Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.





Austro-Grossbank löst Finanzkrise aus (82 Jahre her)

Magazine aktuell


#gabb aktuell



11.05.2013, 10021 Zeichen

Bank Austria, (© Martina Draper) >> Öffnen auf photaq.com Wenn Retter zum Sanierungsfall werden ... aktueller denn je. Ich zitiere Wikipedia ..."DieÖsterreichische...

...während derWeltwirtschaftskriseihreZahlungsunfähigkeitund löst damit eine erhebliche Finanzkrise aus. Das Kreditinstitut wird in der Folge durch Sanierungsmaßnahmen und mit staatlicher Hilfe vor dem endgültigen Ruin gerettet.Das gesamte Bankenwesen im klein gewordenenÖsterreichwar schon um die Mitte der 1920er-Jahre durch Krisen und Streitigkeiten gekennzeichnet. Dabei hatten die unter der LeitungRudolf SieghartsstehendeBodencreditanstaltund auch die staatlicheÖsterreichische Postsparkassemehrfach als Retter einspringen müssen. Auch die Creditanstalt hatte bereits 1926 die angeschlageneAnglo-Österreichische Bankübernommen.Schon vor dem New Yorker Börsenkrach wurde die bislang als Retter fungierende Bodencreditanstaltde factoinsolvent, als deren zugehöriger Industriekonzern um dieSteyr-Werkein Probleme geriet. DieCreditanstaltwurde daraufhin von der RegierungSchoberAnfang Oktober 1929 zur Übernahme der Verpflichtungen derBodencreditanstaltgezwungen.Die vomNew YorkerBörsenkrach am 25. Oktober 1929 ausgelösteWeltwirtschaftskriseversetzte der Bankenlandschaft einen schweren Schlag.Somit wurde die Creditanstalt durch die schwerwiegende Krise im Bankensektor mehrfach belastet und nun selbst zum Sanierungsfall. Am 8. Mai 1931 hatte das inzwischen unumstritten größte österreichische Kreditinstitut für 1930 einen Verlust von 140 MillionenSchillingausweisen müssen und erklärte am 11. Mai seineZahlungsunfähigkeit. Das bedeutete nicht nur für Österreich, sondern für ganz Mitteleuropa den Beginn einer Finanzkrise.[1]Da die Creditanstalt jedoch den Großteil aller österreichischen Industriebetriebe betreute, war ihre Sanierung für die Regierung unter BundeskanzlerOtto Enderunbedingt notwendig.DasErste Creditanstalt-Gesetzwurde erlassen, welches eine Garantie für Auslandsgläubiger und eine Aufnahme von Auslandskrediten vorsah. Zudem wurden die Schulden aufgeteilt. 100 Millionen Schilling übernahm der Staat und je 30 Millionen das HausRothschildund dieOesterreichische Nationalbank. Die Sozialdemokraten waren für eine Verstaatlichung der Bank eingetreten, konnten sich aber nicht durchsetzen.Noch im gleichen Jahr erteilte derNationalratmit demZweiten Creditanstalt-Gesetzder Bundesregierung die Vollmacht zur Übernahme der Haftung für die Schulden der Creditanstalt. Der Abgang von 150 Millionen Schilling im Budget wurde durch Sparmaßnahmen bei Beamtengehältern, der Einführung der Besoldungssteuer und Erhöhung der Kaffee- und Tabakzölle aufgebracht. Auch die Sozialdemokraten stimmten dieser Maßnahme zu. Die Rettung der Creditanstalt dürfte bis 1933 fast eine Milliarde Schilling gekostet haben.[1]1934 wurde die Creditanstalt von der nun autoritär regierenden Bundesregierung unterEngelbert Dollfußmit demWiener Bankvereinfusioniert, und hieß von nun anÖsterreichische Creditanstalt - Wiener Bankverein. Auch dieNiederösterreichische Escompte-Gesellschaft, d.h. ihre Mobilbank-Aktivitäten wurde in die CA integriert. Damit war dieNotverstaatlichungdurch ein ansonsten keineswegs staatswirtschaftlich orientiertes Regime abgeschlossen. Ab 1936 hieß der Generaldirektor der GroßbankJosef Joham.Mit dem „Anschluss“ an dasDeutsche Reichwurde die Bank erneut grundlegend umgeformt.Mit der Verhaftung vonLouis Nathaniel von Rothschild1938 und dessen anschließender erzwungener Auswanderung endete auch die 118-jährige Verbindung der Bank zum Hause Rothschild. Die zahlreichen jüdischen Mitarbeiter der Bank wurden binnen kurzer Zeit eliminiert, die Aktienmehrheit an der Bank ging zuerst in eine Holdinggesellschaft des Deutschen Reiches und anschließend an dieDeutsche Banküber. 1939 wurde die Bank inCreditanstalt-Bankvereinumbenannt. Führende Kraft im Vorstand blieb Josef Joham, der unter der wohlwollenden Patronanz vonHermann Josef Absdie 1918 verloren gegangene Rolle der CA in den Ländern Südosteuropas wieder herstellen wollte und den Industriekonzern der Bank vor Übernahmegelüsten aus dem „Altreich“ möglichst intakt zu halten versuchte.Unter der Herrschaft derNationalsozialistendiente die Bank auch als „KZ-Bank“. Bankbeziehungen zu mindestens 13KZwurden nachweislich unterhalten, von denen die Bank regelmäßig Todeslisten – auch vomKZ Auschwitz– erhielt und Wuchergebühren für Geldüberweisungen von Angehörigen an KZ-Häftlinge berechnete, wie aus den Archiven der Deutschen Bank hervorgeht. Auch bei der „Arisierung“ derSascha-Filmindustriespielte die Creditanstalt eine tragende Rolle. Sie übernahm das politisch bedrängte Unternehmen zu einem unrealistisch niedrigen Wert von damals 1.000Schillingund übergab die Anteile in der Folge an die nationalsozialistischeCautio Treuhand.Andererseits kam es auch in hohen und höchsten Positionen der CA-Gruppe zu Widerstandsaktionen. So musste der Generaldirektor der Semperitwerke,Franz Josef Messnerseine Zusammenarbeit mit dem amerikanischen GeheimdienstOSSmit dem Leben bezahlen, aber auch Josef Joham berichtete unter dem Decknamen 680 spätestens seit September 1943 an die Amerikaner und blieb unentdeckt.Nach demZweiten Weltkriegwurde die Bank aufgrund desErsten Verstaatlichungsgesetzesvon 1946 verstaatlicht, womit sämtliche Anteilsrechte an die Republik Österreich übertragen wurden. Frühere Eigentümer wurden entschädigt, sofern es sich nicht um ehemaliges „deutsches Eigentum“ handelte. Generaldirektor wurde wieder, wie schon zu Zeiten des „Ständestaats“Josef Joham, der auch imWirtschaftsbundderÖVPeine einflussreiche Stellung innehatte. Joham, der auch während der NS-Periode Vorstandsmitglied des Instituts geblieben war, blieb an dessen Spitze bis 1959 und pflegte eine eher vorsichtige Unternehmenspolitik.Die Bank war weiterhin vor allem im Geschäft mit Großkunden aktiv und widmete sich vorrangig der Finanzierung des eigenen Industriekonzerns. Ihre Beteiligungen an wichtigen österreichischen Unternehmen umfassten z.B.WienerbergerBaustoffindustrie,Steyr Daimler Puch AG,Donau Chemie AG,Lenzing AG,Semperit AGundUniversale Bau.Ab 1956 wurde der Staatsanteil an der Bank reduziert. 40% der Anteilsrechte wurden durch die Ausgabe von so genanntenVolksaktienprivatisiert, allerdings nur 10% inStammaktienmit Stimmrecht und 30% in stimmrechtslosenVorzugsaktien. Ab 1964 wandte sich die Bank verstärkt dem Privatkundengeschäft zu. Johams NachfolgerErich Mikschsetzte aber die vorsichtige Linie seines Vorgängers fort. 1970 wurdeHeinrich TreichlGeneraldirektor der damals immer noch größten Bank Österreichs. Er setzte auf Expansion und die Verstärkung des Auslandsgeschäfts. Mitte der 1970er-Jahre rangierte die Creditanstalt-Bankverein unter den hundert größten Banken der Welt. Mit dem Industriekonzern, speziell mit Steyr-Daimler-Puch und Semperit gab es aber angesichts starker internationaler Konzentrationstendenzen der Fahrzeug- und Reifenindustrie wieder wachsende Probleme.1981 wurde der langjährige FinanzministerHannes Androschzum Nachfolger von Heinrich Treichl an der Spitze der CA bestellt. Der prominenteSPÖ-Politiker, der in Konflikt mit seinem ehemaligen FördererBruno Kreiskygeraten und durch eine Steueraffäre belastet war, galt zunächst als Außenseiter in der eher der „schwarzen Reichshälfte“ zugeordneten CA. Es gelang Androsch jedoch, die Bankbilanz durch ein Sanierungspaket für den Industriekonzern der Bank mit 7,3 Mrd. Schilling (mehr als 500 Mio. Euro) aus Steuermitteln zu entlasten. Die Semperit-Beteiligung wurde 1985 großteils an die deutscheContinental AGabgegeben, der eine Zehnjahresgarantie für die Beschäftigung übernahm. Continental hatte schon während der NS-Periode Interesse gezeigt, Semperit zu übernehmen.In den 1980er Jahren verstärkte die Bank ihre Auslandsaktivitäten und Filialen wurden unter anderem inLondon,New YorkundHongkongeröffnet. Bis 1987 sank zudem der Staatsanteil auf 51%. Auf Hannes Androsch folgte in diesem JahrGuido Schmidt-Chiarials Generaldirektor. Seit den 1990er Jahren, nach dem Fall desEisernen Vorhangs, vergrößerte die Bank auch kontinuierlich ihre Marktpräsenz in denmittel- und osteuropäischen Ländern. Anfang der 1990er Jahre traten allerdings im Auslandsgeschäft und zum Teil auch bei den Inlandskrediten gravierende Probleme auf. Mitte der 1990er Jahre galt die Bank in Insiderkreisen bereits als Übernahmekandidat. 1996 besaß die CA weltweit 81 Auslandsfilialen und 255 österreichische Zweigstellen und mehrere Tochterbanken.Seit Mitte der 1980er-Jahre versuchten mehrere Koalitionsregierungen eine Privatisierung derÖVP-nahen Bank einzuleiten, was naturgemäß auf heftigen Widerstand ebendieser Partei stieß.1991beschloss der Nationalrat eine gesetzliche Ermächtigung des Finanzministers zum Verkauf der Bundesanteile an der Bank. In der Folgezeit wurde vor allem die Art und Weise der Privatisierung heftig debattiert –dasSPÖ-geführte Finanzministerium wünschte den Verkauf der Anteile „am Stück“, während dasÖVP-geführte Wirtschaftsministerium einen Verkauf über die Wiener Börse vorschlug.Die tatsächliche Privatisierung erfolgte 1997, als ein Verkauf der 69,45% der Stimmrechte an die SPÖ-naheBank Austriazustande kam. Die Bank Austria, zu der Zeit bereits größte Bank Österreichs, ließ sich diese Übernahme 17,2 Milliarden Schilling, umgerechnet rund 1,25 Milliarden Euro, kosten. Dieser Verkauf führte dann auch zu einer Krise in der Koalition zwischenSPÖundÖVP.2002erfolgte die endgültige Fusion zwischen Bank Austria (BA) und Creditanstalt-Bankverein (CA) zurBank Austria Creditanstalt(BA-CA), die seit 2001 als Teilkonzern der deutschenBayerischen Hypo- und Vereinsbank(HVB) firmiert. 2005 wurde die HVB, und somit auch die BA-CA, von der italienischen BankengruppeUnicreditübernommen. Am 20.September 2007 wurde schließlich bekanntgegeben, dass der Name Creditanstalt im Zuge einer Markenanpassung an den Unicredit-Konzern aus dem Schriftzug der Bank Austria mit Ende März 2008 entfernt werden soll. Somit endete nach der strukturellen auch die namentliche Existenz der Creditanstalt nach mehr als 152Jahren."

Börse Social Network Subscription

Um diesen Artikel zu lesen, müssen Sie eine Mitgliedschaft erwerben.

Tagespass 8.00 Euro /einmalig

15.00 Euro /monatlich




BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

SportWoche Podcast S2/12: Lukas Lachnit, Autor des Tennis-Buchs Love Hurts, über u.a. Bresnik, Thiem, Strolz & McEnroe




 

Bildnachweis

1. Bank Austria , (© Martina Draper)   >> Öffnen auf photaq.com

Aktien auf dem Radar:Strabag, S Immo, Marinomed Biotech, Zumtobel, Frequentis, Flughafen Wien, Wienerberger, SBO, Frauenthal, Kapsch TrafficCom, OMV, Porr, Oberbank AG Stamm, Amag, Bawag, Erste Group, Mayr-Melnhof, Polytec Group, RBI, Uniqa, Siemens Energy, Covestro, Ahlers, Uniper, Verbund.


Random Partner

Vienna International Airport
Die Flughafen Wien AG positioniert sich durch die geografische Lage im Zentrum Europas als eine der wichtigsten Drehscheiben zu den florierenden Destinationen Mittel- und Osteuropas. Der Flughafen Wien war 2016 Ausgangs- oder Endpunkt für über 23 Millionen Passagiere.

>> Besuchen Sie 64 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten


Ausgewählte Events von BSN-Partnern


Meistgelesen
>> mehr





PIR-Zeichnungsprodukte
AT0000A2Z8Z3
AT0000A2GHJ9
AT0000A28S90


Newsflow
>> mehr

Börse Social Club Board
>> mehr
    #gabb #1231

    Featured Partner Video

    Börsepeople im Podcast S3/07: Michael Dickstein

    Michael Dickstein war lange Jahre Sprecher und Investor Relations Verantwortlicher der Brau Union und der BBAG, nach der packenden (und für Aktionäre genialen) Übernahme durch Heinek...

    Books josefchladek.com

    Ben Sakamoto & Yoshinari Nishimura
    Sonotoki, Kaze ga, Yonin no mune wo kushizashi ni shita (坂本 勉 & 西村 佳也
    1981
    West Village

    Lars Tunbjörk
    Home
    2003
    Steidl

    Greg Girard
    JAL 76 88
    2022
    Kominek

    Michael Vahrenwald
    The People's Trust
    2021
    Kominek

    Douglas Stockdale
    Middle Ground
    2018
    Self published

    Austro-Grossbank löst Finanzkrise aus (82 Jahre her)


    11.05.2013, 10021 Zeichen

    Wenn Retter zum Sanierungsfall werden ... aktueller denn je. Ich zitiere Wikipedia ..."DieÖsterreichische Credit-Anstalterklärt während derWeltwirtschaftskriseihreZahlungsunfähigkeitund löst damit eine erhebliche...

    ...aus. Das Kreditinstitut wird in der Folge durch Sanierungsmaßnahmen und mit staatlicher Hilfe vor dem endgültigen Ruin gerettet.Das gesamte Bankenwesen im klein gewordenenÖsterreichwar schon um die Mitte der 1920er-Jahre durch Krisen und Streitigkeiten gekennzeichnet. Dabei hatten die unter der LeitungRudolf SieghartsstehendeBodencreditanstaltund auch die staatlicheÖsterreichische Postsparkassemehrfach als Retter einspringen müssen. Auch die Creditanstalt hatte bereits 1926 die angeschlageneAnglo-Österreichische Bankübernommen.Schon vor dem New Yorker Börsenkrach wurde die bislang als Retter fungierende Bodencreditanstaltde factoinsolvent, als deren zugehöriger Industriekonzern um dieSteyr-Werkein Probleme geriet. DieCreditanstaltwurde daraufhin von der RegierungSchoberAnfang Oktober 1929 zur Übernahme der Verpflichtungen derBodencreditanstaltgezwungen.Die vomNew YorkerBörsenkrach am 25. Oktober 1929 ausgelösteWeltwirtschaftskriseversetzte der Bankenlandschaft einen schweren Schlag.Somit wurde die Creditanstalt durch die schwerwiegende Krise im Bankensektor mehrfach belastet und nun selbst zum Sanierungsfall. Am 8. Mai 1931 hatte das inzwischen unumstritten größte österreichische Kreditinstitut für 1930 einen Verlust von 140 MillionenSchillingausweisen müssen und erklärte am 11. Mai seineZahlungsunfähigkeit. Das bedeutete nicht nur für Österreich, sondern für ganz Mitteleuropa den Beginn einer Finanzkrise.[1]Da die Creditanstalt jedoch den Großteil aller österreichischen Industriebetriebe betreute, war ihre Sanierung für die Regierung unter BundeskanzlerOtto Enderunbedingt notwendig.DasErste Creditanstalt-Gesetzwurde erlassen, welches eine Garantie für Auslandsgläubiger und eine Aufnahme von Auslandskrediten vorsah. Zudem wurden die Schulden aufgeteilt. 100 Millionen Schilling übernahm der Staat und je 30 Millionen das HausRothschildund dieOesterreichische Nationalbank. Die Sozialdemokraten waren für eine Verstaatlichung der Bank eingetreten, konnten sich aber nicht durchsetzen.Noch im gleichen Jahr erteilte derNationalratmit demZweiten Creditanstalt-Gesetzder Bundesregierung die Vollmacht zur Übernahme der Haftung für die Schulden der Creditanstalt. Der Abgang von 150 Millionen Schilling im Budget wurde durch Sparmaßnahmen bei Beamtengehältern, der Einführung der Besoldungssteuer und Erhöhung der Kaffee- und Tabakzölle aufgebracht. Auch die Sozialdemokraten stimmten dieser Maßnahme zu. Die Rettung der Creditanstalt dürfte bis 1933 fast eine Milliarde Schilling gekostet haben.[1]1934 wurde die Creditanstalt von der nun autoritär regierenden Bundesregierung unterEngelbert Dollfußmit demWiener Bankvereinfusioniert, und hieß von nun anÖsterreichische Creditanstalt - Wiener Bankverein. Auch dieNiederösterreichische Escompte-Gesellschaft, d.h. ihre Mobilbank-Aktivitäten wurde in die CA integriert. Damit war dieNotverstaatlichungdurch ein ansonsten keineswegs staatswirtschaftlich orientiertes Regime abgeschlossen. Ab 1936 hieß der Generaldirektor der GroßbankJosef Joham.Mit dem „Anschluss“ an dasDeutsche Reichwurde die Bank erneut grundlegend umgeformt.Mit der Verhaftung vonLouis Nathaniel von Rothschild1938 und dessen anschließender erzwungener Auswanderung endete auch die 118-jährige Verbindung der Bank zum Hause Rothschild. Die zahlreichen jüdischen Mitarbeiter der Bank wurden binnen kurzer Zeit eliminiert, die Aktienmehrheit an der Bank ging zuerst in eine Holdinggesellschaft des Deutschen Reiches und anschließend an dieDeutsche Banküber. 1939 wurde die Bank inCreditanstalt-Bankvereinumbenannt. Führende Kraft im Vorstand blieb Josef Joham, der unter der wohlwollenden Patronanz vonHermann Josef Absdie 1918 verloren gegangene Rolle der CA in den Ländern Südosteuropas wieder herstellen wollte und den Industriekonzern der Bank vor Übernahmegelüsten aus dem „Altreich“ möglichst intakt zu halten versuchte.Unter der Herrschaft derNationalsozialistendiente die Bank auch als „KZ-Bank“. Bankbeziehungen zu mindestens 13KZwurden nachweislich unterhalten, von denen die Bank regelmäßig Todeslisten – auch vomKZ Auschwitz– erhielt und Wuchergebühren für Geldüberweisungen von Angehörigen an KZ-Häftlinge berechnete, wie aus den Archiven der Deutschen Bank hervorgeht. Auch bei der „Arisierung“ derSascha-Filmindustriespielte die Creditanstalt eine tragende Rolle. Sie übernahm das politisch bedrängte Unternehmen zu einem unrealistisch niedrigen Wert von damals 1.000Schillingund übergab die Anteile in der Folge an die nationalsozialistischeCautio Treuhand.Andererseits kam es auch in hohen und höchsten Positionen der CA-Gruppe zu Widerstandsaktionen. So musste der Generaldirektor der Semperitwerke,Franz Josef Messnerseine Zusammenarbeit mit dem amerikanischen GeheimdienstOSSmit dem Leben bezahlen, aber auch Josef Joham berichtete unter dem Decknamen 680 spätestens seit September 1943 an die Amerikaner und blieb unentdeckt.Nach demZweiten Weltkriegwurde die Bank aufgrund desErsten Verstaatlichungsgesetzesvon 1946 verstaatlicht, womit sämtliche Anteilsrechte an die Republik Österreich übertragen wurden. Frühere Eigentümer wurden entschädigt, sofern es sich nicht um ehemaliges „deutsches Eigentum“ handelte. Generaldirektor wurde wieder, wie schon zu Zeiten des „Ständestaats“Josef Joham, der auch imWirtschaftsbundderÖVPeine einflussreiche Stellung innehatte. Joham, der auch während der NS-Periode Vorstandsmitglied des Instituts geblieben war, blieb an dessen Spitze bis 1959 und pflegte eine eher vorsichtige Unternehmenspolitik.Die Bank war weiterhin vor allem im Geschäft mit Großkunden aktiv und widmete sich vorrangig der Finanzierung des eigenen Industriekonzerns. Ihre Beteiligungen an wichtigen österreichischen Unternehmen umfassten z.B.WienerbergerBaustoffindustrie,Steyr Daimler Puch AG,Donau Chemie AG,Lenzing AG,Semperit AGundUniversale Bau.Ab 1956 wurde der Staatsanteil an der Bank reduziert. 40% der Anteilsrechte wurden durch die Ausgabe von so genanntenVolksaktienprivatisiert, allerdings nur 10% inStammaktienmit Stimmrecht und 30% in stimmrechtslosenVorzugsaktien. Ab 1964 wandte sich die Bank verstärkt dem Privatkundengeschäft zu. Johams NachfolgerErich Mikschsetzte aber die vorsichtige Linie seines Vorgängers fort. 1970 wurdeHeinrich TreichlGeneraldirektor der damals immer noch größten Bank Österreichs. Er setzte auf Expansion und die Verstärkung des Auslandsgeschäfts. Mitte der 1970er-Jahre rangierte die Creditanstalt-Bankverein unter den hundert größten Banken der Welt. Mit dem Industriekonzern, speziell mit Steyr-Daimler-Puch und Semperit gab es aber angesichts starker internationaler Konzentrationstendenzen der Fahrzeug- und Reifenindustrie wieder wachsende Probleme.1981 wurde der langjährige FinanzministerHannes Androschzum Nachfolger von Heinrich Treichl an der Spitze der CA bestellt. Der prominenteSPÖ-Politiker, der in Konflikt mit seinem ehemaligen FördererBruno Kreiskygeraten und durch eine Steueraffäre belastet war, galt zunächst als Außenseiter in der eher der „schwarzen Reichshälfte“ zugeordneten CA. Es gelang Androsch jedoch, die Bankbilanz durch ein Sanierungspaket für den Industriekonzern der Bank mit 7,3 Mrd. Schilling (mehr als 500 Mio. Euro) aus Steuermitteln zu entlasten. Die Semperit-Beteiligung wurde 1985 großteils an die deutscheContinental AGabgegeben, der eine Zehnjahresgarantie für die Beschäftigung übernahm. Continental hatte schon während der NS-Periode Interesse gezeigt, Semperit zu übernehmen.In den 1980er Jahren verstärkte die Bank ihre Auslandsaktivitäten und Filialen wurden unter anderem inLondon,New YorkundHongkongeröffnet. Bis 1987 sank zudem der Staatsanteil auf 51%. Auf Hannes Androsch folgte in diesem JahrGuido Schmidt-Chiarials Generaldirektor. Seit den 1990er Jahren, nach dem Fall desEisernen Vorhangs, vergrößerte die Bank auch kontinuierlich ihre Marktpräsenz in denmittel- und osteuropäischen Ländern. Anfang der 1990er Jahre traten allerdings im Auslandsgeschäft und zum Teil auch bei den Inlandskrediten gravierende Probleme auf. Mitte der 1990er Jahre galt die Bank in Insiderkreisen bereits als Übernahmekandidat. 1996 besaß die CA weltweit 81 Auslandsfilialen und 255 österreichische Zweigstellen und mehrere Tochterbanken.Seit Mitte der 1980er-Jahre versuchten mehrere Koalitionsregierungen eine Privatisierung derÖVP-nahen Bank einzuleiten, was naturgemäß auf heftigen Widerstand ebendieser Partei stieß.1991beschloss der Nationalrat eine gesetzliche Ermächtigung des Finanzministers zum Verkauf der Bundesanteile an der Bank. In der Folgezeit wurde vor allem die Art und Weise der Privatisierung heftig debattiert –dasSPÖ-geführte Finanzministerium wünschte den Verkauf der Anteile „am Stück“, während dasÖVP-geführte Wirtschaftsministerium einen Verkauf über die Wiener Börse vorschlug.Die tatsächliche Privatisierung erfolgte 1997, als ein Verkauf der 69,45% der Stimmrechte an die SPÖ-naheBank Austriazustande kam. Die Bank Austria, zu der Zeit bereits größte Bank Österreichs, ließ sich diese Übernahme 17,2 Milliarden Schilling, umgerechnet rund 1,25 Milliarden Euro, kosten. Dieser Verkauf führte dann auch zu einer Krise in der Koalition zwischenSPÖundÖVP.2002erfolgte die endgültige Fusion zwischen Bank Austria (BA) und Creditanstalt-Bankverein (CA) zurBank Austria Creditanstalt(BA-CA), die seit 2001 als Teilkonzern der deutschenBayerischen Hypo- und Vereinsbank(HVB) firmiert. 2005 wurde die HVB, und somit auch die BA-CA, von der italienischen BankengruppeUnicreditübernommen. Am 20.September 2007 wurde schließlich bekanntgegeben, dass der Name Creditanstalt im Zuge einer Markenanpassung an den Unicredit-Konzern aus dem Schriftzug der Bank Austria mit Ende März 2008 entfernt werden soll. Somit endete nach der strukturellen auch die namentliche Existenz der Creditanstalt nach mehr als 152Jahren."

    Börse Social Network Subscription

    Um diesen Artikel zu lesen, müssen Sie eine Mitgliedschaft erwerben.

    Tagespass 8.00 Euro /einmalig

    15.00 Euro /monatlich




    BSN Podcasts
    Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

    SportWoche Podcast S2/12: Lukas Lachnit, Autor des Tennis-Buchs Love Hurts, über u.a. Bresnik, Thiem, Strolz & McEnroe




     

    Bildnachweis

    1. Bank Austria , (© Martina Draper)   >> Öffnen auf photaq.com

    Aktien auf dem Radar:Strabag, S Immo, Marinomed Biotech, Zumtobel, Frequentis, Flughafen Wien, Wienerberger, SBO, Frauenthal, Kapsch TrafficCom, OMV, Porr, Oberbank AG Stamm, Amag, Bawag, Erste Group, Mayr-Melnhof, Polytec Group, RBI, Uniqa, Siemens Energy, Covestro, Ahlers, Uniper, Verbund.


    Random Partner

    Vienna International Airport
    Die Flughafen Wien AG positioniert sich durch die geografische Lage im Zentrum Europas als eine der wichtigsten Drehscheiben zu den florierenden Destinationen Mittel- und Osteuropas. Der Flughafen Wien war 2016 Ausgangs- oder Endpunkt für über 23 Millionen Passagiere.

    >> Besuchen Sie 64 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


    Useletter

    Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

    Newsletter abonnieren

    Runplugged

    Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
    (kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

    per Newsletter erhalten


    Ausgewählte Events von BSN-Partnern


    Meistgelesen
    >> mehr





    PIR-Zeichnungsprodukte
    AT0000A2Z8Z3
    AT0000A2GHJ9
    AT0000A28S90


    Newsflow
    >> mehr

    Börse Social Club Board
    >> mehr
      #gabb #1231

      Featured Partner Video

      Börsepeople im Podcast S3/07: Michael Dickstein

      Michael Dickstein war lange Jahre Sprecher und Investor Relations Verantwortlicher der Brau Union und der BBAG, nach der packenden (und für Aktionäre genialen) Übernahme durch Heinek...

      Books josefchladek.com

      Lars Tunbjörk
      Home
      2003
      Steidl

      Amin El Dib
      Artaud Mappen
      2022
      Collection Regard

      Momo Okabe
      Bible
      2014
      Session Press

      Mark Steinmetz
      Berlin Pictures
      2020
      Kominek

      Lars Tunbjörk
      I love Borås
      2006
      Max Ström