Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.





Zypern sagt nein: Wie gross die Enteignung in Deutschland ist (Max Otte)

Magazine aktuell


#gabb aktuell



25.03.2013, 3879 Zeichen

(Autor: Max Otte, Bilder von Max Otte HIER)  Zypern sagt nein

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das zypriotische Nein zur Sonderabgabe auf Bankvermögen zeigt, wie sehr die europäische Politik erpressbar ist und wie stark die Finanzlobby auch im Jahr fünf der Finanzkrise das Geschehen lenkt. Es zeigt auch, dass der Euro Gift für den Zusammenhalt in Europa ist und die Völker Europas eher gegeneinander aufwiegelt.

Es ist eben nicht so, wie der Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain gesagt hat, dass mit der Beteiligung der Privatsparer in Zypern ein „Präzedenzfall“ geschaffen wird. Im Gegenteil, die Abgabe auf die Sparvermögen, wenn sie sozial ausgewogen geschehen würde, wäre das zypriotische Modell eines Schuldenschnitts. Da die Banken in Zypern viele Geldzuflüsse hatten, weißes und schwarzes Geld, ist der Finanzsektor massiv auf das 8,5fache des Bruttoinlandsproduktes aufgebläht.

Die Banken haben sich aber kaum über Schuldverschreibungen finanziert. Um also an die Gläubiger heranzukommen, müsste man an die Sparvermögen. Wenn Kleinsparer bis – sagen wir zur Höhe der deutschen Anlagensicherung von 100.000 Euro – geschützt würden und darüber zwei Sätze – einer für Guthaben bis 300.000 Euro, einer für alle Guthaben darüber – eingeführt würden, könnten die großen Vermögen und Fluchtgelder an der Sanierung des unsoliden Bankensektors, der zweifelsohne teilweise auch kriminelle Gelder toleriert hat, beteiligt werden.

Geld in Zypern würde etwas unsicherer, Geld in funktionierenden Bankensystemen würde attraktiver. Das wollen wir doch, oder?

Aber natürlich sieht das zypriotische Volk das nicht und ergeht sich in Anti-Merkel-Demonstrationen. Und das deutsche Volk lässt sich mit dem Gerede von einem „Präzedenzfall“ blenden, obwohl die Situation in Deutschland eine ganz andere ist.

Eine Umlage ist in Deutschland sehr unwahrscheinlich. Stattdessen werden deutsche Sparer seit Jahren über die Finanzrepression – Guthabenzinsen deutlich geringer als tatsächliche Inflation – zur Kasse gebeten. Nach meinen Berechnungen schmelzen die deutschen Sparguthaben bei den jetzigen Zins- und Inflationsszenarien in zehn Jahren um 25 Prozent, in 15 Jahren gar um 40 Prozent.

Mag Russland Zypern „retten“. Ich finde das gar nicht so schlecht. Russland ist in den letzten Jahren oftmals verteufelt und als undemokratisch hingestellt worden, aber die EU entwickelt sich auch eher schneller als langsamer in diese Richtung.

Für die Aktienanlage heißt es mal wieder – erhöhte Unsicherheit. Aber ich bleibe bei meiner Grundthese, dass die Unsicherheit für Geldvermögen letztlich dazu führen wird, dass die Aktie sehr viel interessanter wird. Zugegeben, der DAX ist mittlerweile nahezu fair bewertet. Aber auch hier gibt es noch Schnäppchen. Und es ist viel besser als im Jahr 2000, als der DAX bei 8000 stand und mindestens 100% überbewertet war.

Wir finden immer wieder Raketen, die abgehen, nachdem sie vorher von Märkten auf grotesk niedrige Preise herunter geprügelt wurden – in den letzten Monaten zum Beispiel TNT Express (WKN: A1JJP8) oder Hewlett Packard (WKN: 851301). Aber man muss auch Geduld mitbringen können. Bei unseren japanischen Aktien saßen wir seit zwei Jahren auf hohen Buchverlusten, bevor in den letzten Monaten die Wende kam. Bei den Telecomwerten tun wir dies immer noch. Und trotz der ganzen Turbulenzen erreichte der PI Global Value Fonds (WKN: A0NE9G) in den letzten Wochen ein Allzeithoch, nachdem die Eurokrise in den letzten zwei Jahren mächtig negativ auf die Performance gewirkt hatte.

 

Aktuell scheint es so, als ob die Versorger E.ON (WKN: ENAG99) und RWE (WKN: 703712) ihren Kursblues endgültig hinter sich lassen und den Kursanstieg beginnen. Natürlich kann es auch ganz anders kommen – aber es ist sicher nicht verkehrt, diese Titel bei gut einem Viertel ihres Höchststandes im Depot zu haben.

 

Auf gute Investments,

Ihr

Prof. Dr. Max Otte



BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

SportWoche-Podcast: Egon Theiner bzw. was lief bei den Olympischen Winterspielen in Livigno, Alter? (Come on, Eileen Gu )




 

Bildnachweis

1.

Aktien auf dem Radar:Bawag, FACC, Amag, Austriacard Holdings AG, Polytec Group, Kapsch TrafficCom, Rosgix, Mayr-Melnhof, Strabag, AT&S, Gurktaler AG Stamm, Hutter & Schrantz Stahlbau, Marinomed Biotech, SBO, Wiener Privatbank, RHI Magnesita, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, CA Immo, EuroTeleSites AG, EVN, Flughafen Wien, CPI Europe AG, OMV, Bajaj Mobility AG, Österreichische Post, Telekom Austria, UBM, Verbund, Lenzing, American Express.


Random Partner

RBI
Die Raiffeisen Bank International ist eine der führenden Corporate- und Investment-Banken Österreichs und in 11 Märkten Zentral- und Osteuropas als Universalbank tätig. Darüber hinaus bietet der RBI-Konzern zahlreiche weitere Finanzdienstleistungen an, zum Beispiel in den Bereichen Leasing, Asset Management und M&A.

>> Besuchen Sie 53 weitere Partner auf boerse-social.com/partner




Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten


Meistgelesen
>> mehr





PIR-Zeichnungsprodukte
Newsflow
>> mehr

Börse Social Club Board
>> mehr
    BSN Vola-Event OMV
    BSN MA-Event Deutsche Bank
    BSN MA-Event Lenzing
    BSN MA-Event Deutsche Bank
    BSN MA-Event Lenzing
    #gabb #2050

    Featured Partner Video

    Wiener Börse Party #1087: ATX fünf Wochen nach 13.000 schon kurz über 14.000, auch bei RHI ist heute 14.000, AT&S weiter on top

    Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...

    Books josefchladek.com

    Jeff Mermelstein
    What if Jeff were a Butterfly?
    2025
    Void

    Tehching Hsieh
    One Year Performance 1978–1979
    2025
    Void

    Tenmei Kanoh
    New York 1969
    2014
    Ishi Inc.

    Henrik Spohler
    Flatlands
    2023
    Hartmann Projects

    Stephen Shore
    Uncommon Places
    1982
    Aperture

    Zypern sagt nein: Wie gross die Enteignung in Deutschland ist (Max Otte)


    25.03.2013, 3879 Zeichen

    (Autor: Max Otte, Bilder von Max Otte HIER)  Zypern sagt nein

    Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    das zypriotische Nein zur Sonderabgabe auf Bankvermögen zeigt, wie sehr die europäische Politik erpressbar ist und wie stark die Finanzlobby auch im Jahr fünf der Finanzkrise das Geschehen lenkt. Es zeigt auch, dass der Euro Gift für den Zusammenhalt in Europa ist und die Völker Europas eher gegeneinander aufwiegelt.

    Es ist eben nicht so, wie der Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain gesagt hat, dass mit der Beteiligung der Privatsparer in Zypern ein „Präzedenzfall“ geschaffen wird. Im Gegenteil, die Abgabe auf die Sparvermögen, wenn sie sozial ausgewogen geschehen würde, wäre das zypriotische Modell eines Schuldenschnitts. Da die Banken in Zypern viele Geldzuflüsse hatten, weißes und schwarzes Geld, ist der Finanzsektor massiv auf das 8,5fache des Bruttoinlandsproduktes aufgebläht.

    Die Banken haben sich aber kaum über Schuldverschreibungen finanziert. Um also an die Gläubiger heranzukommen, müsste man an die Sparvermögen. Wenn Kleinsparer bis – sagen wir zur Höhe der deutschen Anlagensicherung von 100.000 Euro – geschützt würden und darüber zwei Sätze – einer für Guthaben bis 300.000 Euro, einer für alle Guthaben darüber – eingeführt würden, könnten die großen Vermögen und Fluchtgelder an der Sanierung des unsoliden Bankensektors, der zweifelsohne teilweise auch kriminelle Gelder toleriert hat, beteiligt werden.

    Geld in Zypern würde etwas unsicherer, Geld in funktionierenden Bankensystemen würde attraktiver. Das wollen wir doch, oder?

    Aber natürlich sieht das zypriotische Volk das nicht und ergeht sich in Anti-Merkel-Demonstrationen. Und das deutsche Volk lässt sich mit dem Gerede von einem „Präzedenzfall“ blenden, obwohl die Situation in Deutschland eine ganz andere ist.

    Eine Umlage ist in Deutschland sehr unwahrscheinlich. Stattdessen werden deutsche Sparer seit Jahren über die Finanzrepression – Guthabenzinsen deutlich geringer als tatsächliche Inflation – zur Kasse gebeten. Nach meinen Berechnungen schmelzen die deutschen Sparguthaben bei den jetzigen Zins- und Inflationsszenarien in zehn Jahren um 25 Prozent, in 15 Jahren gar um 40 Prozent.

    Mag Russland Zypern „retten“. Ich finde das gar nicht so schlecht. Russland ist in den letzten Jahren oftmals verteufelt und als undemokratisch hingestellt worden, aber die EU entwickelt sich auch eher schneller als langsamer in diese Richtung.

    Für die Aktienanlage heißt es mal wieder – erhöhte Unsicherheit. Aber ich bleibe bei meiner Grundthese, dass die Unsicherheit für Geldvermögen letztlich dazu führen wird, dass die Aktie sehr viel interessanter wird. Zugegeben, der DAX ist mittlerweile nahezu fair bewertet. Aber auch hier gibt es noch Schnäppchen. Und es ist viel besser als im Jahr 2000, als der DAX bei 8000 stand und mindestens 100% überbewertet war.

    Wir finden immer wieder Raketen, die abgehen, nachdem sie vorher von Märkten auf grotesk niedrige Preise herunter geprügelt wurden – in den letzten Monaten zum Beispiel TNT Express (WKN: A1JJP8) oder Hewlett Packard (WKN: 851301). Aber man muss auch Geduld mitbringen können. Bei unseren japanischen Aktien saßen wir seit zwei Jahren auf hohen Buchverlusten, bevor in den letzten Monaten die Wende kam. Bei den Telecomwerten tun wir dies immer noch. Und trotz der ganzen Turbulenzen erreichte der PI Global Value Fonds (WKN: A0NE9G) in den letzten Wochen ein Allzeithoch, nachdem die Eurokrise in den letzten zwei Jahren mächtig negativ auf die Performance gewirkt hatte.

     

    Aktuell scheint es so, als ob die Versorger E.ON (WKN: ENAG99) und RWE (WKN: 703712) ihren Kursblues endgültig hinter sich lassen und den Kursanstieg beginnen. Natürlich kann es auch ganz anders kommen – aber es ist sicher nicht verkehrt, diese Titel bei gut einem Viertel ihres Höchststandes im Depot zu haben.

     

    Auf gute Investments,

    Ihr

    Prof. Dr. Max Otte



    BSN Podcasts
    Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

    SportWoche-Podcast: Egon Theiner bzw. was lief bei den Olympischen Winterspielen in Livigno, Alter? (Come on, Eileen Gu )




     

    Bildnachweis

    1.

    Aktien auf dem Radar:Bawag, FACC, Amag, Austriacard Holdings AG, Polytec Group, Kapsch TrafficCom, Rosgix, Mayr-Melnhof, Strabag, AT&S, Gurktaler AG Stamm, Hutter & Schrantz Stahlbau, Marinomed Biotech, SBO, Wiener Privatbank, RHI Magnesita, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, CA Immo, EuroTeleSites AG, EVN, Flughafen Wien, CPI Europe AG, OMV, Bajaj Mobility AG, Österreichische Post, Telekom Austria, UBM, Verbund, Lenzing, American Express.


    Random Partner

    RBI
    Die Raiffeisen Bank International ist eine der führenden Corporate- und Investment-Banken Österreichs und in 11 Märkten Zentral- und Osteuropas als Universalbank tätig. Darüber hinaus bietet der RBI-Konzern zahlreiche weitere Finanzdienstleistungen an, zum Beispiel in den Bereichen Leasing, Asset Management und M&A.

    >> Besuchen Sie 53 weitere Partner auf boerse-social.com/partner




    Useletter

    Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

    Newsletter abonnieren

    Runplugged

    Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
    (kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

    per Newsletter erhalten


    Meistgelesen
    >> mehr





    PIR-Zeichnungsprodukte
    Newsflow
    >> mehr

    Börse Social Club Board
    >> mehr
      BSN Vola-Event OMV
      BSN MA-Event Deutsche Bank
      BSN MA-Event Lenzing
      BSN MA-Event Deutsche Bank
      BSN MA-Event Lenzing
      #gabb #2050

      Featured Partner Video

      Wiener Börse Party #1087: ATX fünf Wochen nach 13.000 schon kurz über 14.000, auch bei RHI ist heute 14.000, AT&S weiter on top

      Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...

      Books josefchladek.com

      Jacques Fivel
      CHINON DCM-206
      2025
      Le Plac’Art Photo

      Thonet
      Stahlrohrmöbel (Catalogue 1934)
      1934
      Selbstverlag

      Livio Piatti
      zooreal
      2003
      Kontrast Verlag

      Otto Wagner
      Moderne Architektur
      1902
      Anton Schroll

      Pedro J. Saavedra
      Donde el viento da la vuelta
      2023
      Self published