13.06.2013, 3390 Zeichen
Mit leisen Sohlen auf dem Rückzug.
Die altbekannte Nachtigall, die der Ur-Berliner so oft „trapsen“ hört, ist wieder unterwegs. Diesmal hat sie Zinsen im Rucksack. Die Bonds machen sich gerade selbständig.
Fast unbemerkt, auf jeden Fall von amtlicher Seite nahezu geschlossen unkommentiert, steigen in den USA und Europa mittlerweile die Renditen der Staatsanleihen an. Und das in erheblichem Masse risiko-unkorreliert. Bedeutet, dass der Zusammenhang im Risiko zwischen Anleihen und anderen Assetklassen, zum Beispiel Aktien, nicht mehr so stark gegeben ist. Zwar sinken Anleihekurse bei steigenden Aktien nach wie vor, aber sie sinken inzwischen auch bei sinkenden Aktienkursen. Seit über 20 Jahren stiegen in den USA grosso modo die Kurse der Staatsanleihen, Europas Lauf währt dagegen „nur“ bescheidene 12 Jahre. Doch nun droht ein Ende und somit ein stärkerer Renditeanstieg. Dafür gibt es natürlich Gründe.
Der Wichtigste dürfte die so oft beschriebene Erwartung eines kommenden Nachlassens oder Auslaufens der notenbankindizierten Anleihekäufe sein. Verständlich. Notenbanken können nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag Anleihen des eigenen Staates zurückkaufen. Wäre sinnlos. Aber so lange sie dies noch tun, geben sie Banken und Emittenten die Möglichkeit ihre Bonds teuer weiterzuverkaufen. Das Körberlgeld als notenbankliche Krücke bis Banken und Staaten wieder alleine gehen können.
Ein weiterer Faktor nimmt aber mehr und mehr an Gewicht ein. Die Suche nach Alternativen. Die vermeintlich gering aktiven Institutionellen haben nämlich den Blick auf das Wesentliche nicht verlernt. Ihnen ist die zu erwartende Entwicklung fallender Anleihekurse nicht egal und sie bereiten sich ebenso wie so mancher Bondhändler oder Emittent auf dieses Szenario vor. Es würden sich nämlich unter Umständen Abschreibungserfordernisse ergeben, die keiner so gerne am Jahresende berichten möchte. Und das hat auch durchaus seine Berechtigung. Der Bund-Future als Kernpunkt der Zentraleuropäischen Renditekurven hat seit seinem Top Anfang Mai bis gestern in der Spitze bereits 3,7% an Wert verloren, oder nominell 5,5%. Das sieht nicht so viel aus, betrachtet man aber die Tatsache, dass Bonds in nahezu sämtlichen institutionellen Portfolios DEN Schwerpunkt bilden, entsteht ein nicht zu vernachlässigender Faktor. Gleichzeitig sind die aktuellen Renditen einfach zu tief um in den jeweiligen Portfolios noch überhaupt Sinn zu machen da viele der auf diese Ertragserwartung aufbauenden Produkte weit höhere Erträge benötigen.
Last but not least sind die ultratiefen Zinsen auch von aktiven Kreditnehmern zum Investment genutzt worden. Jenen „Carry-Tradern“ die es sich regulativ leisten durften und die auch den Mut hatten einen Kredit in der einen Währung gegen ein Investment in der anderen Währung zu tauschen, sofern sie nicht gleich im eigenen Land geblieben sind und einfach auf Kredit Aktien gekauft haben. Wenn die Renditen daher steigen, ist auch der Anreiz für diese Geschäfte perdü und auf geht’s zur Rückdeckung.
Alle zuvor genannten Faktoren überlagern sich gerade und stehen knapp davor einen Trend auszulösen. Dieser Faktor wäre dann der Vierte. Derjenige der die Bewegung zuerst beschleunigt und dann verselbständigt. Dann, wenn nämlich auch die „ganz normalen“ Marktteilnehmer ihre Anlageentscheidungen der Marktbewegung unterwerfen.
(Von: Wolfgang Matejka, Bilder von Wolfgang HIER)
Kapitalmarkt-stimme.at daily voice: Finanzpodcaster und Superläufer Noah Leidinger wurde mir zu langsam, hier meine Top7 Finanzpodcasts
1.
Bond-Style Manfred Baumann und Amina Dagi
Aktien auf dem Radar:Frequentis, Agrana, Bajaj Mobility AG, EuroTeleSites AG, Amag, UBM, FACC, OMV, Verbund, Porr, Rosgix, EVN, AT&S, Rosenbauer, voestalpine, Wienerberger, Wolford, Wolftank-Adisa, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, CPI Europe AG, Österreichische Post, Semperit, Telekom Austria, RHI Magnesita, DAX, Siemens, HeidelbergCement, MTU Aero Engines, Henkel, Fresenius Medical Care.
VIG
Die Vienna Insurance Group (VIG) ist mit rund 50 Konzerngesellschaften und mehr als 25.000 Mitarbeitern in 30 Ländern aktiv. Bereits seit 1994 notiert die VIG an der Wiener Börse und zählt heute zu den Top-Unternehmen im Segment “prime market“ und weist eine attraktive Dividendenpolitik auf.
>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
SportWoche ÖTV-Spitzentennis Podcast: Anastasia Potapova kaschiert die eine oder andere Schwäche, aber auch Sinja und Nico punkten
Woche 19 brachte einen Rekord im Punkte-Ranking, aber nicht im Platzziffer-Ranking. Die win2day-Spielerin der Woche ist zum 5. Mal Anastasia Potapova, Sinja Kraus ist wieder unter den Top100, Joel ...
John Gossage
LAMF (Special Edition)
2026
Magic Hour Press
Siri Kaur
Sistermoon
2025
Void
Dimitri Bogachuk
Atlantic
2025
form.
Marcel Natkin (ed.)
Le nu en photographie
1937
Éditions Mana