15.12.2012,
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"Ich pflege meine Herzkranzgefäße: Prost!" – Wer mäßig, aber regelmäßig Alkohol trinkt, tut etwas für seine Gesundheit, heißt es immer wieder. Doch diese Strategie funktioniert wohl lediglich bei schlanken Menschen, wenn überhaupt, berichten zwei australische Forscher. Sie haben frühere Studien über den Einfluss von Alkoholkonsum auf das Risiko von Herz-Erkrankungen neu ausgewertet und dabei den Faktor Körpergewicht gesondert betrachtet. Dabei zeigte sich, dass die vorteilhafte Wirkung mäßigen Alkoholkonsums an das Gewicht gekoppelt zu sein scheint. Weitere Untersuchungen seinen nun nötig, um das Ergebnis zu bestätigen, betonen Tim Lobstein und Mike Daube von der Curtin University.
Die Aussage, dass sich moderate Alkoholmengen positiv auf die Gesundheit der Herzkranzgefäße auswirken, fußt auf Daten aus den 1980er Jahren. Aus den entsprechenden Studien ging damals hervor, dass der Zusammenhang von Trinken und Koronaren Herz-Erkrankungen einer J-förmigen Kurve folgt: Das Risiko sinkt demnach bis zu einer bestimmten Alkoholmenge – trinkt man mehr, steigt es steil an.
"Wir haben uns gefragt, ob die Erkenntnisse aus den 1980er Jahren noch zu unserer aktuellen Bevölkerungsstruktur passen“, erläutert Tim Lobstein. Denn seit damals hat sich ein Faktor deutlich verändert: die Häufigkeit von Übergewicht. Heutzutage haben in vielen westlichen Ländern die meisten Menschen mittleren Alters ein pfundiges Problem. Allgemeine Empfehlungen für einen unbedenklichen Alkoholkonsum könnten also an der Durchschnittsbevölkerung vorbeigehen, wenn es einen Kombinationseffekt mit Übergewicht gäbe.
Als Faustregel empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für einen risikoarmen Alkoholkonsum: Frauen sollten täglich nicht mehr als zwei kleine Gläser (0,2 Liter) Bier oder ein kleines Glas Wein (0,125 Liter) trinken. Männer dürfen etwas mehr: Drei kleine Gläser (0,2 Liter) Bier oder etwa 0,2 Liter Wein. Ergänzend gilt die Empfehlung, an mindestens zwei bis drei Tagen pro Woche auf Alkohol ganz zu verzichten, um eine Gewöhnung zu vermeiden.
Neuer Blick auf alte Daten
Um dem möglichen Zusammenhang zwischen Gewicht und einer potenziellen positiven Wirkung des Alkohols auf das Risiko Koronarer Herz-Erkrankungen nachzugehen, suchten sich die Forscher aus den Daten der 1980er Jahre gezielt 2.603 Personen heraus, bei denen auch der Body-Mass-Index bekannt war. Dieser Wert setzt das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße. Bei Werten von 25 bis 30 gilt man als übergewichtig, darüber hinaus als fettleibig.
Die Auswertungen von Lobstein und Daube bestätigten erneut den J-förmigen Verlauf des Zusammenhangs von Alkoholmenge und Koronaren Herz-Erkrankungen – aber das gilt nur für normalgewichtige Personen. Denn ab einem BMI von 27,5 bleibt der positive Effekt ihren Statistiken zufolge aus, berichten die Wissenschaftler. Sie betonen, dass nun weitere Untersuchungen folgen müssen, um den Zusammenhang zu bestätigen.
Ihrer Meinung nach gibt es aber so etwas wie einen „vorteilhaften Alkoholkonsum“ vermutlich sowieso nicht. Studien zum Zusammenhang mit anderen wichtigen Erkrankungen wie beispielsweise Krebs oder Diabetes zeigen keine positive Wirkung von Alkohol, sondern dosisabhängig nur eine negative. Unterm Strich tut sich wahrscheinlich also niemand etwas Gutes durchs regelmäßige Trinken, und Übergewichtige eben offenbar erst recht nicht, meinen Lobstein und Daube.
Tim Lobstein (Mike Daube von der Curtin University) et al.:
AUSTRALIAN AND NEW ZEALAND JOURNAL OF PUBLIC HEALTH
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