerade dabei, mich einzuleben. Es geht mir sehr gut dabei, es gibt spannende Herausforderungen für uns in der nächsten Zeit.

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    Schaller: Wir führen diesen Wertpapierberatertag schon seit Jahrzehnten durch, es ist eine bewährte Veranstaltung. Es geht um aktuelle Themen in der Beratung, gerade in Zeiten wie diesen – die Unsicherheiten sind ja doch sehr gross – ist es meines Erachtens nach wichtig, dass man sich mit den Beratern trifft und Aktuelles bespricht. Heute Vormittag war Peter Brezinschek von Raiffeisen Research am Rednerpult, er hat einen interessanten Überblick über Aktien, Zinsen, Konjunktur und Volkswirtschaft gegeben.

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    Schaller: Es freut uns ganz besonders, weil ja auch die RLB Steiermark indirekt nicht unwesentlich an der RBI beteiligt ist. Wir sind davon überzeugt. Natürlich haben auch die Kunden die Aktie nicht unerheblich im Depot. Wir freuen uns, dass es da heuer eine sehr starke Performance gibt. Natürlich muss man gerade als Eigentümer bei der Beratung hier sehr vorsichtig sein, aber die Kunden kommen ja selbst oft mit Kaufwünschen und gutem Timing.

    Ist die „österreichische Aktie“ ein grosses Thema bei Ihren Wertpapierberatern in der Steiermark? Bzw. interessiert mich, wie es abgebildet wird, direkt oder über Fonds/Zertifikate? 

    Schaller: Wir empfehlen breite Streuung über Fonds. Es gibt aber Leute, die sich gerne intensiver mit Einzeltiteln beschäftigen, da beraten wir natürlich gerne. Wer sich nicht täglich damit befasst, ist bei Fonds besser aufgehoben. Die Fonds haben ja heuer sehr gut performt, die Raiffeisen-Fonds sind ganz vorne dabei.

    Die Broker berichten über gewaltige Rückgänge beim Ordervolumen rund um österreichische Aktien wegen der KESt. Wie sieht das bei Ihnen aus? 

    Schaller: Natürlich sind wir nicht glücklich über die WP-KESt, man muss sich fragen, ob die Politik überhaupt an einem funktionierenden Kapitalmarkt interessiert ist. Auch bei uns sind die Umsätze zurückgegangen. Neben der steuerlichen Kompenente spielen auch die Unsicherheiten an den Märkten mit. Die Politik ist gefordert, wieder Vertrauen zu schaffen. Man muss auch sagen, dass es bei Renten, Fonds, eigenen Emissionen viel besser aussieht als bei Aktien.

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